30. November 2017, 17:00 Uhr

Diskussion

Hängepartie um Tempo 30 auf der Ortsdurchfahrt

Noch ist unklar, ob es zu der Anfang September angeordneten Tempo-30-Regelung auf der Ortsdurchfahrt Nieder-Rosbach kommen wird oder nicht. Der Wetteraukreis könnte sein Veto zurücknehmen.
30. November 2017, 17:00 Uhr
Fast der gesamte Stadtbereich Rosbachs ist Tempo-30-Zone – wie hier an der Homburger Straße in Ober-Rosbach. Ausgenommen ist die Rodheimer Straße, die Ortsdurchfahrt von Nieder-Rosbach, welche durch die Südumgehung entlastet werden sollte. (Foto: lh)

Anlieger der Ortsdurchfahrt Nieder-Rosbach sind ebenso empört wie Ortsvorsteher Dr. Volker Hoffmann und schütteln verständnislos die Köpfe: »Autofahrer können nur schwer nachvollziehen, dass auf der Homburger Straße in Ober-Rosbach nur Tempo 30 gefahren werden darf, auf der Rodheimer Straße aber 50 erlaubt ist«, sagt auch Bürgermeister Thomas Alber.

 

Schilder wurden bereits bestellt

 

Schon zu Zeiten seines Vorgängers wurde für die Ortsstraßen im gesamten Stadtgebiet die Tempo-30-Regelung eingeführt, doch bei der Landesstraße ist die Stadt nicht die alleinig zuständige Ordnungsbehörde. Ihre Entscheidung kann auf höherer Ebene wieder zurückgenommen werden.

Vor einem Vierteljahr ging bei Dr. Hoffmann die erfreuliche Nachricht ein, dass es seitens des Straßen- und Verkehrsmanagements Hessen Mobil keine Bedenken mehr gegen die Geschwindigkeitsreduzierung gebe. Für viele Bürger einleuchtend, hatte man doch für rund 10 Millionen Euro die Südumgehung gebaut, auf der man schneller vorankommt als über die Ortsdurchfahrt. Die Tempo-30-Schilder für die Rodheimer Straße wurden bereits bestellt.

 

Kein Unfallschwerpunkt

 

Jetzt kommt es aufgrund der Intervention des Kreises wieder zu einer Kehrtwende. Daran hatte auch ein Gespräch der beiden Ortsbeiräte Dr. Volker Hoffmann und Gerhard Metzger im Kreishaus mit Erstem Kreisbeigeordneten Jan Weckler und Berthold Weidlich bislang nichts ändern können. Tempo 30 sei nach der Straßenverkehrsordnung nicht möglich, denn die Straße sei übersichtlich und auch (laut polizeilicher Auswertung) kein Unfallschwerpunkt.

 

Immer wieder beschädigte Zäune und Hauswände

 

Dem widersprachen die beiden Ortsvertreter: »Entscheidend für die Bewertung als Unfallschwerpunkt ist, ob ein Unfall objektiv stattgefunden hat – und nicht die Statistik der Polizei«, sagt Jurist Hoffmann. Viele Unfälle ohne erkennbare Personenschäden würden zwischen den Beteiligten privat abgewickelt, ohne die Polizei hinzuzuziehen. Deshalb sei die bemerkenswerte Zahl zum Beispiel an Auffahrunfällen nicht erfasst.

Ein Anwohner hatte sich an den Ortsbeirat gewandt, weil er beim Rückwärtsfahren in seine Grundstückseinfahrt (manchmal mit Anhänger) immer wieder brenzliche Situationen erlebe. Zudem seien nicht selten Zäune und Hauswände durch zu hohe Geschwindigkeiten der Verkehrsteilnehmer beschädigt worden. Im Bereich der Grünanlage Ecke Rodheimer-Straße/Schulstraße komme es immer wieder zu brenzlichen Situationen. Statt abzubremsen, rasten viele Autofahrer dann über den Bürgersteig, um einen Unfall mit dem entgegenkommenden Fahrzeug zu vermeiden. »Zum Glück war in diesem Moment noch kein Schulkind dort unterwegs.«

 

Beobachter wünscht sachliche Diskussion

 

»Als Anwohner können wir die Argumentation der Kreisverwaltung gegen Tempo 30 in der Rodheimer Straße nicht nachvollziehen, es wohnt ja keiner der Personen hier«, sagt ein Beobachter dieser fast täglich vorkommenden Situationen. »Von meinem Büro aus habe ich einen ständigen Blick auf die Rodheimer Straße und kann die Situation daher gut einschätzen. Für eine sachliche Diskussion bin ich zu haben.«

 

Info

Kompromiss oder Klage?

Wie lässt sich Tempo 30 in Nieder-Rosbach noch erreichen? Ortsvorsteher Dr. Volker Hoffmann schlägt vor, dass der Bürgermeister als lokale Ordnungsbehörde Tempo 30 anordnet und die Beschilderung aufstellen lässt. Dann könnten die Kreisverwaltung oder Hessen Mobil eine Untersagungsverfügung erlassen. »Dagegen sollte die Stadt Rosbach klagen.« Im Rathaus steht man diesem Ansinnen mit Skepsis gegenüber. »Mir wäre es eher recht, zu prüfen, ob man nicht eine Teilumsetzung herbeiführen kann, indem zum Beispiel nicht der ganze Straßenverlauf vom Bahnübergang bis zum Ortsausgang nach Rodheim mit Tempo 30 belegt würde, sondern nur der Bereich vom Alten Friedhof bis zur Metzgerei Simon«, sagt Bürgermeister Thomas Alber. Mit diesem Kompromiss könnte sich auch der Ortsvorsteher anfreunden.

 

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