01. September 2019, 19:11 Uhr

Grundsteuer B steigt in zehn Kommunen

01. September 2019, 19:11 Uhr

Der Bund der Steuerzahler (BdSt) Hessen hat die aktuelle Steuerpolitik der Städte und Gemeinden im Wetteraukreis aufbereitet. In diesem Jahr erhöhten demnach 12 der 25 Kommunen mindestens eine Steuer. Karben, Limeshain, Ortenberg und Wöllstadt hätten gleich alle drei Realsteuerhebesätze angehoben.

»Seit Jahren bekommen die Bürger und Betriebe teilweise kräftige Mehrbelastungen zu spüren. Insbesondere die Grundsteuer B steigt immer weiter an«, sagt BdSt-Vorsitzender Joachim Papendick. Der Grundsteuer-B-Durchschnitt im Kreis liege bei 464 Prozent und sei noch einmal 26 Punkte angestiegen. Die kräftigste Steigerung sei mit 266 Punkten in Ortenberg beschlossen worden. »Nicht nur solch drastische Einmalerhöhungen sind uns ein Dorn im Auge, sondern auch die regelmäßig wiederkehrenden. Sie fallen auf den ersten Blick bescheidener aus, kumuliert über mehrere Jahre ergibt sich aber teilweise ein ähnlich hoher Hebesatz«, so Papendick. So sei die Grundsteuer in Glauburg seit 2013 jedes Jahr erhöht worden. In diesem Zeitraum seien zusammengenommen 255 Punkte aufgeschlagen worden, was einen Hebesatz von aktuell 540 Prozent ergebe. Den Spitzenplatz belegt weiterhin Hirzenhain mit dem »Extremwert« von 840 Prozent. Es folgen Ortenberg (660 Prozent) und Nidda (570 Prozent). Am wenigsten zahlt man in Münzenberg (285 Prozent).

Die Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen wurde von sechs Kommunen erhöht. Nidda verlangt hier 570 Prozent; in Echzell und Friedberg sind es 300 Prozent. Auch beim Gewerbesteuerhebesatz ist Nidda Spitzenreiter mit 440 Prozent. Acht Kommunen zogen hier die Schraube an; der Durchschnitt liegt bei 381 Prozent (plus sieben Punkte). Bei den Bagatellsteuern falle Ortenberg negativ auf. Dort seien wie in Reichelsheim die Hunde- und die Kampfhundesteuer erhöht worden. Karben habe als einzige Kommune im Landkreis eine Wettaufwandsteuer eingeführt.

Die vieldiskutierten Straßenbeiträgen schafften drei Kommunen ab: Bad Nauheim, Bad Vilbel und Friedberg. Aktuell bitten noch 18 von 25 Kommunen die Anwohner bei einer Straßensanierung einmalig zur Kasse. Wiederkehrende Beiträge werden in Nidda und Rosbach verlangt. Der BdSt spricht sich für die landesweite Abschaffung der Straßenbeiträge aus. Allerdings dürfte die Abschaffung nicht dazu führen, dass die Lasten an anderer Stelle »durch die Decke gehen«, beispielsweise bei der Grundsteuer B. Nötig sei eine Kompensation durch das Land. Die detaillierten Auswertungen für den Wetteraukreis stehen online unter www.steuerzahler-hessen.de.

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