22. Februar 2017, 20:21 Uhr

Grüne fordern Aufklärung

22. Februar 2017, 20:21 Uhr
Unzählige Pendler und Reisende sind von der Störung im elektronischen Stellwerk Friedberg betroffen gewesen. (Foto: pv)

Fast eine Woche herrschte jüngst Chaos im mittelhessischen Bahnverkehr. Aufgrund einer Überspannung war es zu einer massiven Störung im elektronischen Stellwerk auf dem Friedberger Bahngelände gekommen, das erst seit Herbst 2015 in Betrieb ist. Betroffen waren nicht nur die Hauptstrecke der Main-Weser-Bahn, sondern alle auf Friedberg zulaufenden Regionalbahnstrecken. Die Kreistagsfraktion der Wetterauer Grünen hat nun angekündigt, den Vorfall nicht auf sich beruhen zu lassen. Fraktionssprecher Michael Rückl: »Wir sehen uns aufgerufen, nach Ursache, Lehren und den Maßnahmen zur künftigen Vermeidung einer solch drastischen Störung zu fragen. Ein Ausfall dieser Art sollte sich nicht wiederholen.« Krisenmanagement und Notfahrpläne seien mehr schlecht als recht gelaufen, oftmals hätten die Fahrgäste sehen müssen, wie sie ihr Reiseziel erreichen.

Die Bundestagskandidatin der Grünen, Kathrin Anders, sagt: »Mit dem brandneuen, hochmodernen und 70 Millionen Euro teuren elektronischen Stellwerk wurde das Herzstück des Bahnverkehrs in der Region lahmgelegt. Daher stellt sich unmittelbar die Frage, welche Vorkehrungen die Bahn ohnehin für den Ausfall dieses Herzstücks getroffen hat. Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern auch um Notfallpläne zur Sicherstellung der Beförderung der Fahrgäste.«

Die Grünen wollen die Angelegenheit daher auch in der nächsten Kreistagssitzung zur Sprache bringen. »Auch wenn keine unmittelbare Zuständigkeit besteht, sollte uns die Funktionsfähigkeit der Wetterauer Infrastruktur am Herzen liegen. Zudem sitzt mit Landrat Arnold ein Vertreter des Landkreises im Aufsichtsrat des RMV, dessen Aufgabe die Organisation des Nahverkehrs in der Region ist. Wir wollen Aufgabenträger und Deutsche Bahn nicht aus ihrer Verantwortung entlassen. Auch wenn der Schaden unvorhersehbar und schwierig zu beheben war, das Krisenmanagement in Verbindung mit Information und Kommunikation lief nicht gut und scheint uns verbesserungsfähig«, sagt Thomas Zebunke, der die Grünen im Ausschuss für Regionalentwicklung vertritt.

Auch die finanziellen Auswirkungen des Schadens seien von Interesse. »Wir möchten wissen, was der RMV eingespart hat, weil er ausgefallene Zugleistungen nicht bezahlen muss. Hinzu kommt die Frage nach etwaigen Schadensersatzleistungen durch die Deutsche Bahn. Denn die eigentlich Betroffenen, insbesondere die Fahrgäste mit bereits bezahlten Zeitkarten, gehen leer aus. Nicht nur mussten sie sich mit einem, noch dazu schlecht kommunizierten Rumpfverkehr arrangieren. Sie bleiben auch auf ihren Zusatzkosten für Taxen oder Fahrten mit dem eigenen Pkw sitzen«, sagt Rückl.

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