Wetterau

Großer Auftritt für die drei Tenöre

Stimmgewaltige Tenöre bezaubern mit ihren typischen Opernarien und schmelzenden Canzonen das weibliche wie männliche, vor allem aber ältere Publikum. In Oper, Operette und Lied ließen die drei bulgarischen Tenöre Georgios Filadelfefs, Boris Taskov und Momcil Karaivanov bei der »Himmlischen Nacht der Tenöre« in der Dankeskirche Erinnerungen an ihre großen Vorbilder wach werden. Begleitet wurden sie von einem rein weiblichen Instrumentalensemble mit zwei Violinen, Cello und E-Piano.
18. Februar 2019, 18:47 Uhr
Hanna von Prosch
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Ausdrucksstark und klangvoll schmettern die drei Tenöre (v. l.) Boris Taskov Georgios Filadelfefs, und Momcil Karaivanov Opernarien und Lieder. (Foto: hms)

Stimmgewaltige Tenöre bezaubern mit ihren typischen Opernarien und schmelzenden Canzonen das weibliche wie männliche, vor allem aber ältere Publikum. In Oper, Operette und Lied ließen die drei bulgarischen Tenöre Georgios Filadelfefs, Boris Taskov und Momcil Karaivanov bei der »Himmlischen Nacht der Tenöre« in der Dankeskirche Erinnerungen an ihre großen Vorbilder wach werden. Begleitet wurden sie von einem rein weiblichen Instrumentalensemble mit zwei Violinen, Cello und E-Piano.

Das Repertoire der aktuellen Tournee glich weitgehend dem des vergangenen Jahrs und lehnt sich an die Erfolgsgeschichte der Startenöre an. Die studierten Sänger – Georgios Filadelfefs gewann zusätzlich internationale Klavier-Preise – treten nicht nur in dieser Formation sondern auch europäischen Opernhäusern auf. Populäre Opernarien von Verdi, Puccini oder Leoncavallo, Gassenhauer wie die neapolitanische Barcarole »Santa Lucia«, und »La donna e mobile« aus Verdis Rigoletto sowie vor allem das schmachtende Tauber-Lied »Dein ist mein ganzes Herz« begeisterten das Publikum. Schuberts Wiegenlied, als inniger Nachruf für viele in einem Jahr gestorbene Kinder komponiert, konnte in der Interpretation des offensichtlich an diesem Tag etwas indisponierten Filadelfefs der Intention nicht standhalten. Auch das durchaus andächtig gesungene Ave Maria von Gounod, das auf einem Präludium aus Bachs Wohltemperierten Klavier basiert, gewinnt nicht gerade, wenn es im Wechsel von drei Tenören unterschiedlichster Stimmcharaktere gesungen wird. Schon amüsant wirkte es, wenn die drei im Terzett sich bisweilen ihre Parts spontan zuweisen mussten. Doch Humor auf der Bühne zu zeigen, zeichnet schließlich Profis aus.

Alles, was Feuer und Dramatik im musikalischen Ausdruck hat brachten die Sänger dagegen mit Bravour. Hervorzuheben ist Momcil Karaivanov, der mit klarer, ausdrucksstarker Stimme und intonationssicher seine Arien sang. Beeindruckend waren die Arie des Cavaradossi »Es leuchten die Sterne« aus Tosca und »Core n’ grato«, ein Lied, das der Neapolitaner Salvatore Cardillo für Enrico Caruso schrieb.

Gewaltiges Stimmvolumen

Taskov zeigte mit seinem dunklen Timbre großes Stimmpotenzial, bestach durch gute Endsilbenverständlichkeit und setzte gerne sein gewaltiges Stimmvolumen ein. Er studierte auch Posaune und Klavier und ist Leadsänger der Progressive Rock Alternative Band »Perfect Stranger«.

Das aus Plovdiv, der Kulturhauptstadt Bulgariens, stammende Instrumentalensemble spielte versiert unter anderem die Barcarole aus Hoffmanns Erzählungen. Während die barocken Stücke nicht überzeugen konnten, glänzte die Violinistin Milena Ivanova mit dem temperamentvollen Csárdás von Vittorio Monti und Mirela Moskova am Cello im Schwan aus Camille Saint Saëns »Carneval der Tiere«. Charmant begleitete Zoya Balkandzhieva durch das Programm und gab interessante Informationen zu den Stücken.

Die Schlussnummer, das spanische Lied »Amapola« und die drei begeistert erklatschten Zugaben gerieten zu einem tenoresken Spaß. Mit den Ohrwürmern »Mamma« und »Funiculi, Funicula« verabschiedeten sich himmlischen Tenöre.

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