28. März 2019, 18:11 Uhr

Große Sorge um die Vögel

28. März 2019, 18:11 Uhr
Insektenmangel und Hitze haben sich fatal auf die heimische Vogelwelt ausgewirkt, wissen Rudi Nein und seine Helferinnen Ursula Till (l.) und Eva Sengeisen. (Foto: pv)

Rudi Nein macht sich große Sorgen. Gemeinsam mit Eva Sengeisen und Ursula Till kümmert sich der Umweltbeauftragte der Stadt Bad Nauheim auch um die heimische Vogelwelt. Sein Fazit zur Nistkastenkontrolle 2018 fällt ernüchternd aus: In den gut 400 Nisthilfen in den Wäldern, auf Friedhöfen, Obstwiesen, in Anlagen, Kirchen und Türmen Bad Nauheims habe das Team oftmals nicht ausgebrütete Gelege, tote Jungvögel und sogar tote Altvögel gefunden. Schon 2017 sei der Bruterfolg geringer als in den Vorjahren gewesen.

»Für mich ein Beleg von Nahrungsmangel. Keine Insekten – keine Vogelbrut. Schwalben, Mauersegler und Fledermäuse leben von Fluginsekten, sofern sie vorhanden sind. Auch in unserem Steinfurther Schwalbenhaus war 2018 der Bruterfolg geringer«, schreibt Rudi Nein. »Zu dem Mangel an Insekten kam im vergangenen Jahr während der gesamten Brutzeit die extreme Hitze. Erleben wir schon bald den stummen Frühling?«

Immer häufiger werde er von Bürgern angesprochen, die sich um die Vogelwelt sorgten: Es gebe kaum Vögel im Garten und im Winter nur wenige an den Futterplätzen, nicht nur in Bad Nauheim. Ortsnahe Brachen, Obstwiesen und ungenutzte oder naturnahe Gärten seien gute Lebensräume für viele Arten gewesen. Neubaugebiete und Versiegelungen aller Art hätten ihre Stelle eingenommen. Die umliegenden Ackerflächen seien heutzutage ökologisch gesehen monotone Agrarwirtschaft, wo kein fremder (blühender) Halm geduldet werde.

»Nun gibt es vielerorts Bemühungen, dem Dilemma vor allem mit Blühstreifen der Kommunen, der Naturschützer und sogar der Jäger und der Landwirte zu entgegnen. Doch so gut und lobenswert diese Aktivitäten auch sind, sie können die vielseitigen negativen Einflüsse nicht kompensieren«, bedauert Nein. Seiner Ansicht nach fehlen unter anderem die Wildpflanzen. »Da viele Insektenarten ›ihre‹ Pflanze zum Überleben brauchen, zum Beispiel zur Eiablage oder als Futterpflanze, ist die Gemeinschaft von Pflanzen und Tieren oft sogar die Grundlage für echte Symbiosen.«

Eine Erfolgsgeschichte sei allerdings die Entwicklung der Störche – und zwar kreisweit. In Bad Nauheim seien derzeit erstmals sogar alle fünf Horste mit Brutpaaren besetzt. Zudem baue erstmals für Bad Nauheim ein Storchenpaar selbst einen Horst auf einer Weide. Darüber freuen sich nicht nur Rudi Nein und Gerhard Böhler, ein weiterer Helfer.

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