26. Juni 2017, 20:41 Uhr

Toter Igel

Grauenvolle Tat eines Tierquälers?

An schweren inneren Verletzungen ist ein Igel zugrunde gegangen, der am Ostrand von Dorheim gefunden worden war. Vermutlich wurde er Opfer eines Tierquälers.
26. Juni 2017, 20:41 Uhr
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Von Bernd Klühs
Sein Stachelkleid schützt den Igel nicht vor Mäh-Robotern oder Tierquälern (Foto: dpa)

Otto Luzius kann es manchmal nicht fassen, was Menschen alles mit hilflosen Kreaturen anstellen. Der »Igelvadder« aus Bad Nauheim erhält regelmäßig Meldungen über Tiere, denen fahrlässig oder ganz gezielt schwere Verletzungen zugefügt werden. Die neueste Horrormeldung erhielt er am Wochenende aus Dorheim. Am östlichen Rand des Friedberger Stadtteils, in der Straße Zur Hainerde wurde ein übel zugerichteter Igel gefunden, der stark blutete. Das Säugetier wurde zur Behandlung zu Jutta Knierim-Haustein nach Wöllstadt gebracht.

Sie ist als »Igelmama« bekannt und kümmert sich als Heilpraktikerin für Tiere, die auch einige Semester Veterinärmedizin studiert hat, seit Jahren um verletzte Tiere. »Nach näherer Untersuchung konnte ausgeschlossen werden, dass die Blessuren von einem Hundebiss oder ähnlichem herrührt«, berichtet Otto Luzius. Die Art der Verletzung und der starke Blutverlust lassen bei der Expertin aus Wöllstadt den Verdacht aufkommen, dass dem Igel mit einem Schraubendreher oder einem ähnlichen Werkzeug schwere innere Verletzungen zugefügt worden sind. Vermutlich sei das Werkzeug in den Darm eingeführt worden. Das Tier, das von Jutta Knierim-Haustein als »Jonas« bezeichnet wurde, war nicht mehr zu retten. Am späten Sonntagabend ist es verstorben.

Wie der Bad Nauheimer »Igelvadder« berichtet, wurde bei der Polizei in Friedberg Anzeige erstattet. Luzius und Knierim-Haustein bitten die Dorheimer Bevölkerung, wachsam zu sein. In der letzten Zeit soll es dort zu ähnlichen Vorfällen gekommen sein. So sei auf eine Katze geschossen worden, vermutlich mit einem Kleinkaliber-Gewehr. Eine weitere Katze soll ebenfalls ungewöhnliche Verletzungen aufweisen.

Luzius erfährt des Öfteren von Igeln, die von Menschen malträtiert worden sind. Ein Problem sind beispielsweise Mähroboter. Die älteren Modelle würden Igel nicht als »Hindernis« erkennen und rollte darüber hinweg. Dabei werde das Tier von den Messern des Geräts getötet. Ihr Unwesen als Tierquäler trieben manche Kinder und Jugendliche. So kennt der Bad Nauheimer Fälle, in den Kinder mit zusammengerollten Igeln Fußball spielen. Jugendliche hätten die possierlichen Tiere schon in Plastiktüten getan und sie in Brand gesteckt.

Er appelliert an alle Eltern, ihre Kinder zu sensibilisieren und ihnen den richtigen Umgang mit Tieren im Allgemeinen und mit Igeln im Speziellen beizubringen.



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