22. März 2019, 19:48 Uhr

Gestörter Schlaf, digitaler Burnout

22. März 2019, 19:48 Uhr
Dieter Frisch

Noch nie zuvor hat es bei einem Kneipp-Seminar so viele Anmeldungen gegeben wie zur siebten Auflage von »Kneipp meets Politik« am Donnerstag im Großen Saal der Trinkkuranlage. Zum Thema »Kneipp – gesunder Schlaf und die Ruhe der ›armen‹ Seele« wurde die Kneipp-Säule »Lebensordnung« in den Mittelpunkt gerückt. Die wird in Zeiten von Digitalisierung, Multitasking und arbeitsbedingtem Stress immer bedeutsamer.

»Gesundheit ist kein Zustand, sondern ein Prozess«, sagte Dr. Georg Roth, Beiratsvorsitzender des deutschen Kneippbundes.Um Geist und Seele zu regenerieren, brauche man einen gesunden Schlaf. Sei dieser gestört oder betrage weniger als sieben Stunden, könne dies zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen – von Herz-Kreislauf-Störungen über Bluthochdruck und Schlaganfall bis hin zu Depressionen. Für eine Psyche in Balance sei daher auch Stressabbau wichtig.

Bürgermeister Klaus Kreß sprach über moderne Medien, die »Erreichbarkeit rund um die Uhr«. Höchstleistungen im Beruf, Leistungsdruck und Herausforderungen – schon Schulkinder seien betroffen. Was die Balance für Körper, Geist und Seele angehe, sei Sebastian Kneipps Idee von der »inneren Ordnung« aktueller denn je, erklärte neben Kreß auch Dr. Dieter Frisch. Anhand einer Studie erläuterte der Referent der Ludwig-Maximillians-Universität München das Thema. Längst hätten sich Schlafstörungen zu einem ernsten Gesundheitsproblem entwickelt. Die Kneipp-Säule Lebensordnung könne helfen, innere Ruhe zu finden und einen achtsamen Lebensstil zu entwickeln, insbesondere auch bei Ein- und Durchschlafstörungen. Gemeinsam mit der Stadt Füssen hat die Universität das Präventionsprogramm »Gesunder Schlaf durch innere Ordnung« entwickelt. Untersucht wurde, in welcher Weise sich die Kneipp-Therapie – beispielsweise Entspannungsverfahren, Yoga, Progressive Muskelrelaxation und Achtsamkeit – positiv auf lebensstilbedingte Schlafstörungen auswirkt. Das Ergebnis: Das Programm bewirkte signifikante Verbesserungen bei Schlafqualität, Wohlbefinden, chronischer Stressbelastung und weiteren Zielgrößen. Wie stark Digitalisierung und soziale Medien auf den Alltag einwirken, erklärte Achim Bädorf, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Kneippheilbäder und Kneippkurorte. Multitasking sorge dafür, dass das Gehirn nach der Arbeit nicht zur Ruhe komme. Die permanente Erreichbarkeit durch Handys oder E-Mails trage dazu bei. 196 Minuten verbringen die Menschen im Schnitt täglich im Netz. Ein Großteil dieser Zeit entfällt auf soziale Netzwerke. Doch wie sozial sind Facebook, Twitter und Co? »Unsozial«, sagte Bädorf. Sie würden eher Furcht als Freude erzeugen; Nutzer hätten Angst davor, etwas zu verpassen.

Rat zur digitalen Diät

Bädorf sprach auch Themen wie »Gaffen statt helfen«, Mobbing im Internet und den digitalen Burn-out an. Eine digitale Balance sei empfehlenswert. »Off« sei das neue »On«. »Der Flugmodus ist da ein gutes Werkzeug«, riet Bädorf, der einen »Zehn-Punkte-Plan« zur digitalen Diät präsentierte. »Entdecken Sie die Glücksmomente in der Analogie neu.« (Fotos: cor)

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