15. Mai 2019, 20:03 Uhr

Geschichten und Gesang beim BdV

15. Mai 2019, 20:03 Uhr
Der Pfarrhofgockel sorgt bei den Nachbarn (v. l.) Rosemarie Kunz, Norbert Quaiser und Ingeborg Vetter für Ärger.

Der Bund der Vertriebenen hat seine Mitglieder zu einer Maifeier mit Gedenken an den Muttertag in das Erika-Pitzer-Begegnungszentrum eingeladen. Erika Quaiser sorgte mit ihrem Team für eine geschmückte Kaffeetafel und bot frischgebackenen Kuchen. Musikalisch untermalt wurde die Feier von Norbert Quaiser am Keyboard und Gottfried Leitner am Akkordeon. Gemeinsam wurden einige Volkslieder gesungen.

Angesichts der Kommerzialisierung des Muttertags stellte Helmut Körner die Frage, ob dem Wert einer Mutter damit noch gerecht werden könne. »Als Schüler erhielten wir die Empfehlung, wenigstens an diesem Tag der Mutter alle anfallenden Arbeiten abzunehmen und sie schon nach dem Aufstehen mit einem selbst gepflückten Blumenstrauß zu begrüßen«, erinnerte er sich.

Alte Kriegsgeschichten

Nach besinnlichen Gedanken zum Muttertag berichtete Franz-Walter Rossel von einer wahren Begebenheit, die sich in Groß-Olbersdorf und Wagstadt zugetragen haben soll: Nach dem ersten Weltkrieg wurde 1918 in der neu gegründeten tschechoslowakischen Republik die Zwangsbewirtschaftung noch eine geraume Zeit beibehalten. Besonders betroffen waren die nahezu rein deutschen Gebiete, denn hier versuchte man mit besonderer Härte von amtlicher Seite vorzugehen. Beispielsweise sei bei Mühlen-Revisionen rücksichtslos verfahren worden. Mit Getreidesäcken wäre man sehr fahrlässig umgegangen, sodass die Säcke beim umschichten aufplatzten. Den Bauern missfiel dieser Umgang und sie beschlossen, die Kontrollen zu untersagen - leider hatte dies ein gerichtliches Nachspiel. Die Beteiligten bekamen Arreststrafen, man gewährte ihnen jedoch die Benutzung einer großen Gemeinschaftszelle und den täglichen Besuch durch Familienangehörige. Da jeder der Besucher etwas mit in die Zelle brachte, waren die Häftlinge mit Nahrung bestens versorgt. Am Entlassungstag wurden die Häftlinge mit blumengeschmückten Kaleschen vom Gefängnis abgeholt, anschließend ging es zum Festessen. Da zu dieser Zeit gerade ein Zirkus in der Kreisstadt gastierte, wurde dessen Kapelle kurzerhand für die Wiedersehensfeier engagiert.

Einen Streit wegen des Pfarrhofgockels trugen die Nachbarn Ingeborg Vetter und Rosemarie Kunz auf offener Bühne aus. Der Pfarrhofgockel konnte es nicht lassen, die Hühner von nebenan zu besuchen. Sogar als ihm ein strenges Zölibat angedroht wurde, lockte ihn immer wieder die Nachbarschaft.

Erwin Gröger, Bertl Kriegk und Hilda Grobauer sorgten beim Publikum mit Vorträgen für allgemeines Schmunzeln und BdV-Kreisvorsitzender Reinhard Schwarz lud zum Sudetendeutschen Tag nach Regensburg ein.

Beim »Kein schöner Land« reichte man sich zum Schluss die Hände: Am 4. Juni trifft man sich wieder zum Sommerfest »Unter der roten Laterne von St. Pauli...«.

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