12. Februar 2019, 19:11 Uhr

Gemeinsames Europa

12. Februar 2019, 19:11 Uhr
Vor der »Wall of Ideas for Peace« (hinten v. l.): Simone Geist, Oliver Forster, Natalie Grigoleit, Ricardo Hoffmann, Florian Pfeifer (Arbeit und Leben) und Katja Walter sowie (vorne v. l.) Niels Scharmann und Lea Mulfinger. (Foto: pm)

Was hat 1918 mit 2118 zu tun? Mit dieser Frage beschäftigten sich Schüler der Beruflichen Schulen in Büdingen und Nidda (BSB/BSN) während des Deutsch-Französisch-Ungarischen Austauschprogramms über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft »1918 – 2018 – 2118. Blick zurück und Blick nach vorn«.

30 Schüler aus allen drei Nationen nahmen daran teil, die sich in drei Arbeitsphasen jeweils in ihren Herkunftsländern begegneten. Gestartet wurde in Deutschland, in der Jugendbegegnungsstätte Friedrichshain in Berlin. Dort traf die Gruppe von fünf Schülern der BSB/BSN und deren beiden Lehrerinnen auf die weiteren Teilnehmer aus Deutschland, Ungarn und Frankreich. Ziel des einwöchigen Auftaktseminars war der Austausch über die gemeinsame Vergangenheit.

100 Ideen für den Frieden

Das Seminar in Berlin war nicht nur Bestandteil des Austauschprogramms, sondern auch des zeitgleich stattfindenden Großprojekts »Youth for Peace – 100 Jahre Ende Erster Weltkrieg, 100 Ideen für den Frieden«. An der Auftaktveranstaltung nahmen neben den 500 Jugendlichen aus 48 Ländern unter anderem der ehemalige Außenminister Frankreichs, Jean-Marc Ayrault, Deutschlands Außenminister Heiko Maas sowie der Geschichtswissenschaftler Prof. Sönke Neitzel der Potsdamer Universität teil.

Eine der internationalen Arbeitsgruppen bestand aus den Teilnehmern des Deutsch-Französisch-Ungarischen Austauschprogramms. Dort beschäftigten sich die Jugendlichen mit dem Ersten Weltkrieg aus der jeweiligen Perspektive der drei Länder. Zugang dazu erfuhren sie, indem sie sich mit den Schicksalen einzelner Soldaten und deren Familien beschäftigten. Dabei hätten sie erkannt, dass Geschichte immer etwas mit der eigenen Herkunft zu tun habe und dass diese Perspektive sowohl Einfluss auf das Wissen als auch auf das Verständnis von Kriegsereignissen habe.

Die von den internationalen Gruppen erarbeiteten Ideen zum Frieden wurden am Ende der Woche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron während einer Abschlusskundgebung vorgestellt. Auch die Schüler der BSB/BSN präsentierten dabei ihr Arbeitsergebnis »Wall of Ideas for Peace«, eine selbst gestaltete Graffitiwand mit Persönlichkeiten des Friedens.

Für die Jugendlichen war es ein besonderer Moment, die beiden Staatsoberhäupter persönlich zu treffen. Oberstudienrätin Simone Geist sagte: »Die jungen Menschen Europas werden die Zukunft gestalten. Vor allem in einer Zeit, in der das vereinte Europa immer wieder Kritik ausgesetzt ist und nationalistische Kräfte versuchen an Einfluss zu gewinnen, ist es für uns alle beruhigend, wenn junge Menschen in vollem Bewusstsein den europäischen Gedanken leben und eine friedliche Zukunft gestalten.«

Alle Beteiligten sind sich einig, dass die in dieser Woche gewonnenen Erfahrungen und Eindrücke sie nachhaltig geprägt haben. Sie freuen sich bereits darauf, ihre neuen französischen und ungarischen Freunde im April in Paris und im Juni in Hortobagy wiederzutreffen.

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