19. April 2019, 17:33 Uhr

Gemeinsam für mehr Sicherheit

19. April 2019, 17:33 Uhr
Der mittelhessische Polizeivizepräsident Peter Kreuter (2. v. l.) übergibt in Anwesenheit von Polizeibeamten, Rathausmitarbeitern und dem Ersten Stadtrat Peter Krank Bürgermeister Klaus Kreß das symbolische »KOMPASS«-Schild. (Fotos: Weigelt)

Städte sollen Sicherheitsthemen selbstständiger angehen, sollen individuelle Lösungen für Probleme vor Ort entwickeln: Das Land Hessen hat hierfür das bundesweit einzigartige »KOMPASS«-Programm entwickelt. Es bringt Kommunen, Polizei, Bürger und gesellschaftliche Akteure an einen Tisch. Unter Berücksichtigung lokaler Bedingungen sollen Sicherheitskonzepte mit Präventionsangeboten entwickelt werden. Am Mittwoch wurde die Stadt Bad Nauheim in das Programm aufgenommen. Zum Start der Zusammenarbeit übergab der mittelhessische Polizeivizepräsident Peter Kreuter mit weiteren Vertretern des Polizeipräsidiums Mittelhessen das symbolische »KOMPASS«-Schild.

Bad Nauheim, »eine herausragende Stadt mit vielen Möglichkeiten«, wie Peter Kreuter hervorhob. Die Sicherheit bewege sich auf einem hohen Niveau, was anhand geringer Fallzahlen und hoher Aufklärungsquoten deutlich werde. Darauf wolle man sich aber nicht ausruhen, sagte Kreuter mit Verweis auf das »KOMPASS«-Programm. Und Bürgermeister Klaus Kreß ergänzte: »Wir wollen das subjektive Sicherheitsgefühl in der Stadt nicht nur erhalten, sondern verstärken.« Hierfür werde die Stadt die Stelle eines Koordinators besetzen, dicht angesiedelt im Ordnungsdezernat.

Das Programm »KOMPASS« (»KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel«) zielt auf eine nachhaltige Verzahnung und noch engere Zusammenarbeit zwischen Bürger, Polizei und Kommune. Wie das in der Praxis umgesetzt werden soll, erklärte Jörg Schormann, »KOMPASS«-Berater beim Polizeipräsidium Mittelhessen. Zu Beginn werden spezifische kommunale Sicherheitsbedürfnisse erhoben, um später passgenaue Maßnahmen zu entwickeln. Hieran beteiligen können sich auch Gewerbe, Vereine und Religionsgemeinschaften. »Es geht um den Bürger«, sagte Schormann. Wie lauten dessen Probleme, Ängste oder Sorgen? In einer Erhebung der Uni Gießen werde das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger erfasst; zudem seien Vor-Ort-Befragungen geplant. Danach könne über mögliche Maßnahmen beraten werden.

Videoüberwachung

Drei Maßnahmen seien in beteiligten Kommunen für den Erhalt des Siegels notwendig. Hier hat Bad Nauheim bereits vorgelegt, etwa mit dem Schutzmann vor Ort, Bernd Bü- the. »Er macht einen hervorragenden Job«, sagte Kreß. Neun freiwillige Polizeihelfer, eigene Ordnungskräfte und private Sicherheitsleute sind zusätzlich im Dienst der Sicherheit unterwegs. Auch zeige die Videoüberwachung am Marktplatz Erfolge. Deren Ziel sei es schließlich, den Marktplatz wieder aufzuwerten, wie Erster Stadtrat und Ordnungsdezernent Peter Krank erklärte. Dies werde von den Bürgern wahrgenommen. Ein »Da wollen wir nicht mehr hin!« weiche einem »Da gehen wir wieder hin««.

Im Juli 2018 wurden die Videokameras ins- talliert. Auch wenn erst nach einem Jahr offizielle Fallzahlen zur Marktplatzsituation erhoben werden, ein deutlicher Rückgang der Straftaten sei bereits spürbar, erklärte der Leiter des Polizeipostens Bad Nauheim, Matthias Meub. Eine spätere Auswertung werde dies sicherlich bestätigen.

Krank hob die Bedeutung der Präventionsangebote hervor, ebenso auch die Wertschätzung von Gütern. Wichtig sei es, diese auch jungen Menschen näherzubringen. »Prävention hat in unser Stadt einen hohen Stellenwert«, betonte auch Jochen Mörler, Fachbereichsleiter Soziales, Gesundheit, Kultur und Sport. Das »KOMPASS«-Schild wird in den nächsten Tagen als sichtbares Zeichen am Rathauseingang platziert. Das offizielle Siegel erhalten teilnehmende Kommunen nach Umsetzung der Maßnahmen.

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