18. Februar 2019, 18:47 Uhr

Geisterjäger mit blauen Füßen

18. Februar 2019, 18:47 Uhr
Die Frauengruppe der Pfarrei ist nicht wegzudenken aus der Narretei. (Fotos: hau)

Geisterstunde unterm Kirchturm. Der proppenvolle Saal hält den Atem an. Von dunklen Gestalten durchs Schwarzlicht gejagt, strömen Gespenster durch die Stuhlreihen. Doch statt sich um die Ecke zu bringen, vollführen die Geister und ihre Jäger bald Freudentänze auf der Bühne. Unter donnerndem Applaus bringt das Saallicht an den Tag, was alle ahnten: Die Ghostbusters waren los, und zwar auf blauen Füßen, wie es sich für die »Bloofoiss« gehört.

Für das diesjährige Motto »Die Kirchen-Geister sind erwacht und feiern mit uns Fassenacht« war der Pfarrgemeinde- beziehungsweise Elferrat von Maria Himmelfahrt um Monika Merz und Sabine Ratz in die Rollen des Blockbusters geschlüpft, auch Pfarrer Ryszard Strojek entdeckte man unter den gut gestimmten Geisterjägern. Zwei Nächte lang stand Blaufußhausen Kopf, und auch aus der Umgebung waren Gäste herbeigepilgert, um die urige Pfarrfassenacht in Nieder-Mörlen zu erleben. Mit Büttenreigen, Tanz und Musik ließen sie sich von vielen guten Geistern begeistern. Norbert Margraf hielt während des kompletten Geisterreigens am Keyboard die Stimmung hoch, Berthold Heil am Mischpult und Albert »Albret« Bodenröder als Büttenschieber.

 
Fotostrecke: Pfarrei-Fasching in Nieder-Mörlen

»Gott sei Dank und Helauluja« rief Pfarrchronist Helmut Kahlert am Fuße seines 33. geistreich gereimten Jahresrückblicks mit Abstechern nach Mainz, Rom und Santiago de Compostela. Sein Fazit: Wo sich keiner zu schade sei, den Clown zu geben, lasse sich trefflich am Reiche Gottes bauen. Das Büttendebüt von Ernst Gerecht als Weihbischof mit Wortwitz und Geist feierte der Saal am Freitag – schade, dass seiner Eminenz am Samstag die Stimme versagte und ihn zum Zuhören zwang.

 

Süße Verführer

»Pechvogel« Bruno Poier kämpfte während des Kuraufenthalts der Gattin mit desaströsen Zuständen rund um Heim und Herd, derweil Bad Nauheims Pfarrer Dr. Ulrich Becke in seiner komödiantischen Rolle als Homberger Bürgermeisterin ins Blitzlichtlichtgewitter der Weltpresse in Sachen Daten-Diebstahl geriet. Standing Ovations gab es für den Auftritt der schwäbischen Urgewalt Carmen »Paula« Nader und Moni Merz als peinlich genauer Bürgermeisteramtsdiener.

Eine musikalische Silvesterparty ließen Christina Hammann, Martina Galbierz und Horst Risch steigen. »I bin a Knecht« und »Hollaröhdulliöh« sang Claudia Schlitz und riss mit ihrer tiefgründigen »Rustical«-Doppelrolle à la Wolfgang Ambros zum großen Echo hin. Unter Wiedersehensjubel drehten nach einjähriger Pause die Dorfmusikanten Erwin Walke, Georg Kipp, Reinhard Walter und Berthold Heil ihre humorvollen Runden um den Mörler Kirchturm. Der Chor der Schlümpfe stand dem Singkreis der »Bloofoiss«-Pfarrei gut zu Gesicht.



Auf süße Verführer setzten die »Schokosisters« aus der Frauengruppe der Pfarrei, bevor die Kulttruppe später noch einmal die Bühne eroberte: Ihre Rollatoren hatten die fidelen Damen gegen junge Burschen getauscht, die sie fürs Tänzchen »auf Schultern trugen«, wie es eine optische Täuschung glauben machte. Die Hebefiguren der Dance Kids vom TSV reichten bei der Show der Nachwuchspolizistinnen tatsächlich bis unter die Decke. Eine heiße Sohle legten die Fire Dancers der Feuerwehr als funkelnde Eisprinzessinnen aufs Parkett, und mit der Tanzromanze von »Singin‹ in the Rain« inspirierte die Gruppe Spirit vom TSV. Die »Bumsfidelen Sabberschlabbers« Andreas Heil und Michael Peppler läuteten mit ihrem Hitpotpourri das Finale und die XXL-Polonaise ein.

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