22. Oktober 2018, 19:36 Uhr

Gegen den Leerstand

22. Oktober 2018, 19:36 Uhr
Karl-Otto Waas (M.) mit den Teilnehmern des Rundgangs vor dem Historischen Rathaus in Reichelsheim. (Foto: pm)

»Die Situation in Reichelsheim ist sicher typisch für viele Landgemeinden: Wir weisen Neubaugebiete aus, bei denen die Grundstücke unabhängig vom Preis weggehen wie warme Semmeln, aber unsere Einwohnerzahl stagniert«, sagte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Rainer Schauermann kürzlich zu Beginn eines Rundgangs durch die Reichelsheimer Altstadt mit dem Landtagskandidaten Karl-Otto Waas. Für den Wölfersheimer Waas war es ein kurzer Weg nach Reichelsheim, und auch die Problemlagen seien ihm vertraut, sagte er. Insbesondere die Tatsache, dass Neubaugebiete aufgrund der hohen Erschließungskosten zwar neuen, aber keinen günstigen Wohnraum schaffen würden. »Bezahlbare Wohnungen auch für den kleineren Geldbeutel zu schaffen, ist eine der zentralen Herausforderungen, denen wir uns im Ballungsraum Frankfurt stellen müssen«, sagte Waas.

Die Stadt Reichelsheim hat sich im Laufe der Jahre von ehemals gemeindeeigenen Wohnungen getrennt, da die anstehenden Sanierungskosten für die kleine Gemeinde nicht mehr zu stemmen gewesen wären. »Dessen ungeachtet, sind die Reichelsheimer Sozialdemokraten nach wie vor bereit, auch städtische Mittel in die Schaffung von günstigem Wohnraum zu investieren, sofern geeignete Rahmenbedingungen bestehen«, sagte der Parteivorsitzende. Schauermann weiter: »Wir haben keine eigene Wohnungsbaugesellschaft und auch weder die finanziellen Mittel noch die Expertise, um als Stadt selbst als Investor aufzutreten. Wir haben deshalb ausdrücklich die Initiative unseres ehemaligen Landrats Joachim Arnold begrüßt, gemeinsam mit anderen Kommunen und dem Wetteraukreis einen Zweckverband ›Sozialen Wohnungsbau‹ zu gründen.«

Die Umnutzung von ehemals landwirtschaftlich genutzten Nebengebäuden zu Wohngebäuden stelle eine besondere Herausforderung dar. Zimmermann Waas: »Wichtig ist eine Einschätzung, worauf man sich bei einem Objekt einlässt. Überraschungen können teuer kommen.« Entscheidend sei, dass die Eigentümer von einem geänderten Nutzungskonzept überzeugt seien und ihnen mit fachlichem Rat, mit Unterstützung bei Beantragung von Zuschüssen und beim Finanzieren weitergeholfen werde. Hier sei auch und gerade die Kommune gefordert. »Wir sind gerne bereit, hierfür notwendige Mittel im städtischen Haushalt einzustellen«, unterstützt Schauermann diese Anregungen. Es könne jedenfalls kein Weg mehr sein, gerade in der westlichen Wetterau weiterhin wertvollen Ackerboden einer letztlich nicht zielführenden Siedlungsentwicklung zu opfern. Eine Lösung des Leerstandsproblems in den alten Ortskernen müsse Vorrang vor dem Ausweis weiterer Neubaugebiete haben.

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