21. März 2019, 19:49 Uhr

Gefragt wie noch nie

Sie füllen eine Nische und das sehr erfolgreich. Die Musiker der Formation Jazzsalon mischen deutschsprachige Chansons mit jazzigen Klängen und das so gut, dass sie derzeit in Frankfurt und in der Region sehr gefragt sind. Eine eigene CD ist in Planung, und bald folgt ein Auftritt im Alten Hallenbad in Friedberg. »Eine Ehre«, meint Sängerin Ev Machui.
21. März 2019, 19:49 Uhr
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Von Sabine Bornemann
Sie haben sich gesucht und gefunden: Ev Machui, Sängerin der Formation Jazzsalon, Bassist Michael Will (l.) und Pianist Andreas Müller. (Foto: pm)

Frau Chanson trifft auf die Herren Jazz.« Das sagt Ev Machui über sich und ihre Bandkollegen des Jazzsalons. Und wer denkt, beim Jazzsalon geht es musikalisch »nur« um Jazz, liegt falsch. Die drei Musiker füllen eine Nische, spielen Töne, die es so sonst nicht zu hören gibt. So erfolgreich, dass sie momentan aus der ganzen Region angefragt werden und auftreten können. Ein Luxus. »Das hätte ich vor Jahren nie gedacht«, sagt Machui. Zusammen mit Pianist Andreas Müller und Bassist Michael Will ist sie seit 2007 als Sängerin mit dem Jazzsalon unterwegs. Das Geheimnis: Deutschsprachige Chansons werden jazzig arrangiert. Da erinnern Lieder an die Chansonzeit von Manfred Krug, es erklingen Stücke der großen Hildegard Knef oder von der etwas in Vergessenheit geratenen Greta Keller.

Wurzeln in der Wetterau

Das ist aber nicht alles. Sehr gefragt beim Publikum sind die Eigenkompositionen des Jazzsalons. »Immer wieder werden wir gefragt, mehr von unseren eigenen Stücken zu spielen«, sagt Machui. Deshalb ist auch eine eigene CD in Planung. Die Produktion dazu zeitlich auf die Beine zu stellen, ist aber gar nicht so einfach. Denn alle Musiker gehen noch einem Hauptberuf nach. Machui und Müller sind Lehrer, Will ist Ingenieur.

Aktuell bereiten sich die Musiker auf ihren Auftritt im Alten Hallenbad in Friedberg vor. »Wir waren wirklich überrascht, von dort eine Anfrage zu bekommen, und fühlen uns geehrt«, meint die Sängerin. Am Sonntag, 31. März, werden sie dort eine Jazz-Matinee spielen, also am Vormittag im Alten Hallenbad auftreten. »Das ist etwas ganz Neues«, freut sich Machui.

Musikalisch haben sich die drei schon vor vielen Jahren gefunden und all ihre Leidenschaften miteinander verbunden. Müller und Will sind studierte Jazzer, Machui hat die Liebe zu Chansons von ihren Eltern »geerbt«. Die Wurzeln der Musiker führen in die Wetterau oder zumindest in die Region. Machui hat lange in Gießen gelebt, ist dann nach Frankfurt gezogen. Andreas Müller kommt aus Steinfurth, Michael Will aus Rosbach. Beim Auftritt im Alten Hallenbad freut sich Machui besonders auf den engen Kontakt zum Publikum. »Die Rückmeldungen zu unseren eigenen Liedern sind überwältigend«, sagt die Sängerin. Die Texte drehen sich um den Alltag und sind ganz nah am Menschen. Lieder über Trennung, das Leben in der Stadt, Veränderungen, Liebe, aber auch den Tod.

Oftmals entstehen die Lieder buchstäblich in den Ferien: Machui textet viel im Urlaub, ein Liederzyklus ist auf Gomera entstanden. Da kann es auch mal vorkommen, dass sich die Musiker in den Ferien wortwörtlich einschließen und am Stück texten und komponieren.

Es kann aber auch sein, dass Machui spontan etwas durch den Kopf geht, wenn sie in Frankfurt in einem ihrer Lieblingscafés sitzt und einen Text schreibt. Wie beim Lied »Liebling Frühling«. »Dann nehme ich das Handy und summe auch noch die Melodie hinein. Wunder der modernen Technik.«



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