14. Februar 2017, 08:00 Uhr

Stallpflicht gelockert

Geflügel darf wieder ins Freie

Das Veterinäramt hat die Stallpflicht für Geflügel wegen der Vogelgrippe teilweise aufgehoben.
14. Februar 2017, 08:00 Uhr
PRW
Weil Zugvögel im Bingenheimer Ried rasten, gilt es als Risikogebiet für die Vogelgrippe. In den Kommunen rundherum bleibt es daher bei der Stallpflicht. (Archivfoto: H. Kaszowski)

Geflügel darf nun wieder ins Freie gelassen werden – allerdings nicht in den Städten und Gemeinden rund ums Bingenheimer Ried.

Seit fast drei Monaten gilt in Hessen inzwischen die Aufstallpflicht. Eine neue Risikoeinschätzung hat nun dazu geführt, sie zu lockern. Laut Erlass des hessischen Ministeriums für Umwelt, Klima, Landwirtschaft und Verbraucherschutz dürfen Veterinärbehörden nun erlauben, dass das Geflügel die Ställe wieder verlassen darf. Ausschlaggebend für diese Entscheidung im Wetteraukreis waren insbesondere tierschutzrelevante Gründe, teilen Landrat Joachim Arnold und Veterinäramtsleiter Dr. Rudolf Müller mit.

Die Stallpflicht gilt ab sofort nur noch in den Risikogebieten, denn dort, wo sich Rast- und Ruheplätze von Zugvögeln befinden, ist das Risiko der Übertragung der Infektion auf Hausgeflügel besonders hoch. Daher ist die Aufstallung des Geflügels in gewässernahen Gebieten rund ums Bingenheimer Ried nach wie vor Pflicht. Betroffen sind die Kommunen Florstadt, Nidda, Reichelsheim, Echzell und Wölfersheim. Geflügel muss dort wie gehabt entweder in geschlossenen Ställen oder in Volieren mit vollständig überdachten und an allen Seiten vogeldicht abgegrenzten Ausläufen gehalten werden.

Darüber hinaus bleiben Börsen und Märkte sowie Veranstaltungen ähnlicher Art, bei denen Geflügel gehandelt oder zur Schau gestellt werden, weiter hessenweit verboten. Die Einschleppungswege sind nach wie vor nicht abschließend geklärt. Eine Erkrankung des Menschen durch dieses Virus ist bislang weltweit nicht nachgewiesen.

Im Landkreis Gießen wurde ein mit H5N8 infizierter Silberreiher im Lückenbach in der Nähe der Grube Fernie gefunden. Hier werden um den Fundort ein Sperrgebiet im Umkreis von einem Kilometer und ein Beobachtungsgebiet im Umkreis von drei Kilometern eingerichtet.

Genaue Karten, wo die Stallpflicht noch gilt und wo nicht mehr, sollen in Kürze auf der Homepage des Wetteraukreises (www.wetteraukreis.de) einzusehen sein. Für Rückfragen stehen die Amtstierärzte unter Telefon 0 60 31/83 24 01 zur Verfügung.



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