18. September 2019, 05:00 Uhr

Disput im Parlament

Gefährlicher Schulweg in Rödgen: Eltern fordern Querungshilfe

Bevor in Rödgen die Schule beginnt, kommt es zu immer den gleichen Szenen: Jungen und Mädchen rennen zwischen Autos über die Fahrbahn. Mütter begleiten Kindergruppen mittlerweile zur Schule. Denn einen gesicherten Überweg gibt es nicht.
18. September 2019, 05:00 Uhr
Weil auf der Rödgener Hauptstraße ein gesicherter Übergang fehlt, begleiten Mütter die Kinder zur Wettertalschule in dem Bad Nauheimer Stadtteil. (Fotos: Ihm-Fahle)

Ein Junge rollert den Bürgersteig entlang, unmittelbar vor ihm stößt ein Auto rückwärts aus der Hauseinfahrt heraus. Es ist morgens, halb acht. Kinder gehen durch Rödgen zur Wettertalschule, sie tragen Tornister auf dem Rücken. Der Verkehr brummt um diese Uhrzeit. Einen sicheren Straßenübergang gibt es nach Ansicht von Eltern- und Ortsbeirat nicht, was jüngst zu einem Disput im Bad Nauheimer Parlament führte.

Bereits seit Jahren besteht die Forderung nach einer Querungshilfe auf der Rödger Hauptstraße, nahe der Wettertalstraße, die zur Grundschule hochführt. Wie die FDP-Fraktion im Stadtparlament und Ortsvorsteherin Gisela Babitz-Koch (CDU) gegenüber der WZ verdeutlichen, dauert ihnen der Vorgang zu lang.

Ein Mädchen flitzt an der Ecke Brückenstraße/Rödger Hauptstraße schnell über die Fahrbahn, Schüler rennen zwischen Fahrzeugen hindurch, um den Bus nach Bad Nauheim zu erreichen. Vom Goldstein kommen nach und nach Gruppen mit Kindern, Mütter begleiten die unteren Klassen auf dem Weg zur Wettertalschule. Eine von ihnen ist Martina Exeler, die dies im Wechsel mit anderen Mamas tut. »Wir machen das, weil der Übergang über die Straße zu wünschen übrig lässt«, sagt sie. Laut der Elternbeirätin ist es Ziel, dass die Kinder lernen, allein über die Straße zu gehen. »Aber das funktioniert hier gar nicht.«

Zwar liegt eine provisorische Querungshilfe dort, wo die Brückenstraße in die Rödgener Hauptstraße mündet. »Doch die befindet sich direkt vor der Kurve - das ist unübersichtlich. Die Stelle ist nicht einsehbar«, stellt Exeler fest. Schon vor über vier Jahren habe eine Begehung mit Ordnungsbehörden stattgefunden. Doch es tue sich nichts.

Die städtische FDP-Fraktion hat kürzlich eine große Anfrage an den Magistrat gestellt. Bei der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments hakte Fraktionsvorsitzender Benjamin Pizarro nach. Denn durch die schriftlichen Antworten der Stadtverwaltung sah er nicht alles geklärt. Wie Pizarro voranschickte, habe die Verwaltung die Verzögerungsgründe für das seit 2017 geplante Projekt erläutert - frühestens 2020 werde nun als Termin genannt. Unter anderem habe dies offenbar daran gelegen, dass der Wetteraukreis für den betreffenden Straßenabschnitt zuständig ist. Und die Kreisbehörde soll zunächst abgelehnt haben, da die Stelle nicht im offiziellen Schulwegplan liege und eine Begründung für die beantragte Änderung fehle.

Diese wurde laut dem Magistrat aber Ende 2018 nachgereicht, aktuell prüfe Hessen-Mobil die Unterlagen. Der Magistrat habe alles unternommen, heißt es weiter, aber es müsse erst Baurecht geschaffen werden. Pizarro sprach Kommunikationsmängel an, beispielsweise: »Sie haben den Ortsbeirat erst im Ende Oktober 2018 über ein Ablehnungsschreiben des Wetteraukreises aus dem Februar desselben Jahres informiert.« Es frage sich, was die Verwaltung so lange getan habe. Pizarro kritisierte auch den Umgang mit dem Ortsbeirat, dem offenbar nicht die nötige Bedeutung beigemessen werde. »Wann wird das Projekt realisiert?«, fragte er.

Kreß: Ausführlich informiert

Bürgermeister Klaus Kreß (parteilos) wies zurück, sich nicht ausreichend um den Ortsbeirat zu kümmern. »Die Verwaltung hat ausführlich informiert und steht mit dem Gremium stetig in Kontakt«, betonte er. Gegenüber der WZ äußerte er die Ansicht, dass Ortsvorsteherin Babitz-Koch »die Informationsweitergabe in ihrem Ortsbeirat überarbeiten sollte«. Die Ortsvorsteherin beschrieb den Vorgang aus ihrer Sicht; als längeres Hin und Her mit verschiedenen Stellen. Dabei sei sie auch aufgefordert worden, sich um den Schulwegeplan zu kümmern, für den sie nicht zuständig sei. »In der Kernstadt stehen Hilfspolizisten morgens an den Zebrastreifen - in Rödgen müssen die Elternteile die Kinder begleiten.« Es müsse endlich etwas passieren.

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