Wetterau

Gedenktafel eingelassen

Bei einer Gedenkveranstaltung anlässlich des 75. Todestages von Adolf Reichwein wurde ihm zu Ehren eine Gedenktafel in den Boden der nach ihm benannten Straße eingelassen. Mit Sabine Reichwein, der Tochter des Pädagogen, der aktiv im Widerstand gegen die NS-Diktatur war, legten Bürgermeister Steffen Maar und Blütenkönigin Franziska I. einen Kranz nieder. Der Posaunenchor unter Leitung von Hilmar Koch untermalte die Feierlichkeit.
25. Oktober 2019, 18:32 Uhr
Redaktion

Bei einer Gedenkveranstaltung anlässlich des 75. Todestages von Adolf Reichwein wurde ihm zu Ehren eine Gedenktafel in den Boden der nach ihm benannten Straße eingelassen. Mit Sabine Reichwein, der Tochter des Pädagogen, der aktiv im Widerstand gegen die NS-Diktatur war, legten Bürgermeister Steffen Maar und Blütenkönigin Franziska I. einen Kranz nieder. Der Posaunenchor unter Leitung von Hilmar Koch untermalte die Feierlichkeit.

Neben Maar richteten Dr. Konrad Vanja, Vorsitzender des im letzten Jahr aufgelösten Adolf-Reichwein-Vereins sowie Dr. Carsten Wenzel, Vorsitzender des Heimatgeschichtsvereins, tief greifende Worte an die Gäste. Gerade in der heutigen Zeit sei es wichtig, über die ereignisreichen Jahre und die Bedeutung des Pädagogen und Politikers Adolf Reichwein zu berichten, so der Tenor.

Reichwein habe sich gerne an sein Leben in Rosbach erinnert, hieß es. Hier habe er eine enge Beziehung zur Natur und die daraus resultierenden Lebensideen entwickelt, unter anderem seine späteren Aktivitäten als Widerstandskämpfer. Er habe sich für eine gerechtere Gesellschaftsordnung sowie eine neue Grundlage für die im Weltkrieg zerstörte Kultur eingesetzt. Mit seiner Tätigkeit in der Volksbildung habe er dazu beizutragen versucht, die Kluft zwischen Arbeitern, Bauern und Studenten zu überwinden. »Sein politisches Engagement stieß zur damaligen Zeit auf großen Widerstand und war schließlich 1944 sein Todesurteil.« Reichwein war der bedeutendste Rosbacher Bürger des 20. Jahrhunderts, waren sich die Redner einig.

Sabine Reichwein war sichtlich gerührt von diesen Worten und bedankte sich herzlich bei der Stadt und allen Anwesenden. Bei einem abschließenden Essen blieb viel Zeit für einen ausführlichen Austausch.

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