29. September 2017, 20:00 Uhr

Fürstbischöfe und Neumänner

29. September 2017, 20:00 Uhr
In Würzburg genießt die Gruppe den wunderbaren Blick über den Main. Später geht es mit dem Schiff noch nach Veitshöchheim. (Foto: pv)

Neugierig auf Würzburg und Veitshöchheim, das waren die Frauen und Männer des RC Ilbenstadt, sind doch diese Orte durch die Herrschaft der Würzburger Fürstbischöfe geprägt. Diese hinterließen in »Sichtweite der Säkularisation« in verschwenderischer Fülle prunkvoll ausgestattete Gebäude, Parkanlagen und mehr. Am Bürgerhaus in Ilbenstadt stieg die Reisegruppe gut gelaunt in den Bus. Auf dem Weg nach Würzburg wurde noch ein Sektfrühstück eingenommen und so traf man gestärkt auf dem Residenzplatz Würzburg ein.

Und schon ging es zur Besichtigung der 1781 unter der Federführung Balthasar Neumanns vollständig fertiggestellten Residenz. Das Zeitalter des Barock war zwar verlassen, doch in der Fassade und noch in manchen Räumen präsent. Aber die Stilepoche des Rokoko spiegelte sich mit ihren asymmetrischen, zierlich verspielten und vor allem verschwenderisch eingesetzten Formen unübersehbar wider. Spannend dieses Miteinander der Stilepochen, die wirksam auch in der Raumaufteilung zu spüren waren, mit der die Fürstbischöfe und letztlich auch der Kaiser, für den ein Appartement bereitgehalten wurde, ihre Macht durch die Art des Empfanges, die Gestaltung der Umgebung für kürzere oder längere Kontakte nach außen kehrten.

Weltgrößtes Deckenfresko

Am Beginn der Führung fesselte im Treppenhaus jedoch das weltgrößte Deckenfresko des Italieners Giovanni Battista Tiepolo. Auf gut 580 Quadratmetern wird der Fürstbischof Carl Philipp von Greiffenclau zu Vollraths als Bewahrer und Förderer der Künste in der Darstellung der seinerzeit bekannten vier Kontinente verherrlicht. Interessant wie seinerzeit die Welt gesehen und (miss-)verstanden wurde. Ein sehenswertes Fresko, das die Gruppe in den Bann zog, aber noch nicht alle Geheimnisse auf den ersten oder zweiten Blick offenbarte.

Nach der Hofkirche und dem Rokokogarten ging es dann durch Würzburg zur alten Mainbrücke, von der bei einem Glas Wein ein wundervoller Blick zur Marienfeste genossen werden konnte. Von dort aus war es nicht mehr weit zum 1773 fertiggestellten Hafenkran »Alter Kranen« einer Arbeit von Balthasar Neumanns Sohn Franz. Unweit davon wurde die Promenade am Mainufer verlassen, mit dem Schiff strebte man Veitshöchheim entgegen. Nach angenehmer Fahrt wurde in der Kleinstadt mit knapp 10 000 Einwohnern angelegt und nahe der Anlegestelle wurde das 1680 bis 1682 erbaute Schloss Veitshöchheim angesteuert.

Wie konnte es auch anders sein, Auftraggeber war wiederum ein Fürstbischof gewesen und auch Balthasar Neumann legte von 1749 bis 1753 Hand an. So war sichergestellt, dass der Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn nicht nur in Würzburg standesgemäße Räumlichkeiten für sich und seine Umgebung nebst Gästen vorhielt. Dass die rege Bautätigkeit und die Kunst am Bau Auswirkungen auf den Anzug der Steuerschraube hatten, versteht sich von selbst. Doch zurück zu Veitshöchheim, in dem 1249 Heinrich Raspe nach der Absetzung Friedrich II. durch Papst Innocent IV. zum Gegenkönig gewählt wurde. Der Schwerpunkt am Ende des Ausflugsprogrammes lag auf der Besichtigung des Rokokogartens des Schlosses. Danach ließ man die Eindrücke in geselliger Runde in einem Biergarten am Main Revue passieren.

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