19. April 2019, 16:00 Uhr

Musical

Für zwei Wetterauerinnen wird ein Traum wahr

Sie lieben die Wetterau und das Musical: Alena Neubert und Marie Winter. Die jungen Frauen aus Friedberg und Bad Nauheim sind talentiert und erfolgreich.
19. April 2019, 16:00 Uhr
Sie erwecken das Musical »Amazing Grace« zum Leben (v.l.): Mary Carmen Rönninger (Die Angst), Falk Schuch (Notar und William Cowper), Dominik Heinz (John Newton), Alena Neubert (Polly Maria Catlett), Nele Janßen (John Newton als Kind), Marie Winter (Mutter und Die Gleichgültigkeit) und Gerald Stapfer (Der Hass). (Fotos: tbt-productions.com)

Alena Neubert hat ihre eigene Musical-Produktionsfirma gegründet. Ein Ergebnis: »Amazing Grace«, das demnächst in Friedberg aufgeführt wird. Dominik Heinz spielt John Newton, Neubert die weibliche Hauptrolle, gleichzeitig produziert sie. Winter hat eine Doppelrolle. Was das bedeutet, erzählen die Darstellerinnen im Interview.

Frau Neubert, Sie haben schon viele erste Musik-Preise gewonnen Jetzt haben Sie die Produktionsfirma »The Brentwood Theatrical Productions« gegründet. Wie kam das?

Alena Neubert: Für mich stand schon früh fest, dass ich Musicaldarstellerin werden will. Das war und ist mein Traumberuf. Die Idee zur Gründung einer eigenen Produktionsfirma kam mir während meiner Ausbildung.

Was ist Ihnen dabei wichtig?

Neubert: Dass der Umgang untereinander fair und freundlich ist und dass man sich gegenseitig unterstützt und schätzt. Im Theaterbusiness ist dies leider nicht immer der Fall. Aber bei den Brentwood Theatrical Productions stehen Fairness und ein gutes Miteinander im Mittelpunkt. Genau das war mein Ziel.

Sie übernehmen die Hauptrolle im Stück und produzieren gleichzeitig. Wie schaffen Sie diesen Spagat?

Neubert: Ja, man kann das tatsächlich als Spagat bezeichnen. Es ist eine riesige Ehre und Freude für mich, sowohl als Darstellerin als auch als Produzentin arbeiten zu dürfen.

Ist die Rolle der Polly Maria Catlett für Sie eine Traumrolle?

Neubert: Definitiv. Ich liebe es jedes Mal wieder aufs Neue, mich in diese Rolle hineinzuversetzen und sie darzustellen. Hierbei ist mir wichtig, der historischen Person gerecht zu werden, denn unser Musical basiert auf einer wahren Geschichte. Polly und John haben tatsächlich existiert.

Dann kommen die Aufgaben als Produzentin hinzu.

Neubert: Während der Proben bin ich neben unserem Regisseur Dominik Heinz immer Hauptansprechpartnerin, wenn es um Fragen der Darsteller oder der Techniker geht. Da habe ich immer ein offenes Ohr. Es ist mir wichtig, dass jeder Ideen in die Show einbringen kann.

Sie sind in Friedberg aufgewachsen, haben 2014 ihr Abitur am Burggymnasium gemacht. Welche Erinnerungen haben Sie an die Wetterau?

Neubert: Ich liebe Friedberg und die Wetterau und bin meiner Heimat treu geblieben. Es ist eine große Freude für mich, Musicals hier zu produzieren. Schließlich hat Friedberg eine tolle Lage – in direkter Nähe zu Frankfurt.

Wie war es am Burggymnasium?

Neubert: Meine Schulzeit am Burggymnasium habe ich sehr genossen. Ich habe dort so viele liebe Menschen kennengelernt, und die Atmosphäre dort ist einfach unbeschreiblich. Ich denke immer noch sehr gerne an diese Zeit zurück.

Wie lernten Sie Marie Winter kennen?

Neubert: Bevor mein Album auf den Markt kam, war ich schon diverse Male als Studiosängerin für das Label nuvicon tätig. Marie habe ich auf diesem Weg kennengelernt. Sie war vor dem Erscheinen ihrer ersten Solo-Single ebenfalls Studiosängerin bei nuvicon. Wir haben beide für dasselbe Stück im Background gesungen und sind inzwischen richtig gute Freundinnen.

In »Amazing Grace« stehen sie zusammen auf der Bühne. Man verbringt sehr viel Zeit miteinander. Wie klappt das?

Neubert: Die Arbeit im Musical macht so viel Spaß, und ich bin so glücklich darüber, dass unser Cast genau so ist, wie er ist. Wir verstehen uns alle blendend und sind eine tolle Gruppe.

Der Basilikachor aus Ilbenstadt wird im Musical mitwirken. Wie laufen die Proben?

Neubert: Es freut uns sehr, dass der Basilikachor Ilbenstadt in unserem Musical mitwirken wird. Chorleiter Jan Frische, unser Regisseur Dominik Heinz und ich sind in regelmäßigem Kontakt, was die Proben und Fortschritte seitens des Chores sowie der Darsteller betrifft.

Premiere des Musicals ist am 30. April in der Friedberger Stadthalle. Sind Sie vor einem Auftritt in der Heimat nervöser als sonst?

Neubert: Ich bin sehr heimatverbunden. Die meisten meiner Auftritte bisher waren hier in Hessen, vermehrt in Friedberg und Umgebung. Ich bin sehr gespannt und kann es gar nicht abwarten bis zur Premiere. Ich glaube, dass ein gewisses Pensum an Nervosität einfach dazugehört, aber hauptsächlich bin ich voller Vorfreude. Wieder einmal in der Stadthalle auftreten zu dürfen – und diesmal sogar mit meiner eigenen Produktion ist ein wahrgewordener Traum.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

Neubert: Mein Wunsch ist es, eines Tages ein Musical-Theater hier in meiner Heimat, vor den Toren Frankfurts zu errichten und dort natürlich auch zu spielen.

Frau Winter, derzeit haben Sie alle Hände voll zu tun. Sie machen ein Freiwilliges Soziales Jahr an einer Wetterauer Grundschule, leiten einen Kinderchor und spielen in »Amazing Grace« eine Doppelrolle. Wann haben Sie eigentlich frei?

Marie Winter: Sie haben Recht, man könnte sagen, ich habe nie frei. Das schöne ist aber, dass ich mich nur für Projekte verpflichtet habe, die ich auch sehr gerne mache.

Bekannt wurden Sie mit Ihrer Single »Leinen los, der Sonne entgegen«, die Sie in der Sendung »Immer wieder sonntags« in der ARD vorgestellt haben. Wie war es, plötzlich im Fernsehen zu sein?

Winter: Tatsächlich war es für mich eine große Ehre und ein riesiger Schritt für meine künstlerische Laufbahn. Ich wollte es unbedingt gut machen und ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich nicht aufgeregt war. Seit meiner Kindheit stehe ich auf der Bühne. Ein Fernsehauftritt ist auf den ersten Blick nichts anderes als ein Bühnenauftritt, nur eben vor Kameras.

In »Amazing Grace« spielen Sie eine Doppelrolle. War das eine besondere Herausforderung?

Winter: Auf jeden Fall! Ich spiele am Anfang die Mutter John Newtons. Eine gläubige, selbstlose Frau des 18. Jahrhunderts. Sobald die Szene vorbei ist, muss ich mich innerhalb kürzester Zeit in eine komplett gegensätzliche Figur verwandeln. Nicht nur Kostüm, Frisur und Schminke müssen geändert werden, sondern auch meine innere Haltung. Ich habe weniger als eine halbe Stunde, um zwischen zwei Figuren umzuschalten, die Welten von einander entfernt sind.

Wie machen Sie das?

Winter: Der Trick ist, den Charakter mental mit dem Kostüm zu verbinden. So kann ich, wortwörtlich aus der Mutterrolle herausschlüpfen und in kürzester Zeit »Die Gleichgültigkeit« werden.

Letztes Jahr haben Sie Abitur an der Ernst-Ludwig-Schule in Bad Nauheim gemacht. Soll es jetzt zum Berufsstart dauerhaft ins Showgeschäft oder auf die Bühne gehen?

Winter: Ich habe einen sehr guten Abiturdurchschnitt und bin vielseitig interessiert. Deshalb möchte ich auf jeden Fall studieren. Es bedarf viel Organisation, aber eine akademische Bildung und eine Bühnenkarriere lassen sich kombinieren.

Wie sehen die musikalischen Pläne aus? Ist eine weitere CD in Arbeit?

Winter: Ich bin momentan an sehr vielen Projekten beteiligt, und es sind weitere in Planung. Eine neue CD gehört auch dazu.

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