Wetterau

Für ein würdevolles Lebensende

Innovation, Nachhaltigkeit Übertragbarkeit – diese Kriterien sind entscheidend für die Preisvergabe des diesjährigen Hessischen Demografiepreises, der unter dem Motto »Wo Ideen Freiräume haben! Leben auf dem Land« von der Landesregierung verliehen wird. Unter 91 eingereichten Bewerbungen wurde die Initiative »Gemeindenaher Hospizplatz« der Hospizhilfe Wetterau in Friedberg neben fünf weiteren Projekten von einer unabhängigen Fachjury für den Preis nominiert.
20. Juli 2018, 20:26 Uhr
Redaktion
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Maria Schmukat zeigt Axel Wintermeyer (M.) ein Zimmer des gemeindenahen Hospizplatzes in Friedberg. Möglicherweise wird die Initiative am 6. September als Gewinner des Demografiepreises ausgewählt.

Innovation, Nachhaltigkeit Übertragbarkeit – diese Kriterien sind entscheidend für die Preisvergabe des diesjährigen Hessischen Demografiepreises, der unter dem Motto »Wo Ideen Freiräume haben! Leben auf dem Land« von der Landesregierung verliehen wird. Unter 91 eingereichten Bewerbungen wurde die Initiative »Gemeindenaher Hospizplatz« der Hospizhilfe Wetterau in Friedberg neben fünf weiteren Projekten von einer unabhängigen Fachjury für den Preis nominiert.

Spenden und Sponsoren wichtig

Staatsminister Axel Wintermeyer, Chef der Hessischen Staatskanzlei und Demografiebeauftragter der Landesregierung, besuchte kürzlich im Rahmen seiner Sommerreise das Hospizhaus in der Friedberger Fichtenstraße 4. Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende des Hospizvereins, Gisela Theis, konnte sich Wintermeyer bei einer Führung durch das Haus und den Garten ein erstes Bild von der Initiative »Gemeindenaher Hospizplatz« machen. Das Haus ist eines der Begegnung und des Lebens, in dem alle übrigen Angebote der Hospizgruppe stattfinden. Diese sind Qualifizierungskurs Sterbebegleitung, Fortbildungen, Trauerbegleitung, Abschieds-Chor, Öffentlichkeitsveranstaltungen und Projektarbeit. Zwei Räume für Angehörige stehen zur Verfügung. Ein Netzwerk, bestehend aus Palliativ-Care-Fachkräften, Hausarzt und Pflegedienst, gewährleistet die Betreuung.

Neben einem Gespräch mit dem Vereinsvorstand und der hauptamtlichen Koordinatorin Maria Schmukat über die ethischen Grundlagen sowie die Entwicklung und Umsetzung des Konzeptes nahm sich der Staatsminister Zeit für einen Erfahrungsaustausch mit den ehrenamtlichen Hospizbegleitern. Diese berichteten über ihre Eindrücke, die sie durch die erste Gast-Belegung des Hospizplatzes ab Anfang Mai sammeln konnten.

Das Betreuungsnetzwerk für diese Art der Hospizbegleitung finanziert sich bis auf die ärztliche und fachpflegerische Komponente ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sponsoren. »Gerade im Hinblick auf die Auswirkungen des demografischen Wandels, der sich vor allem in ländlichen Regionen bemerkbar macht, leistet die Initiative ›Gemeindenaher Hospizplatz‹ wertvolle und vorbildliche Arbeit, um die dortige Lebensqualität und die Stärkung der Gemeinschaft zu erhöhen«, nannte Wintermeyer die Begründung für die Nominierung.

Sozial eingebunden und wohnortnah

»Neben der bereits etablierten ambulanten Hospizbegleitung bietet die Hospizhilfe Wetterau in Friedberg nun Sterbenden und deren Angehörigen wohnortnah einen Ort, an dem sie ihren Lebensweg umsorgt, sozial eingebunden und selbstbestimmt zu Ende gehen können.«

Am 6. September werden alle Nominierten und die ausgewählten Preisträger von Ministerpräsident Volker Bouffier empfangen beziehungsweise ausgezeichnet. Alle Mitglieder des Hospizvereins hoffen, den Hessischen Demografiepreis mit nach Friedberg bringen zu können.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/friedbergbadnauheim/Wetterau-Fuer-ein-wuerdevolles-Lebensende;art472,461327

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