07. April 2019, 20:18 Uhr

Für die Zukunft des Waldes

07. April 2019, 20:18 Uhr
Harte Arbeit im weichen Waldboden: Bürgermeister Steffen Maar (l.) und Revierförster Michael Knebel packen gemeinsam an. (Fotos: lh)

»Wenn Sie heute hier eine Eiche pflanzen, übernehmen Sie für 150 Jahre die Verantwortung dafür«, meinte Bürgermeister Steffen Maar, als er rund 80 freiwillige Helfer im Rosbacher Wald oberhalb der »Dicken Eiche« bei der Baumpflanzaktion begrüßte. Seit 2015 ist es eine gute Tradition, dass engagierte Bürger zu Hacke und Spaten greifen, um durch das Setzen von Laubbäumen die Trinkwasser-Vorräte in der Gemarkung nicht versiegen zu lassen und die Vielfalt der hiesigen Wälder zu fördern.

2000 junge Eichen – also doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren – hatte Revierförster Michael Knebel mitgebracht, um sie nach dem Motto »Mehr Wald, mehr Mensch« in die Erde setzen zu lassen. Hessen-Forst, BUND und NABU hatten beim Rosbacher Forum zusammen der Stadt dazu aufgerufen, einen Samstagvormittag in die Zukunft des Waldes zu investieren. Viele junge Familien hatten sich für das Projekt begeistern lassen und zogen – teilweise mit einem eigenen Spaten unterm Arm – die Taunushöhe hinauf bis zur markierten Pflanzstelle. Wem der Weg zu Fuß zu beschwerlich war, wurde mit einem Shuttlebus im Stundentakt hinauf- oder heruntergebracht. Doch viele nutzten die Gelegenheit zu einem Wochenend-Waldspaziergang oder fuhren mit dem Fahrrad den Berg hinauf.

Zwischen dicker Eiche und »Saukopf« hatten die Männer vom Bauhof das Areal für die Bepflanzung vorbereitet. Der vordere Teil der Pflanzfläche war für den Baum des Jahres, die Flatterulme, reserviert. Dass ihre Stämmchen mit einem weiß-roten Flatterband markiert wurden, mag ein Zufall gewesen sein – oder auch nicht. Der übrige Bereich gehörte der Eiche. »Die Eiche könnte eine Baumart sein, die dem Klima der Zukunft gewachsen ist«, hatte es in dem Flyer geheißen, der im Hinblick auf das bevorstehende Blütenfest Ende April an alle Haushalte verteilt worden war. Der Baum liefere wertvolles Holz und sei Heimat für Hirschkäfer, Mittelspecht und viele andere Tierarten. Vor dem »Baumstückchen« erwartete die Helfer ein buntes Mitmachprogramm zum Thema Wald sowie eine »rollende Waldschule«, bei der man sich auch über die Vielfalt der heimischen Fauna informieren konnte. Für alle Eichenpflanzer lagen Urkunden bereit, die die erfolgreiche Teilnahme an dem Umweltprojekt bescheinigten.

Bevor es zur Urkunden-Verleihung kam, war allerdings eine Menge zu tun. Unter dem weichen Waldboden wimmelte es nämlich von Wurzeln und Ästen, um die man sich erst herumarbeiten musste. Manch ein Knirps hatte es da mit einem kleinen, schmalen Schäufelchen leichter als ein starker Papa mit einem großen Spaten. Gemeinsam war man aber doppelt stark und meisterte die Aufgaben perfekt. Und während die einen noch mit Buddeln und Setzen beschäftigt waren, rollten die Mädchen und Jungen von der Jugendfeuerwehr bereits die Schläuche aus. Sie waren nämlich anschließend für das Bewässern der Jungbäume zuständig. »Die Bäume aus der letzten Pflanzaktion sind alle bestens angewachsen«, merkte Sigrid Braun-Sill an. Wenn das kein Kompliment ist.

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