Wetterau

Für Florstadts Schönheit werben

Die Stadt tritt zum 1. Januar 2020 der Tourismus-Region Wetteraukreis bei. Das hat das Parlament in seiner jüngsten Sitzung entschieden. Viele Jahre hatte Florstadt nur wenige touristische Höhepunkte zu bieten, für die kein eigenes Vermarktungskonzept nötig war, geschweige denn der Beitritt zu einer einschlägigen Gesellschaft. Die SPD-Fraktion listete jetzt eine Reihe von Glanzlichtern auf, sodass ein Umdenken aller Stadtverordneten erfolgte.
14. Oktober 2019, 20:11 Uhr
Stephan Lutz
dab_vorrat-B_104540
Eines von Florstadts Glanzlichtern: Schloss Ysenburg in Staden. (Foto: Rosemarie Rejek)

Die Stadt tritt zum 1. Januar 2020 der Tourismus-Region Wetteraukreis bei. Das hat das Parlament in seiner jüngsten Sitzung entschieden. Viele Jahre hatte Florstadt nur wenige touristische Höhepunkte zu bieten, für die kein eigenes Vermarktungskonzept nötig war, geschweige denn der Beitritt zu einer einschlägigen Gesellschaft. Die SPD-Fraktion listete jetzt eine Reihe von Glanzlichtern auf, sodass ein Umdenken aller Stadtverordneten erfolgte.

Lothar Hartmann erinnerte an das Saalbau-Museum mit der Ausstellung zum Motorradkonstrukteur Friedel Münch, den Ausbau von Nidda- und Limesradweg mit dem Knotenpunkt beider Routen in Staden und die 2020 kommende Anbindung an den Vulkanexpress. Die Stadt erwarb das Grundstück, auf dem sich ein römisches Kastell befand, seit Neuestem gibt es den Rad- und Wanderweg »Florstädter Stern«, zuvor wurde in Leidhecken ein Wanderweg um die Ortslage ausgeschildert, und im Natur- und Landschaftsschutzgebiet zwischen Nieder-Mockstadt, Staden und Leidhecken hat man drei Vogelbeobachtungsstationen errichtet.

5000 Euro Jahresgebühr

Als weitere Highlights nannte Hartmann die Aufarbeitung des einstmals jüdischen Lebens in den Stadtteilen durch Buchprojekte, »Stolpersteine« in Nieder-Mockstadt und Gedenkplaketten an allen ehemaligen Synagogen. Passend dazu folgte die interaktive App der Jugendpflege über das jüdische Leben in Nieder-Florstadt. Der sanierte Ortskern von Staden mit dem Schlosshotel Ysenburg, die Möglichkeit, in Florstädter Schlössern zu heiraten, Erlebnispunkte für Rad- und Wandertouristen, vielfältige Einkaufsmöglichkeiten, Aufenthalts- und gastronomische Angebote sowie drei Tankstellen wurden ebenfalls aufgezählt. Genau wie die Projekte, die noch in der Pipeline sind: Wohnmobilhafen am Bauhof Ober-Florstadt, Sichtbarmachung des Kleinkastells bei Staden und Schnellradweg nach Friedberg.

Außerdem wies die SPD darauf hin, dass die Bemühungen, Florstadt aus touristischer Sicht interessanter zu gestalten, damit keineswegs beendet seien. »Um alles zu bündeln und in ein regionales Konzept einzuweben, halten wir den Zeitpunkt für gekommen, den nächsten Schritt zu gehen und als eine der letzten Kommunen in der mittleren Wetterau unseren Beitritt zur Tourismus-Region Wetterau zu erklären«, lautete die abschließende Begründung des Antrags. Als glücklicher Umstand erweise sich die Tatsache, dass die aktuelle Geschäftsführerin eine Florstädter Bürgerin sei, nämlich Cornelia Dörr.

Hartmann sprach davon, dass es im Sinne der interkommunalen Zusammenarbeit zu einer zielorientierten Win-win-Situation komme. Gleichzeitig würden alle an den Projekten beteiligten Mitbürger in den öffentlichen Fokus gestellt und gewürdigt.

Bürgermeister Herbert Unger fügte an, dass die Stadt als Kooperationspartner beitreten werde, was eine Jahresgebühr von 5000 Euro aufrufe. Auch weil im Haushalt 2020 bereits 6000 Euro für solche Maßnahmen und Projekte vorgesehen sind, gaben alle Parlamentarier ihre Zustimmung.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/friedbergbadnauheim/Wetterau-Fuer-Florstadts-Schoenheit-werben;art472,635468

© Giessener Allgemeine Zeitung 2016. Alle Rechte vorbehalten. Wiederverwertung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung