02. August 2018, 11:00 Uhr

Was tun gegen die Hitze?

Friedberger Kühlhaus-Gag sorgt für Schlagzeilen

Lars Koch, Inhaber von »Edeka Koch« im Gewerbegebiet West, bietet Kunden einen Aufenthalt im Kühlhaus an. Das sorgt bundesweit für Schlagzeilen.
02. August 2018, 11:00 Uhr
Cooler Werbegag: Lars Koch lädt die Kunden zum Durchschnaufen in sein Kühlhaus ein. Ein paar waren schon da. (Foto: Wagner)

Am Anfang war der »Friedberger Guckkasten«. Die WZ berichtete am Samstag auf ihrer Glossen-Seite von Lars Kochs jüngster Aktion. Koch stellte den Bericht auf seine Facebook-Seite. Am Montag ging’s dann los. Erst meldete sich »Spiegel Online«, dann schickte der Hessische Rundfunk ein Filmteam vorbei. Radio FFH meldete sich ebenso wie ProSieben aus München: Der Privatsender hätte gerne Bilder aus Kochs Kühlhaus gezeigt. Den Film hätte er aber selbst drehen müssen. Dem TV-Journalismus ging’s auch schon mal besser.

Auf jeden Fall hat Kochs Werbegag eingeschlagen: Zwei Minuten im Kühlhaus sitzen für drei Euro, fünf Minuten für fünf Euro - ein wunderbares Sommerloch-Thema für die Presse. Sechs Grad kalt ist es am Dienstag im Kühlhaus, als bei Lars Koch mal wieder das Telefon klingelt. Die dpa ist dran, Koch gibt ein Interview. Die Aktion schlägt Wellen. Die in Rostock erscheinende »Norddeutsche Neueste Nachrichten« und die »Schweriner Volkszeitung« griffen das Thema auf, das Düsseldorfer »Handelsblatt« titelte nicht nur »Fondsbranche droht der Kollaps«, sondern berichtete auch, wo Normalbürger dem Hitzekollaps entkommen können: im Kühlhaus von »Edeka Koch« in Friedberg.

Natürlich sei das Angebot ernst gemeint, sagt Koch und lacht. »Ein ernstgemeinter Spaß.« Zwei Campingstühle, einen Plastiktisch und einen Sonnenschirm hat er im Kühlhaus aufgestellt. »Ein paar Kunden waren schon da.« Von den Einnahmen wird die Reinigung bezahlt. »Es geht mir doch nicht um’s Geld.« Sondern einfach um den Spaß. Koch: »Auch wenn ›SpiegelOnline‹ berichtet: Da kommen jetzt keine Busse voll mit Kunden aus Norddeutschland angefahren.«

Auch das Zusatzangebot, das Tiefkühlhaus zu besuchen (zwei Minuten für fünf Euro) ist ein Gag. »Das hat noch keiner gemacht. Aber ich habe zwei Kunden das Tiefkühlhaus gezeigt. Dort sind es minus 18 bis minus 20 Grad. Einmal die Tür aufgemacht, das hat denen schon gereicht.«

 

Mit »Big Brother« fing es an

 

Er achte auf Hygiene, betont Koch. Das Kühlhaus, in dem sonst Joghurt, Milch, Obst und Gemüse aufbewahrt werden, werde mittags für eine halbe Stunde freigehalten und vorher und nachher desinfiziert.

Koch ist Karnevalist, ihm sitzt der Schalk im Nacken. Die Ideen zu seinen Aktionen kommen ihm spontan. Als die erste »Big Brother«-Staffel lief, bot er RTL in Kön an, den Container mit Waren zu beliefern. »Ich war der erste, der anrief.« Ab der zweiten Staffel lieferte er, was die Insassen bestellten. Als Koch während der Fußball-WM mit einem Aufsteller für Spieler-Sammelkarten warb, klebte er sein eigenes Foto über das von Mesut Özil. Sammelkarten von Koch gab es aber nicht. Er ist ja auch Handballer. Und er ist sich mit dem WZ-Reporter darüber einig, was dem Kreislauf bei diesem Wetter wirklich – und allen Ernstes – gut tut: ein Besuch in der Sauna. (Info für die überregionale Presse: Bitte nicht anrufen, Lars Koch will keine Sauna in seinem Lebensmittelmarkt eröffnen, zumindest momentan nicht.)

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