28. Februar 2018, 15:34 Uhr

Alligator Action Farm

Friedberger »Farm« bietet 28 Alligatoren im Internet zum Verkauf an

Ist dies das Ende der Alligator Action Farm in Friedberg? Betreiber Rene Renz bietet im Internet 28 Mississippi-Alligatoren zum Verkauf an. Tierschützer freuen sich darüber.
28. Februar 2018, 15:34 Uhr
Gefährliche Beißerchen: Einer der Alligatoren auf der Krokodilfarm. (Foto: dpa)

Noch bietet die Alligator Action Farm im Internet Kindergeburtstagsfeiern und den »Kopftrick« für Junggesellenabschiede an: »Stecken Sie Ihren Kopf in den Rachen eines über 3,5 Meter langen und über 60 Jahre alten Alligatorbullen.« Die Erinnerungsfotos dürften bald im Wert steigen. Der Krokodil-Zoo verkauft seine Tiere. Die Tierschutzorganisation »Pro Wildlife« erwartet die Schließung des Zoos.

Ab 3000 Euro soll ein Alligator kosten. »Zum Verkauf steht eine Gruppe von 28 Mississippi-Alligatoren, darunter vier Bullen ab drei Meter Länge. Die anderen Tiere haben eine Länge von zwei bis drei Metern. Die Alligatoren sind zwischen 15 und 45 Jahren alt und werden bevorzugt als Gruppe abgegeben«, heißt es in einem Inserat auf der Internetseite www.terraristik.com.

Für die Abnahme der gesamten Gruppe sei der Preis Verhandlungssache, heißt es weiter. »Die Alligatoren sind in Menschenhand aufgezogen, sehr zahm und an den Menschen gewöhnt. Mississippi-Alligatoren gehören dennoch zu den gefährlichen Tieren und werden nur an Personen bzw. Einrichtungen mit einer entsprechenden Haltungserlaubnis und artgerechten Gehegen abgegeben.«

 

»Keine Kuscheltiere«

Die Tage der Krokodilfarm dürften damit gezählt sein. Bei »Pro Wildlife« sorgt man sich um die Tiere: »Wir freuen uns, dass die unsägliche Alligatorfarm endlich schließt«, sagt eine Sprecherin. »Krokodile sind keine Kuscheltiere, Wildtiere haben in Shows und Zirkussen nichts zu suchen. Die Frage ist jetzt aber, wo die 28 ausgewachsenen Mississippi-Alligatoren artgerecht und sicher untergebracht werden können.«

René Renz, Eigentümer der im Herbst 2001 eröffneten Anlage auf dem ehemaligen Bundeswehrdepot bei Ockstadt, war für die WZ nicht erreichbar. Laut Bandansage können aber weiterhin Führungen gebucht werden. Auf der Krokodilfarm leben auch Riesenschlangen und -schildkröten, Vogelspinnen und europäische Sumpfschildkröten. Immer wieder bekam Renz Ärger mit den Behörden. Für Schlagzeilen sorgte 2013 der Tod der Elefantenkuh Mädi, die während einer Zirkustournee in Estland in einem See verstarb.

 

Gericht stoppt gängige Praxis

Am 24. Januar bestätigte der Hessische Verwaltungsgerichtshof eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Gießen und wies eine Beschwerde von Renz zurück. Dieser hatte sich gegen die Entscheidung des Regierungspräsidiums Darmstadt gewandt, wonach nur noch volljährige Besucher, die über mögliche Gefahren aufgeklärt wurden, Kontakt mit den Tieren haben durften. Zwar war es seit Eröffnung der Farm nicht zu Zwischenfällen gekommen, die Richter sahen dennoch eine »Gefahr für Leib und Leben« der Besucher.

Ebenfalls Ende Januar kontrollierten die Fachstelle Veterinärwesen, die Obere Naturschutzbehörde und das Ordnungsamt Friedberg die Anlage. »Aufgrund der festgestellten Mängel wurden weitere tierschutzrechtliche Anordnungen getroffen«, berichtete der Kreis, der eine »freiwillige Auflösung des Krokodilbestandes begrüßt«.

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