04. Dezember 2018, 12:32 Uhr

Henry-Benrath-Schule

Friedberg: Ärger um nächtliche Partys auf dem Schulhof

Schnapsflaschen liegen vor dem Eingang der Friedberger Henry-Benrath-Schule. Jugendliche feiern hier nachts Partys. Inklusive Autorennen auf dem Schulhof. Die Schule fühlt sich vom Kreis allein gelassen.
04. Dezember 2018, 12:32 Uhr
Schnapsflaschen und Glasscherben vor dem Eingang der HBS: Die Schule fühlt sich vom Wetteraukreis allein gelassen, fordert eine Videoüberwachung. (Fotos: Wagner)

Der Schulhof der Henry-Benrath-Schule zählt zu den schönsten weit und breit. Die große Wiese hinter dem Gebäude, der Bolzplatz, die Basketballkörbe und Tischtennis-Platten locken junge Leute an. Hier sind sie ungestört. Genau das ist aber das Problem: Immer öfter sieht der Schulhof montagmorgens aus wie ein Schlachtfeld. Müll und Glasscherben, wohin man blickt, Überreste von nächtlichen Partys junger Leute, die im Sommer gerne auf den Terrassen im ersten Stock grillen oder, wenn’s regnet, unterm Vordach des Haupteingangs feiern.

Gesamtschul-Direktor Peter Schäfer, der vertretungsweise die HBS leitet, hat keine Probleme damit, dass sich junge Leute hier treffen. Gegen deren Hinterlassenschaften aber hat er etwas. »Wenn der Wetteraukreis als Schulträger nichts übernimmt, wird das immer schlimmer«, sagt er. Schäfer ist auf einen gut 20 Jahre alten Brief gestoßen, in dem der damalige Schulleiter Horst Heinz dem Kreis bereits die gleichen Probleme meldete. »Es ist aber immer noch nichts passiert.«

 

Autorennen auf dem Schulhof

Vor allem die Scherben seien gefährlich. Verletzte sich jemand, werde die Schule in Verantwortung genommen. »Vor zwei Jahren gab es einen Sicherheitsdienst, der regelmäßig vorbeischaute.« Mittlerweile spare der Kreis an der Überwachung. Mit dem Ergebnis, dass im Schulhof Autorennen gefahren wurden, bei denen ein Wagen ein Hinweisschild demolierte, sich die Ölwanne aufriss und einen Baum in Brand steckte. In diesem Fall wurde die Polizei gerufen. An anderen Tagen wurden die eigentlich unzerstörbaren Bänke zerstört oder es wurden zwei massive Tischtennisplatten demoliert. »Das macht man nicht mit dem Hämmerchen.«

»Wir wollen keinen drei Meter hohen Zaun«, sagt Schäfer. Das wäre auch schwierig. Die Turnhallen werden am Wochenende von Vereinen genutzt. Der Äppelwoiweg endet direkt auf dem Schulhof. Viele Friedberger nutzen das Gelände zur Naherholung. Und stolpern über Bierflaschen. Für Steffen Hufnagel, Vorsitzender des Schulelternbeirats, ist das ein unhaltbarer Zustand. »Wir haben das beim Kreis oft genug angemahnt. Der Landrat setzt sich sehr für Schulen ein. Hier muss gehandelt werden. Wir hoffen, dass endlich etwas passiert. Und wir haben auch Ideen.« Eine lautet Videoüberwachung.

 

Kreis denkt über Videoüberwachung nach

Das riesige Schulgelände einzuzäunen, sei »nicht machbar«, sagt Mira Hoffmann, Referentin von Landrat und Schuldezernent Jan Weckler (CDU). Video-Überwachung sei »ein durchaus adäquates Mittel«, um das Problem in den Griff zu bekommen. Die rechtlichen Hürden seien an Schulen hoch. Im Schulamt würden verschiedene Maßnahmen geprüft.

Bis dahin müssen die Hausmeister montagmorgens, bevor sie andere wichtige Dinge erledigen können, meist mehrere Stunden lang Scherben wegkehren oder die Reste von Grillpartys entsorgen. Auf die Idee, Müllsäcke mitzunehmen, kommen die jungen Leute nicht. Schäfer: »Unser Dank gilt den Hausmeistern und Reinigungskräften, die mit großem Engagement das Schulgelände säubern und so täglich einen geregelten Schulbetrieb ermöglichen.« Jetzt hofft er, dass die Verantwortlichen im Schulamt genauso fix an das Problem herangehen.

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