07. November 2017, 19:33 Uhr

Französische Träume

07. November 2017, 19:33 Uhr
Die Bönstädter Kirche wird zum Konzertsaal. (Foto: prs)

Niddatal-Bönstadt (prs). Eine ganze Kollektion von Klarinetten, ein Flügel und zwei Wagenladungen mit Schlagzeuginstrumenten, dazu fünf Musiker und eine Sprecherin – das war die Grundlage für einen Nachmittag voller Klangkaskaden, Rhythmen, Tänze, Poesie, fantastischer Traumreisen. Im Mittelpunkt stand eine Uraufführung, die eigenwillig-träumerische und immer wieder mitreißende Text- und Musikkomposition »Die Hochzeit des Orpheus« des Franzosen Anthony Girard: Orpheus, begegnet in seiner Traumwelt Euridike als Urbild von Schönheit und Freude. Mit Gesang, Tanz und Liebe schaffen sie sich ihre Welt und zeugen Kinder namens Mysterium und Wahrheit, die sich beide harmonisch ergänzen.

Lebhafte Tänze

Biss und Verführung der Schlange am Baum der Erkenntnis bringen Bewegung in das Traumparadies, Masken fallen und geben den Blick frei auf die illusionäre Realität der Traumwelt. Es bleibt die offene Frage, wie auch in einer Welt fallender Masken, aufgedeckter Illusionen und entzauberter Mysterien Lebensfreude, Glück und Anmut gerettet werden können. Die Musik begleitete, interpretierte und kontrastierte die eindringlich vorgetragenen Texte – ebenso wie bei den anderen perfekt zusammengestellten Text- und Musikarrangements. Aus Anlass des Ehrengastes Frankreich auf der Buchmesse hatte das Ensemble Texte von sechs französischen Schriftstellern und Schriftstellerinnen zusammengestellt, darunter so bekannten wie Charles Baudelaire und Albert Camus. Auch die dazu kombinierten Musikstücke stammten aus Frankreich: Zärtliche, traumhafte Impressionen, sensible musikalische Erzählungen, nachdrücklich-herausfordernde Impulse, lebhafte Tänze und spielerisch-aufreizende und herumwirbelnde Rhythmen und Klangüberraschungen.

Birgitta Assheuer, Sprecherin beim Hessischen Rundfunk, trug mit den einfühlsam und nachdrücklich vorgetragenen Texten entscheidend dazu bei, aus Texten, Klängen und Rhythmen ein Gesamtkunstwerk zu formen. Aus Frankreich angereist war der Klarinettist Thierry Mussotte vom Orchestre National de Lyon, der seine in bescheidener Zurückhaltung daherkommende Professionalität, Ausdrucksstärke und Perfektion demonstrierte. Den Kern des Ensembles bildete das international bekannte Bärmann Trio mit Sven van der Kuip, Ulrich Büsing und John-Noel Attard. Deren langjährige Zusammenarbeit erklärt das perfekte Zusammenspiel, das nicht nur die Noten und zeitlichen Abläufe, sondern vor allem die Atmosphäre und die Klangfarben harmonisierte. Hinzu gesellte sich der Percussionist Udo Diegelmann. Souverän fügte er sein die ganze Kirchenfront ausfüllendes Schlagzeug in das musikalische Geschehen ein und demonstrierte vom zarten Windhauch und der gefühlsbetonten Traumwelt bis hin zu den ausgelassenen Tänzen die ungeheuer ausdrucksstarke Bandbreite der Schlaginstrumente.

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