03. November 2019, 18:22 Uhr

Flohmarkt mit persönlichem Berater

03. November 2019, 18:22 Uhr

Seit 30 Jahren hat Rainer Zydek am ersten Novemberwochenende einen festen Termin. Der Bad Nauheimer gehört zu den rund 40 Mitgliedern des Skiclubs Friedberg, die beim jährlichen »Wintersport-Flohmarkt« im Vereinsheim auf der Seewiese mithelfen und für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Gleich nachdem der passionierte Skifahrer in den Traditionsverein eingetreten war, half er beim Aufbau, der Annahme der Wintersportsachen und als »Fachberater« beim Verkauf mit. So auch an diesem Wochenende.

»Es macht einfach großen Spaß, den Menschen günstige Sportgeräte von privat an privat anzubieten und sie zu beraten. Eine Stammkundin nennt mich schon ihren persönlichen Berater«, erzählt der 71-Jährige, der im Skiclub aktuell als »Übungsleiter Ski alpin« tätig ist. »Ich hatte schon viele Funktionen im Verein«, erzählt der gelernte Fernmeldetechniker, der bis zur Pensionierung bei der Deutschen Bahn beschäftigt war.

Auf den Flohmarkt freut sich Zydek jedes Jahr, gerne erinnert er sich auch an die ersten Jahre als Helfer. »Da hatten wir noch sonntags geöffnet, haben dann aber meistens alleine hier rumgesessen.« Nun konzentriert sich das Flohmarktgeschehen auf zwei Tage. »Freitags wird aufgebaut, am Abend ist dann die Annahme.« Dann gehört der Pensionär, dem man sein Alter nicht ansieht, zum Team, dass die angelieferten Skier, Schlittschuhe, Skischuhe, die Wintersportkleidung und die vielen andere Utensilien prüft und mit Verkaufsanhängern ausstattet.

»Es wird nur gute Ware zugelassen«, sagt Zydek und stellt fest: »Wir sind im Laufe der Jahre viel professioneller geworden.« So wurden Ständer für Skier und Kleidung angeschafft, was für mehr Übersicht sorgt. Es werden Quittungen doppelt ausgefertigt, was zur Folge hatte, dass die Zahl der Diebstähle seit Jahren nahe Null geht.

»Unsere Stammkunden wissen unser Angebot zu schätzen«, sagt Zydek kurz vor der Öffnung des Saals um 9 Uhr. Dann klatscht Dietmar Kipper in die Hände, um die Helferschar zu begrüßen. Der Friedberger hat vor zwei Jahren die Nachfolge der langjährigen »Flohmarkt-Chefin« Brigitte Peukert angetreten. Die Bad Nauheimerin ist aber immer noch dabei, schmiert gerade in der Küche Brötchen für die Helferschar. Dann öffnen sich die Türen und die ersten aus der inzwischen auf weit über 100 Personen angewachsenen Schlange werden reingelassen.

Auf der Suche nach Skistöcken

»Alle auf einmal, das geht nicht«, sagt Zydek. Zu den Glücklichen, die als erste rein dürfen, gehört die Familie Müller aus Gießen. »Wir kommen gerne hier her. Bei uns in Gießen gibt es so einen Flohmarkt nicht«, sagt Mutter Esther, während Sohn Luc (11) nach Snowboards schaut. Sein zwei Jahre jüngerer Bruder Tom hat ein paar Skistöcke in der Hand. Vater Torsten hält nach Skiern für den Nachwuchs Ausschau.

Zydek berät die Familie. »Du musst bedenken, dass Skistöcke im Schnee einsinken«, erklärt der semiprofessionelle Skistockverkäufer dem kleinen Tom, warum er nach etwas längeren Skistöcken Ausschau halten soll. Die ersten ausgesuchten Paar Skier schaut sich Zydek auch von unten an. »Der Belag ist wichtig«, sagt er, während Vater Torsten Nachschub bringt. »Wir finden hier jedes Jahr etwas«, sagt Torsten Müller. »So soll es ja auch sein«, freut sich Zydek.

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