05. Mai 2017, 19:50 Uhr

Fernweh im Koffer

05. Mai 2017, 19:50 Uhr
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Aus der Redaktion
In jeder Geschichte kommt ein Fest vor: Deshalb heißt das neue Buch der Kulturgruppe »Die Verdichter« auch »Fest zu – pack aus«: Die »Verdichter« sind (v. l.): Ernesto Filippelli, Jale Richter, Petra Ihm-Fahle, Adela Yamini, Niko Gözüpekli und Sinan Sert. (Foto: pm)

»Fest zu – pack aus!« heißt das neue Buch der Kulturgruppe »Die Verdichter«. Seit dem Erstling »Das Leben ist kein Sprudelhof« ist viel passiert – und das hat Niederschlag in dem neuen Werk des »Multi-Kulti-Family-Projekts« gefunden. Die Premieren-Lesung des neuen Buches ist für Dienstag, 9. Mai, um 19 Uhr im Wilhelm-Jost-Saal des Sprudelhofs vorgesehen.

Der Titel des Buches »Fest zu – Pack aus!« der Kulturgruppe »Die Verdichter« ist ein Wortspiel, da in jeder Geschichte ein Fest vorkommt. Da es auch um andere Kulturen geht, kam rasch ein gepackter Koffer als Symbol fürs Buchcover ins Spiel. Drittes Element ist die persönliche Geschichte, die jeder Autor erzählt – daher »Pack aus«. Entstanden ist eine unterhaltsame Anthologie von Biografien einer Gruppe, die Bezüge zu acht Nationalitäten hat und im Alter zwischen 72 und 24 Jahren variiert.

Die Kulturgruppe »Die Verdichter« geht auf das Puzzle-Picnic-Family-Projekt der Bürgerstiftung »Ein Herz für Bad Nauheim« zurück. Im Frühjahr 2013 formierten sich vier fiktive Familien, die aus vier Generationen und acht Nationalitäten bestehen sollten. Die Kulturgruppe »Die Verdichter« blieb damals als einzige Gruppe bestehen und schrieb das Buch »Das Leben ist kein Sprudelhof«.

Mittlerweile hat die Gruppe Zuwachs bekommen: Durch Dr. Bernt Kampmann (72), Natalie Pawlik (24), Dr. Jale Richter (52) und Sinan Sert (49). Einen Verlust musste die Gruppe letztes Jahr beklagen, als Monik Mlynarski, der in der Puzzle Picnic Family Urgroßvater war, mit 92 Jahren starb. An ihn erinnert die erste der zehn Geschichten in »Fest zu – pack aus«. Gruppengründerin Petra Ihm-Fahle beschreibt, wie ihr der langjährige Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde von Chanukka-Feiern erzählt, die er als Kind erlebte. Nächster im Bunde der Autoren ist Dr. Bernt Kampmann. In »Palmsonntag 1917 – Meine Mutter Palma und die Bücher« erzählt er, wie die Mama ihn schon von frühauf für Sprachen und Bücher interessierte. Natalia Volkova (72) entführt die Leser nach Russland, wo in der märchenhaft verschneiten Heimat eine Reisegruppe die eine oder andere Panne erlebt.

Ihm-Fahle (55) berichtet aus ihrem Leben als freie Journalistin: Wie sie sich durch das Schreiben Bad Nauheim erschloss und dabei in manch ein Fettnäpfchen trat. Jale Richter befasst sich mit den Biografien junger geflüchteter Männer, die nach Deutschland gekommen sind.

Sinan Sert läuft in seiner Geschichte »Gut gelaufen« einmal um Bad Nauheim und denkt dabei über ein Problem nach, das mit der Bad Nauheimer Politik zu tun hat. Ernesto Filippelli (44) schlägt in »Voll und ganz im Leben« eine Brücke von der italienischen Vergangenheit in die deutsche Gegenwart – voll Witz und Melancholie. Adela Yamini (40) blickt auf die Zeit zurück, in der sie als junge geflüchtete Frau nach Deutschland kam und wie schwierig diese Zeit war.

 

Das Buch »Fest zu – pack aus! Das Multi-Kulti-Family-Projekt aus Bad Nauheim« erscheint unter ISBN 978-3-00-056483-3 und kostet 14,99 Euro.



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