05. September 2019, 21:53 Uhr

Falsche Fünfziger im Umlauf

05. September 2019, 21:53 Uhr
Besser genau hinsehen: Derzeit sind in der Wetterau vermehrt gefälschte 50-Euro-Banknoten im Umlauf. (Foto: dpa)

In der Wetterau sind seit einiger Zeit vermehrt »Blüten« im Umlauf. Wie Anja Fuchs, Leiterin der Polizeidirektion in Friedberg, bei der jüngsten Kreispräventionskonferenz im Friedberger Kreishaus berichtete, nehme die Zahl der falschen 50-Euro-Scheine im Wetteraukreis zu - entgegen dem bundesweiten Trend (siehe weiterer Artikel). Derzeit gebe es eine ganze Serie mit falschen Fünfzigern. Deshalb habe die Polizei die betroffenen Einzelhändler instruiert und auch eine Infoveranstaltungen mit der Bundesbank durchgeführt.

Es war nur ein Beispiel, das bei der jährlichen Konferenz des Kreispräventionsrats des Wetteraukreises zur Sprache kam. Landrat Jan Weckler hatte bei der Begrüßung eine ganze Reihe von Initiativen und Programmen hervorgehoben, die der Vorbeugung dienen sollen. »Sicherheit bedeutet Lebensqualität und ist ein Grundbedürfnis der Menschen.« Das sei keineswegs nur die Aufgabe der Polizei oder staatlichen Organe. »Hier sind wir alle aufgerufen, gemeinsam an diesem Thema zu arbeiten.«

Tatsächlich liege zwischen dem subjektiven Sicherheitsgefühl vieler Menschen und den tatsächlichen Zahlen eine deutliche Diskrepanz, stellte Polizeidirektorin Fuchs in ihrem Vortrag fest. »Die Wetterau ist im Vergleich zu anderen Regionen Hessens sehr sicher«, so ihre durch die aktuelle Kriminalstatistik untermauerte Aussage. Seit 2008 gingen die Fallzahlen kontinuierlich zurück. Gleichzeitig steige die Aufklärungsquote auf derzeit 60,3 Prozent.

Rund ein Drittel aller Straftaten falle auf einfachen und schweren Diebstahl, mit einem Viertel seien Vermögens- und Fälschungsdelikte, insbesondere Betrug, dabei. Erfreulich sei, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche zurückgehe. In 50 Prozent der Fälle bleibe es beim Versuch. Grund dafür seien auch verbesserte Sicherungsmaßnahmen, wie etwa abschließbare Fenster.

Präventiv arbeite die Polizei in Sachen Enkeltrickbetrüger, indem man auch das Umfeld anspreche, sowie bei der Vermeidung von Fahrraddiebstählen, die insbesondere zwischen April und Oktober registriert würden, vor allem an Bahnhöfen, Schulen und an Bädern. Sinnvoll sei hier die kostenlose Fahrradcodierung nach dem in Friedberg entwickelten FEIN-Modell. Die Präventionsinitiative KOMPASS des Hessischen Innenministeriums ermögliche es Kommunen, mit der Beteiligung von Polizei sowie Bürgern individuelle Lösungen für lokale Probleme zu erarbeiten. Im Wetteraukreis seien bereits Büdingen und Bad Nauheim in das Programm aufgenommen.

Bei der Konferenz referierte auch Peter Holnick vom Institut für Medienpädagogik und Kommunikation Hessen (MUK Hessen). Ihm zufolge verändern die Möglichkeiten der mobilen Nutzung sozialer Medien und deren ständige Verfügbarkeit unsere Kommunikation umfassend. »Werte und Normen verschwimmen, die Gesellschaft verliert an Sicherheit und greift auf der Suche nach einer neuen Haltung auf ein größtenteils von der Unterhaltungsindustrie geschaffenes Weltbild zurück.« Jugendliche wollten ein Teil einer Inszenierung sein, die Reproduktion eines Augenblicks werde wichtiger als das gegenwärtige Erleben. Aktuell würde Medienbildung noch nicht wichtig genug genommen. Eltern und Schule seien stärker gefordert. Jugendlichen von heute fehlten konkrete Abenteuer, das Risiko und Krisen, um daran wachsen zu können. Dies und eine stete Kommunikation auf Augenhöhe seien die Schlüssel zu allen Lösungsansätzen.

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