22. Februar 2018, 16:00 Uhr

Landratswahl am 4. März

FDP-Mann Daniel Libertus will »liberale Alternative« sein

Am 4. März wählen die Wetterauer einen neuen Landrat – oder eine Landrätin. Für die FDP geht der 36-jährige Rechtsanwalt Daniel Libertus aus Butzbach ins Rennen.
22. Februar 2018, 16:00 Uhr
»Es gibt große Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Die FDP ist eine Alternative«, sagt der liberale Landratskandidat Daniel Libertus. (Foto: Nici Merz)

Gut zwei Wochen vor der Wahl hängen nun auch die Plakate, der vierte Mann ist an Bord: Daniel Libertus von der FDP will Landrat werden. Der 36-jährige Rechtsanwalt aus Butzbach ist der erste liberale Kandidat für dieses Amt und nach eigener Aussage Vertreter der »neuen Generation«. Die will alte Zöpfe abschneiden und wünscht sich auch für Parlamentsdebatten statt vorheriger Absprachen in den Fraktionen den »Wettstreit um die besten Ideen«.

Daniel Libertus muss ein Multitalent sein. Der Rechtsanwalt und Medienwissenschaftler betreibt eine eigene Kanzlei in Butzbach, ist Universitätsmitarbeiter am Fachbereich Rechtswissenschaften in Marburg, koordiniert dort außerdem den Weiterbildungsstudiengang Pharmarecht und ist Dozent an der Technischen Hochschule Mittelhessen für Presse-, Urheber- und Datenschutzrecht. Nebenbei ist Libertus Mitgesellschafter einer Filmproduktionsgesellschaft und betätigt sich in seiner Freizeit als Moderator beim Radio »Welle West Wetterau«.

 

Mitgesellschafter einer Filmproduktionsgesellschaft

 

Und dann ist da noch die Politik: Seit 2016 ist Libertus Stadtverordneter in Butzbach und Beisitzer im Kreisvorstand der FDP Wetterau. Wie man das alles unter einen Hut bekommt? »Zeitmanagement«, antwortet Libertus und muss lachen. »Das geht, man muss nur flexibel sein.« Er habe eine Zeitlang für die Bafin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) gearbeitet: 40-Stunden-Woche, Stechuhr und Bezahlung für Anwesenheit? Das sei nicht seine Sache. Als Politiker arbeite man projektorientiert. »Und man ist 24 Stunden im Dienst«, sagt er schmunzelnd.

Das Potenzial der FDP in der Wetterau ist nicht schlecht

Daniel Libertus (FDP)

 

Vor dem Job als Landrat habe er keinen Bammel. »Ich kenne die Verwaltungsarbeit und die Arbeit in der freien Wirtschaft. Außerdem hat man ein Team hinter sich.« Wie er seine Chance einschätzt? Die FPD holte bei der letzten Kreistagswahl 5,7 Prozent und vier Sitze. Für einen Sieg bei der Landratswahl reicht das nicht. »Das Potenzial der FDP in der Wetterau ist nicht so schlecht«, entgegnet Libertus: Es gab zweistellige Wahlergebnisse in Bad Nauheim, Butzbach, Friedberg oder Rosbach. Und da standen mehr als nur vier Möglichkeiten auf dem Wahlzettel. »In einer Stichwahl ist alles möglich.« Er müsse eben nur die erste Runde überstehen. Dann werde man sehen.

»Ich trete nicht an, nur damit die FDP einen Kandidaten vorzuweisen hat. Es gibt eine große Unzufriedenheit in der Bevölkerung über die großen Volksparteien. Die Menschen suchen nach Alternativen, die FDP ist eine.«

 

Straßenwahlkampf steht an

 

Die Zeit drängt, der Wahlkampf hat kaum begonnen, da strebt er schon auf seinen Höhepunkt zu. Die Wahlkampf-Flyer seien in Arbeit, sagt Libertus. Auf einer Homepage präsentiert er seine politischen Schwerpunkte, aktuelle Kommentare setzt er über Facebook und Twitter ab, den Straßenwahlkampf will er in den nächsten Tagen intensivieren.

Den vom FDP-Parteivorsitzenden Christian Lindner ausgegebenen Slogan »#neue generation« hat er auf seine Wahlplakate drucken lassen. Was soll neu, was soll anders werden? Als Landrat wolle er die interkommunale Zusammenarbeit ausbauen, mehr in Bildung und Digitalisierung investieren, neue Unternehmen ansiedeln und die Infrastruktur im Ostkreis an die im Westen angleichen.

 

Breitbandausbau und Landärzte

 

»Die Zusammenarbeit der Städte und Gemeinden funktioniert vielleicht auf dem Papier. Da muss mehr passieren. Bildung beginnt mit frühkindlicher Erziehung. Da müssen wir neben Erziehern auch Pädagogen einstellen. Ich will, dass die Wetterau spätestens 2050 eine familienfreundliche Region ist. Dabei muss es in Büdingen die gleichen Bedingungen wie in Bad Nauheim geben.« Die Bad Nauheimer »Erfolgsstory bei der Kinderbetreuung« will der 36-Jährige auf alle Kreisgemeinden übertragen. Und der Breitbandausbau müsse forciert werden, damit die Unternehmen vor Ort blieben. Er wolle die Wetterau zukunftsfähig machen, sagt Libertus und erwähnt die Berechnungsgrundlage für Landärzte in der Wetterau: »Die ist 20 Jahre alt, und die Bezirke sind viel zu groß.«

Libertus ist ein junger, eloquenter Mann, der mit großer Überzeugungskraft argumentiert. Er hat eine Freundin, seine chinesischen Eltern stammen aus Indonesien, sein Vater und drei Onkel haben in Berlin Medizin studiert. Den aus dem Niederländischen stammenden Nachnamen hat sein Vater einst angenommen, der chinesische Name »Li« steckt noch drin, Libertus ist lateinisch und heißt »Der Freie«. Ein passender Name für einen FDP-Politiker.

Info

Termine und Infos

Sein Wahlprogramm und seine Ideen präsentiert der FDP-Kandidat auf der Internet-Seite www.libertus.de. Außerdem postet Daniel Libertus auf Twitter und Instagram. An den letzten beiden Wochenenden will der FDP-Kandidat Straßenwahlkampf in Bad Nauheim machen. Am 26. Februar findet eine öffentliche Diskussion der vier Landratskandidaten im Bürgerhaus Ortenberg statt, am 27. Februar (19 Uhr) folgt im Alten Hallenbad in Friedberg eine Podiumsdiskussion zum Thema »Wetterau im Wandel«. (jw)

 

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