22. Mai 2019, 21:42 Uhr

»Es herrschen härtere Lebensumstände«

22. Mai 2019, 21:42 Uhr
Seit diesem Jahr pflegt die Johann-Philipp-Reis-Schule eine Schulkooperation mit der Berufsschule Tadeusz Kosciuszko in Lezajsk in Polen. Jetzt sind die Friedberger Jugendlichen nach Polen gereist. (Foto: pv)

Seit diesem Jahr pflegt die Johann-Philipp-Reis-Schule (JPRS) eine neue Schulkooperation mit der Berufsschule Tadeusz Kosciuszko in Lezajsk in Polen. Das Schüleraustauschprogramm wird vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk gefördert und umfasst die Fachbereiche Elektrotechnik, Bäcker und Metzger. Kürzlich waren die polnischen Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrern zu Besuch in Friedberg an der JPRS gewesen.

Kürzlich erfolgte nun der Gegenbesuch in Polen. Beteiligt waren Elektroniker und Elektroanlagenmonteure aus dem 1. Ausbildungsjahr sowie Metzger- und Bäckerlehrlinge aus dem 3. Ausbildungsjahr. Begleitet wurden sie von den Fachlehrern Madlen Krawatzek, Christian Wolf (beide Elektrotechnik), Matthias Zinn (Bäcker) und Holger Buss (Metzger).

An der Berufsschule in Lezajsk wurde die Gruppe aus Deutschland von ihren Gastschülern und den Lehrern Alfreda Grabowska-Blonska, Anna Kochmanska, Jan Juzyniec, Joanna Stepien, Malgorzata Pieniazek und Anna Janiszewska-Celej in Empfang genommen. Lezajsk (Jiddisch: Lyschansk), Ziel von jüdischen wie katholischen Pilgern, hat 14 000 Einwohner und liegt in Südostpolen nahe der Ukraine in der Woiwodschaft Karpatenvorland.

Die Gäste waren im Pilgerhaus des Bernhardinerklosters in Lezajsk untergebracht. Das Kloster wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts von Antonio Pellacini erbaut. Hier befindet sich auch die Basilika Maria Verkündigung von 1628 mit der berühmten Barockorgel, eine der schönsten und mit über 6000 Pfeifen größten Orgeln Europas. Ein besonderes Highlight der Reise war ein exklusives Orgelkonzert, das zu Ehren der Schüler und Lehrer aus Friedberg dargeboten wurde. Neben einer Führung durch Kloster und Basilika stand die Besichtigung des Barockschlosses im nahe gelegenen Lancut auf dem Programm. Einen ganztägigen Ausflug unternahm die Gruppe nach Krakau und besichtigte dort das Königsschloss Wawel und das jüdische Viertel Kazimierz. In der Berufsschule arbeiteten die Elektrotechniker an der Fertigung und Programmierung einer Kuchensortieranlage. Ergänzt wurde die Projektarbeit durch eine Betriebsbesichtigung bei der Firma BMF Polska, Produzent von Fertigungsanlagen für VW und Mercedes.

Landestypische Produkte

Die Bäcker und Metzger wurden von ihren Gastgebern in die polnische Küche eingeführt und stellten unter deren Anleitung typische polnische Produkte für das Osterfest her: polnische Ostersuppe, gefüllte Eier, Hefegebäck. Interessante Einblicke in Produktionsprozesse erhielten die Jugendlichen durch eine Betriebsbesichtigung in dem Gemüse verarbeitenden Betrieb Hortino. Die Schüler aus beiden Ländern hatten viel Freude während der Projektwoche in Polen. Freundschaften wurden vertieft und neue berufliche Fertigkeiten erworben. Die deutschen Jugendlichen lernten Mentalität und Kultur des Nachbarlandes kennen. Enrique Flores-Morales, JPRS-Schüler und angehender Elektroniker für Betriebstechnik, über seine Erfahrungen: »Es war interessant zu sehen, wie die Polen leben und wie es in dem Land aussieht. Die Lebensumstände sind dort wesentlich härter als in Deutschland.«

Nach dem erfolgreichen Einstand der Schulkooperation soll der Kontakt zwischen der JPRS und der polnischen Berufsschule gepflegt und einmal jährlich ein Schüleraustausch organisiert werden.

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