13. Februar 2019, 22:38 Uhr

Erste Kraniche am Himmel

13. Februar 2019, 22:38 Uhr
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Von David Heßler
Kraniche erkennt man an der keilförmigen Flugformation – und natürlich an ihren lauten Rufen. (Foto: Gerlinde Bunzenthal)

Mancher hat ihre Rufe schon gehört und beim Blick in den Himmel die Gewissheit erlangt: Die Kraniche fliegen wieder. Gerlinde Bunzenthal hat sie dieser Tage in Friedberg-Fauerbach erspäht und der WZ ein Foto der laut trompetenden »Glücksvögel« geschickt.

»In den nächsten warmen und sonnigen Tagen ist mit einem Massenflug von Kranichen zu rechnen«, kündigt Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen, an. Er ruft dazu auf, alle Kranich-Beobachtungen online auf www.kranich-hessen.de zu melden. Hintergrund: Je mehr Daten die Naturschützer über das Zugverhalten der Kraniche erhalten, desto besser können sie vor Ort Schutzmaßnahmen ergreifen – etwa für Rastplätze in Flussauen und Feuchtgebieten. Auf der Webseite sind auch alle bisherigen Kranich-Beobachtungen des Jahres abrufbar. Hessen liegt in einer Hauptzug-Route der Kraniche auf ihrem Weg von den Winterquartieren in Nordfrankreich und Spanien zu ihren Brutgebieten nach Ostdeutschland und Nordeuropa. In den nächsten Wochen ziehen laut Eppler bis zu 250 000 Kraniche über Hessen hinweg. Sie sind besonders bei südwestlichen Winden und sonnigem Wetter zu beobachten, da sie sich dann vom Wind tragen lassen und Energie sparen können. An solchen Tagen brechen sie früh morgens in großen Schwärmen auf, ziehen vor allem die Rheinebene entlang und weiter über Mittel- und Osthessen hinweg in Richtung Weser.

Rast in der Wetterau

Bei schlechtem, regnerischem Wetter suchen Kraniche auf ihrem Zug bisweilen auch Rastplätze in der Wetterau auf, um sich vom Flug zu erholen und Nahrung aufzunehmen. Der NABU bittet alle Naturbeobachter – beliebt ist etwa das Bingenheimer Ried – um Rücksichtnahme: »An den Rastplätzen sollte man einen Abstand von 300 Meter einhalten, um erschöpfte Tiere nicht unnötig zu beunruhigen.«

Laut Eppler hat sich die Zahl der Kraniche in den vergangenen 30 Jahren verzehnfacht. Die starke Zunahme hänge vor allem mit den verkürzten Zugwegen und einem großen Bruterfolg zusammen. Durch die Klimaerwärmung sei es für viele Kraniche nicht mehr nötig, im Winter bis nach Südspanien oder Nordafrika zu ziehen. Viele Vögel überwinterten an großen Seegebieten wie dem Marnestausee in Nordfrankreich.

Für den Naturbeobachter sind ziehende Kraniche an ihrer keilförmigen Formation und den trompetenartigen Rufen zu erkennen. Bei günstigen Flugbedingungen ziehen die bis 1,30 Meter großen Tiere, die ihre Flügel bis 2,40 Meter weit aufspannen können, ohne Zwischenhalt von Nordfrankreich bis nach Ostdeutschland.



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