15. Oktober 2019, 20:26 Uhr

Erst Erde weg, dann Weg neu

15. Oktober 2019, 20:26 Uhr
Friedlich fließt die Horloff in die Nidda. Noch ist kein Bagger in Sicht. (Foto: pm)

Der Niddaradweg ist im Stadtgebiet weitgehend ausgebaut; es fehlt nur noch das Stück zwischen Nieder- und Ober-Florstadt. Zurzeit ist der Weg dort wassergebunden, er besteht aus verdichtetem Schotter mit feinerem Splitt obenauf. Auch er soll geteert werden - dafür sollen aber erst die Flutungs- und Renaturierungsmaßnahmen von der Horloff-Mündung bei Ober-Florstadt bis zur Aue bei Staden/Leidhecken abgeschlossen sein, für die der Weg als Baustraße benötigt wird. Diese Arbeiten verzögern sich jedoch. Die Grünen haben deshalb für die nächste Stadtverordnetenversammlung (Mittwoch, 23. Oktober, 20 Uhr, Bürgerhaus Ober-Florstadt) eine Anfrage gestellt.

In einer Pressemitteilung vorab erinnert die Grünen-Fraktionsvorsitzende Gudrun Neher daran, dass der Geschäftsführer des Zweckverbands Niddaroute bei der Einweihung des Teilstücks zwischen Staden und Dauernheim angekündigt habe, das letzte Teilstück werde 2018 oder 2019 asphaltiert. Neher: »Bisher ist noch nichts geschehen.«

Behördentreffen nächste Woche

In seiner Antwort auf eine Anfrage der Grünen im März 2019 habe Bürgermeister Herbert Unger auf die umfangreichen Naturschutzarbeiten hingewiesen. Diese sollten, Stand damals, 2019 erfolgen, im Jahr 2020 dann der Radwegeausbau. Bislang, so die Grünen, sei aber keine Bautätigkeit festzustellen. Neher: »Wir treten genauso für den Naturschutz ein, wie wir uns für gute und schnelle Fahrradverbindungen einsetzen. Von daher haben wir die Verschiebung des Baubeginns akzeptiert. Nicht akzeptieren können wir aber die Tatsache, dass bei der Renaturierung offensichtlich nichts vorangeht.«

Es gebe rein sachliche Gründe, weshalb die Renaturierung stocke, erklärte Unger auf WZ-Nachfrage. Dies hänge mit der Entsorgung geogen (das bedeutet: von Natur aus) belasteter Erde zusammen. Vor einem Ausbau des Radweges müsse die Frage geklärt sein, wo die bei der Renaturierung anfallende Erde verbleiben soll. »Das ist der letzte Punkt, an dem es hängt. Solange die Erde nicht abgefahren ist, macht es keinen Sinn, den Radweg zu teeren.« Denn sonst würde der Weg durch die schweren Fahrzeuge gleich wieder beschädigt. »Es fallen gigantische Erdmengen an. Wir sprechen hier von Tausenden Kubikmetern«, erklärte Unger.

Die Flutungsmaßnahme sei »ein Riesenprojekt, an dem wir seit Jahren mit Nachdruck arbeiten«, sagte der Bürgermeister. Auch der Wasserverband Nidda (zuständig für die Renaturierung) und der Zweckverband Niddaroute (zuständig für den Radwegeausbau) stünden diesbezüglich in reger Verbindung. Für kommende Woche sei ein Termin mit allen wichtigen Fachbehörden im Rathaus anberaumt, um über das Erdproblem zu sprechen. Das Ergebnis kann sofort politisch diskutiert werden: Einen Tag später findet die Parlamentssitzung statt.

In welcher Reihenfolge die Abschnitte des Niddaradwegs ausgebaut würden, habe man anhand der Schäden entschieden, sagte Unger. Da der Weg zwischen Nieder- und Ober-Florstadt relativ neuwertig gewesen sei, als man mit dem Teeren begonnen hatte, habe man beschlossen, erst mit anderen Stücken anzufangen. »Es gab zu dieser Zeit gerissene Betonabschnitte, die regelrecht gefährlich und somit deutlich vordringlicher waren.« Auf dem letzten verbliebenen Abschnitt könne man zwar noch nicht Inlineskates fahren. Unger: »Aber man kommt problemlos mit dem Fahrrad oder dem Rollator an der Nidda entlang von Nieder- und Ober-Florstadt.«

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