Kein Regen, keine kühlen Temperaturen bei allen Vorstellungen des Open-Air-Kinos im Rathauspark – das gab es in den 18 bisherigen Ausgaben noch nie. Doch bei Saison Nummer 19 war alles anders: Das Wetter passte, die Filmauswahl kam bei den Besuchern bestens an, die Rücksichtnahme auf die Fußball-WM sollte sich als Glücksfall herausstellen.

»Wir haben in sieben Vorstellungen 1164 zahlende Besucher gezählt. Weit mehr als einhundert im Schnitt, das gab es noch nie«, freuten sich die beiden »Cheforganisatoren«, Stadtjugendpfleger Jürgen Umsonst und Hans-Albert Wunderer, der ehemalige Inhaber des inzwischen abgerissenen Kino-Centers in der Bismarckstraße.

Der Kinomann hatte sich entschlossen, das Open-Air-Kino gemeinsam mit der Stadt weiterzuführen. »Wie es nächstes Jahr aussieht, kann ich noch nicht sagen. Sollte es bis dahin noch keinen Kinobetreiber geben, könnte ich mir vorstellen, das Open-Air-Kino zusammen mit Jürgen noch einmal zu organisieren«, sagte Wunderer vor der letzten Vorstellung am Donnerstagabend.

Ein positives Fazit zog auch Andreas Kramer, Jugendfeuerwehrwart in der Kernstadtwehr. Die Nachwuchswehr ist von Anfang an beim Open-Air-Kino dabei und sorgt für die Verpflegung, unter anderem mit Popcorn aus der Maschine des Kino-Centers, die Wunderer noch besitzt.

Wenders-Doku kommt gut an

»Andreas und Franzisca Kramer haben uns zusammen mit den Jugendlichen hervorragend unterstützt«, sagt Wunderer, während sich die Reihen zum Finalfilm »Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes«, dem brandneuen Dokumentarfilm von Wim Wenders, langsam füllen. Noch einmal werden 156 Besucher gezählt. »Mit allem, was über hundert ist, bin ich immer zufrieden«, sagt Wunderer. Das konnte er denn auch sein. Nach den drei Vorstellungen von Donnerstag bis Samstag mit rund 700 Besuchern (die WZ berichtete) wurde die Veranstaltungsreihe am Sonntag mit dem »gemalten Film« mit dem Titel »Loving Vincent« fortgesetzt.

160 zahlende Besucher wurden gezählt, was Prof. Peter Schubert vom Kulturforum Friedberg, der den Film präsentierte, erstaunte: »Mit solch einer Resonanz bei einem so außergewöhnlichen Film habe ich nicht gerechnet.« Kurzfristig ins Programm aufgenommen wurde eine Vorstellung von »Fack ju Göthe 3« am Dienstag, da die deutsche Mannschaft bei der WM ausgeschieden war. 40 Besucher kamen, offenbar hatte sich die Programmänderung nicht schnell genug rumgesprochen. Die Jugendfeuerwehrmitglieder waren auch so zufrieden, hatten sie sich diesen Film doch gewünscht.

Ergraute Jim-Knopf-Fans

Etwa 125 Zuschauer waren es dann am Mittwoch, gezeigt wurde die Verfilmung von Michael Endes »Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer«. Neben etlichen Familien mit Kindern waren auch viele ältere Zuschauer gekommen. Die hatten als Kinder vor dem Schwarz-Weiß-Fernseher die legendäre Version der Augsburger Puppenkiste genossen.

»Wir tauchen heute in die Welt unserer Kindheit ein«, meinte der Friedberger Hans-Helmut-Hoos. Zum Familienfilm gab es von der Sparkasse Oberhessen Popcorn gratis. Viel Beifall spendeten die Besucher am Mittwoch für die Geschwister Paula und Jonas Nitsch, die vor dem Film mit ihren eigenen Versionen bekannter Popsongs unterhielten, unter anderem mit »Imagine« von John Lennon oder »Valerie« von Amy Winehouse. Am Donnerstag bestritt Jonas Nitsch das Vorprogramm alleine. Seine Schwester war erkrankt.

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