20. August 2017, 18:07 Uhr

Elvis-Festival

Elvis Music Contest: Überraschender Sieger, durchdrehendes Publikum

Alle klassischen Hits des Superstars erklingen beim Elvis Music Contest, bei dem zahlreiche Zugaben gefordert werden. Wir verraten, wer der überraschende Sieger war und warum das Publikum durchdrehte.
20. August 2017, 18:07 Uhr
Mark Mc Intyre erfreut sich der besonderen Gunst der weiblichen Fans.

»Die Hüft-OP hat sich gelohnt«, meint das Pärchen aus Niederösterreich lachend, als sie Auskunft darüber geben, wie ihnen Jörg Dohrmann einheizt. Der Mann mit dem glänzenden roten Blazer aus Husum hat sich seit jeher den 1950ern verschrieben und tritt nicht zum ersten Mal beim Elvis Music Contest im Rahmen des Festivals auf.

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Neben ihm sind es sieben weitere Acts, die nach einer internen Vorauswahl die Gelegenheit erhielten, das Publikum mit den größten Hits des King und weiteren Klassikern der Petticoat-Ära für sich zu gewinnen. Denn es waren die Besucher, die mit Abstimmungskarten ihren Sieger küren durften. Oder auch eine Siegerin – denn unter all den Männern mischte Peggy Sue mit ihrer Band, den Hot Dots, kräftig mit.

Publikum drehte durch

Rockröhre Peggy Sue ist als einzige Interpretin mit Liveband erschienen.

Ihre Stimme mag nicht die des GIs gewesen sein, der 1956 bis 1958 in der Kurstadt weilte – aber das Publikum drehte mächtig durch, als diese Rockröhre im Rockabilly-Outfit in der Konzertmuschel alles gab.

Klangfarblich hat Peggy Sue eine willkommene Abwechslung geboten – das gilt auch für den instrumentalen Klangteppich, denn während fünf Acts ohne Liveband mit Playback auftraten, brachte die Dame aus der Pfalz die eigene Formation samt Kontrabass mit. Bühnenevent garantiert!

 
Fotostrecke: 16th European Elvis Festival

Warten auf den Stimmbruch

 

Die Stimmung war ausgelassen, es wurde getanzt und mitgesungen. Spätestens am Nachmittag fiel das auch niemandem mehr schwer, waren doch – zugegebenermaßen – die von den Contest-Teilnehmern ausgewählten Titel stets dieselben. »All Shook Up«, »Jailhouse Rock« und wie sie alle heißen: Das Pflichtrepertoire musste natürlich sein. Der eine fügte noch einen Titel von Johnny Cash in sein Programm, hier war Little Richard zu hören, dort Bill Haley. Aber auf die Interpretation kommt es nun mal an, und so gestaltete sich der Festival-Samstag sehr kurzweilig.

Peter Franks beispielsweise erschien in Begleitung: Der Musiklehrer aus Erfurt hat in seinem erst zwölfjährigen Schüler Carlos Leander Blumenthal einen kongenialen Bühnenpartner gefunden. Während ersterer mit seiner Stimme schon ganz nah ans Original kommt, muss letzterer erst noch auf den Stimmbruch warten. Erstaunlich harmonierte seine Knabenstimme dennoch (meist) ziemlich gut. Die Bühnenshow zumindest war schon ganz wie bei den Großen, und tanzen kann der Junge richtig gut.
 
Fotostrecke: Elvisfest in Friedberg

"Frauenheld" aus Irland

Auch bei dem grob geschätzt 40 Jahre älteren Mark McIntyre, Ire aus Donegal, saßen die Bewegungen auch nicht schlecht, mit denen er seine flotte Show unterstrich, während er sich kess an die Damen im Publikum ranmachte und mit seinen Interpretationen der Elvis-Hits zu überzeugen wusste. Einen noch weiteren Anfahrtsweg hatte nur Augie Burr mit seiner Elvis Tribute Band aus Barcelona.

War der Weg aus Spanien noch problemlos zu machen, sorgte der Sänger ausgerechnet für Verzögerungen im Programmablauf, weil er von Friedberg nach Bad Nauheim im Stau stand. Als er endlich da war, konnte ihm das Publikum aber leicht verzeihen, denn die Stimmung war auf den Punkt. Für einen Platz unter den ersten drei hat es jedoch nicht reichen können.

Etwas überraschend gewinnt Peter Lockert aus Belgien den diesjährigen Elvis Music Contest.

Drittplatzierte wurden Elvis & Friends Unplugged, die mit ehrlicher handgemachter Instrumentalmusik und einem glitzernd-schillernden Elvis samt Sonnenbrille und Silberanzug für wahre Begeisterungsstürme beim nach Zugaben lechzenden Publikum sorgten. Auf dem zweiten Platz fand sich Christian Gutsch wieder. Der sah vielleicht weniger wie Mr. Presley persönlich aus, interpretierte dessen Songs aber auf ganz hohem Niveau. Besonders hatte er es drauf, das Publikum für sich zu gewinnen. Seine sympathische Art, sein perfekter Gesang, sein Augenzwinkern, das sorgte für Beifall und nicht enden wollende Zugaben.

Lockert lässt Platanenhof beben

Für den ein oder anderen überraschend, musste sich der Berliner allerdings Peter Lockert geschlagen geben. Der Sieger des Elvis-Presley-Festival-Music-Contests 2017 kommt somit aus Belgien und beerbt den letztjährigen Gewinner Ron Glaser. Eine gute Wahl: Gesanglich sicher und das Publikum zum Tanzen animierend rockte er den Platanenhof und zeigte sich bei der großen Konkurrenz beeindruckt und dankbar, gewonnen zu haben.

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