»Ich glaube, ich war in den letzten beiden Stunden gar nicht hier, sondern in einer fernen, verträumten Welt«, sagte Organisatorin Marion Hallwirth im Anschluss an das Konzert der Gruppe »Mala Isbuschka« in der Nieder-Rosbacher Wasserburg. Musik aus Orient und Occident hatten Markus Wach, Daria Khoroshilova-Wach, Lena Borchers und Moritz Weissinger für ihre Zuhörer mitgebracht, dazu fast zwei Dutzend fremdländisch anmutender Instrumente, die sowohl vom Aussehen, vom Namen und auch vom Klang her die Vielfalt musikalischen Ausdrucks offenbarten.

Die vier jungen Berufsmusiker aus dem Raum Gießen, die sich während ihrer Studienzeit zusammentaten, beeindruckten nicht nur durch ihre sichtbare Liebe zu ihren Instrumenten, sondern auch durch ihre Freude am Zusammenspiel und dem Hinwenden zur Musik aus fremden Ländern und Kulturen. Melodien aus Finnland oder Mazedonien, aus Bulgarien oder dem Iran und mehr ließen die Zuhörer eintauchen in eine neue Welt voller ungewöhnlicher Rhythmen, die Moritz Weissinger an seinen Perkussions-Instrumenten präzise und mit Hingabe meisterte.

Brücke zwischen Kulturen

»Wichtig ist, dass wir alle gut aufeinander hören«, sagt Bandgründer Markus Wach, der nicht nur als perfekter Virtuose an seinen vielen Saiteninstrumenten agierte, sondern - wie andere Bandmitglieder auch - zahlreiche Erläuterungen zu geben wusste. Manch ein Schätzchen, das er auf dem Flohmarkt erstanden oder auf alten Dachböden fand, hat er liebevoll restauriert und wieder zum Klingen gebracht. »Machmal riefen Leute bei mir an und sagten, sie hätten da noch ein Instrument, von dem sie nicht wissen, was es ist oder wie man es spielt.« Sanft greift Markus in die Saiten seiner Oud, einem Vorläufer der Gitarre. Zusammen mit der »Rebec« von Lena Borchers, die sich den Streichinstrumenten hingezogen fühlt, ergibt sich ein wohltuender Klang, der von Daria Khoroshilova an ihren »Balgeninstrumenten« - das ist zum Beispiel ein Akkordeon, das durch Luft Töne mithilfe eines Blasebalgs erzeugt - träumen und staunen lässt.

»Man spürt förmlich, dass sich das Ensemble intensiv mit seinen Instrumenten und der Musik aus anderen Kulturen beschäftigt«, meinte ein Zuhörer.

Einlassen auf etwas Neues, Faszinierendes weckte Neugier auf andere Länder und ihre Musikinstrumente. »Mit unserem Projekt wollen wir eine Brücke zwischen westlichen und östlichen Kulturen schlagen und einen wunderschönen, grenzüberschreitenden Zusammenklang erzeugen«, sagen die Mitglieder des Quartetts.

Das Publikum in der Wasserburg war von dieser Idee begeistert und rief natürlich auch nach einer Zugabe. Ein keltisches Wiegenlied legte einen zarten, aber dennoch akzentuierten Klangteppich aus und bezauberte bis zum letzten Ton. »Das war bestimmt nicht das letzte Mal, dass wir Sie hier begrüßen dürfen«, meinte Marion Hallwirth zum Abschied, und wurde bei dieser Feststellung durch einen großen Applaus der Zuhörer unterstützt.

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