25. Oktober 2017, 07:00 Uhr

Entenhausen & Co.

Eintauchen in die Lieblingsbücher aus der Kindheit

Der Freundeskreis der Stadtbibliothek Friedberg hatte zu einer Matinee ins Bibliothekszentrum eingeladen. Das Thema: »Mein Lieblingsbuch aus Kindertagen«.
25. Oktober 2017, 07:00 Uhr
Auf Einladung des Freundeskreises der Stadtbibliothek Friedberg stellen die Teilnehmer einer Matinee Kinderbücher vor. In der Diskussion geht es auch darum, dass es Inhalte geben kann, die nicht mehr in die heutige Zeit passen. (Foto: sdw)

Wir kennen sie alle, die Geschichten aus unserer Kindheit. Bücher wie »Die Augsburger Puppenkiste« und »Marry Poppins« haben unsere Jugend geprägt. Sie haben uns amüsiert, obwohl wir nicht immer verstanden haben, welche tiefgründige Mitteilung hinter der jeweiligen Geschichte schlummert. Die Matinee bewegte die Teilnehmer dazu, ihre Lieblingsbücher aus der Kindheit Jahre später aus den Regalen zu holen und sie vorzustellen.

Vorgelesen wurde aus »Peterchens Mondfahrt«, »Gar traurige Geschichte mit dem Feuerzeug«, »Das Austauschkind« der österreichischen Schriftstellerin Christine Nöstlinger und »Alles Liebe, Deine Anna« von Jean Little. Die Klassiker ließen nicht lange auf sich warten, denn »Struwwelpeter« und »Pünktchen und Anton« waren auch auf der Liste der Lieblingskinderbücher.

Die Comics haben mich dazu inspiriert, zur Schule zu gehen und Lesen zu lernen

Helmut Schilling

Helmut Schilling packte über seine »Leseerfahrung« mit Comics aus den 50er Jahren aus und belebte »Akim«, »Tibor«, »Falk«, »Sigurd« und »Nick und der Weltraumfahrer« wieder. »Die Comics haben mich dazu inspiriert, zur Schule zu gehen und Lesen zu lernen«, erzählte Schilling. Spontan erinnerte sich eine Teilnehmerin an die Micky-Maus-Hefte mit den humorvollen Comics der Figuren aus Entenhausen.

Unterschwellige Botschaften

In der Diskussion um die Rolle von Kinderbüchern in der Erziehung fiel das Stichwort Nesthäkchen-Romane. Die Kinderbuchreihe von Else Ury aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts vermittelt ein traditionelles Frauenbild. Schnell kam die Frage auf, ob die Möglichkeit besteht, dass Kindern und Jugendlichen beim Lesen gewisser Romane oder Kinderbücher Werte vermittelt werden, die zur heutigen Zeit nicht passen. Besonders die Nesthäkchen-Romane stammen aus einer sehr alten Zeit. »Das in den Büchern aufgezeigte Familienbild ist heutzutage nicht mehr aktuell«, sagte eine Teilnehmerin lächelnd. »Trotzdem haben meine Kinder sie gelesen, um sie einfach mal gelesen zu haben.« Viele Kinderbücher würden unterschwellige Botschaften beinhalten, die nicht immer politisch korrekt seien. Als Kind sei man zwar nicht in der Lage, diese Botschaften zu verstehen, die Gefahr jedoch, dass sie ins Unterbewusstsein gelangten, sei nicht ausgeschlossen.

Zum Abschluss "Marry Poppins"

»Trotz allem sollten Kinder auch solche Bücher lesen. Denn wir können keine Kinder erziehen, die mit negativen Geschehnissen wie Rassismus oder Ähnlichem nicht in Berührung kommen«, meldete sich ein Teilnehmer.

In dem Punkt war man sich schließlich einig. Kinder sollten weiterhin Kinderbücher lesen, auch wenn der Inhalt und die Botschaft nicht immer korrekt zu sein scheine. Denn Kinder, die mit problematischen Themen in Berührung kämen, lernten schließlich auch, über diese nachzudenken und sich kritisch mit dem Sachverhalt auseinanderzusetzen.

Beendet wurde die Matinee mit einem Auszug aus dem Fantasyroman »Marry Poppins«. In einer gemütlichen Runde mit Kaffee und Sekt tauschten sich die Teilnehmer weiter über die mitgebrachten Bücher aus.

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