05. Dezember 2018, 20:02 Uhr

Einsatz für mehr Gesundheit

Sarah Schmirler weiß schon lange, dass sie einmal Ärztin werden möchte. An der Augustinerschule wurde sie Gesundheitsbotschafterin. Jetzt geht die examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin für neun Monate nach Uganda. Im Freiwilligendienst will sich die 22-Jährige aus Ober-Mörlen für die Gesundheit insbesondere von Frauen und Kindern stark machen.
05. Dezember 2018, 20:02 Uhr
Avatar_neutral
Von Annette Hausmanns
Sarah Schmirler geht für neun Monate nach Uganda, um dort Frauen und Kinder während ihres Freiwilligendienstes zu unterstützen. (Foto: pv)

Eigentlich wollte Sarah Schmirler gleich nach dem Abitur an der Friedberger Augustinerschule für längere Zeit ins Ausland gehen. Doch dann bekam sie einen Ausbildungsplatz in der Kerckhoff-Klinik. Ein glücklicher Umstand, wie die junge Frau heute zu schätzen weiß. »Als ausgebildete Krankenschwester habe ich viel mehr Rüstzeug«, strahlt die 22-Jährige wenige Tage vor ihrer Abreise nach Zentralafrika. Dass sie tatsächlich ihren Freiwilligendienst in Uganda leisten kann, erfuhr sie vor zwei Monaten.

Da hatte Sarah bereits ein hervorragendes Stellenangebot ihres Ausbildungsbetriebes ausgeschlagen. Sie wusste: »Zuerst möchte ich die Chance nutzen, in einem anderen Land, in dem es um das Gesundheitswesen viel schlechter steht als bei uns, Erfahrungen zu sammeln, Gelerntes anzuwenden, aber vor allem Neues zu lernen.« Für den Einsatz in Uganda sprach auch die Möglichkeit, sich dort in einem Projekt zur Stärkung von jungen Frauen und Kindern einzusetzen. Intensiv bereitete sich Sarah auf neun Monate in Afrika vor, ließ sich vom Tropenmediziner beraten, absolvierte alle empfohlenen Impfungen und machte sich vertraut mit Schutzmaßnahmen gegen Ebola. Mückenspray und Standby-Medikamente werden ihre ständigen Begleiter sein.

Rüstzeug sammelte Sarah schon lange vor ihrer Ausbildung während ihrer Schulzeit – bei Praktika in Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen. Während ihrer Ausbildung arbeitete sie unter anderem auch in der ambulanten Pflege oder an der Johann-Peter-Schäfer-Schule für Kinder mit dem Förderschwerpunkt Sehen.

An der Augustinerschule ließ sich Sarah zur Gesundheitsbotschafterin ausbilden, ein durch die Dietrich-Grönemeyer-Stiftung initiierter Einsatz in Sachen Prävention, Bewegung und Ernährung. »Ich wollte schon immer Ärztin werden«, erzählt Sarah. Bei ihrer Suche nach einer Einrichtung, die Freiwilligeneinsätze vermittelt, war sie dann auf eine kleine, hauptsächlich ehrenamtlich geführte und gut vernetzte Organisation gestoßen.

Ausgestattet mit dem Qualitätssiegel Freiwilligendienste, habe der gemeinnützige Verein »Volunteer Network Organization (VolNet)« seit Jahren zahlreiche junge Menschen in soziale Projekte nach Gambia und neuerdings auch nach Peru, Kenia und Uganda vermittelt, erfuhr Sarah. Auch, dass die Freiwilligendienste seit Längerem über das Weltwärts-Programm vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung realisiert werden, sprach für den Verein.

Nach einem siebentägigen Vorbereitungsseminar fühlt sich die junge Ober-Mörlerin angemessen aufgestellt für ihre Aufgaben in Uganda. »Meine Mentoren kümmern sich um mich, ich habe schon eine Unterkunft und Kontakte zu Menschen vor Ort.« Eingesetzt werde sie bei einer Stiftung mit Namen »Katosi Women Development Trust (KWDT)«, im Umland der Stadt Katosi am Viktoriasee. Ihre Aufgabe sei zwar noch nicht klar definiert, sagt Sarah, aber diese Offenheit biete auch die Chance, sich eine sinnvolle Nische zu suchen.

»Im Büro in der Hauptstadt werde ich zunächst ein Konzept erarbeiten und dann zu den Menschen aufs Land gehen«, erzählt Sarah. Mit der Amtssprache Englisch werde sie zurechtkommen. Außerdem möchte sie gerne Luganda lernen und hofft auf einen Sprachkurs. Natürlich sei ihr am Kulturaustausch gelegen, am Lernen voneinander. Keinesfalls gehe es darum, westliches Wissen einzupflanzen. »Und vielleicht habe ich dann auch noch etwas Zeit zum Reisen.« Was nach den neun Monaten wird, lässt Sarah noch offen. »Das wird sich zeigen.«



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos