04. April 2019, 21:03 Uhr

»Eine große Erleichterung«

04. April 2019, 21:03 Uhr
Bürgermeister Steffen Maar (l.) trifft sich mit Pflegevertretern, um sich über die Arbeit auf Sozialstationen zu informieren. (Foto: lh)

Mit dem Bürgermeister-Wechsel im Rosbacher Rathaus hat auch der mit Wöllstadt und Niddatal interkommunal geführte Zweckverband »Sozialstation häusliche Pflege« einen neuen Vorsitzenden bekommen. Steffen Maar hat die Nachfolge von Thomas Alber angetreten und steht dem Verbandsvorstand – bestehend aus den Bürgermeistern von Rosbach, Wöllstadt (Adrian Roskoni) und Niddatal (Dr. Bernhard Hertel) – nun vor. Laut Satzung hat derjenige »den Hut auf«, der die einwohnermäßig größte Gemeinde vertritt, und das ist Rosbach.

Kürzlich traf Maar mit Verbandssekretär Manfred Christ, der Pflegedienstleiterin Anett Nowak und Verwaltungsmitarbeiterin Cornelia Scherer zusammen, um sich über die Arbeit der Sozialstation zu informieren und Ausblick auf die kommenden Jahre zu halten. »Die Betreuung dementer Senioren wird uns immer mehr beschäftigen, denn die Menschen werden auch immer älter«, sagte Nowak. Ihr Team, bestehend aus 23 fest angestellten Mitarbeiterinnen und vier Mini-Jobberinnen, betreut im Schichtdienst – aufgeteilt von 6 Uhr bis 20 Uhr – rund 200 Klienten in den drei Kommunen. »Manchmal wird es abends auch mal später, denn es gibt immer wieder Situationen, wo wir nicht nach der Uhr arbeiten können, sondern uns auch mal zusätzliche Zeit nehmen müssen.«

Medikamentengabe, Anziehen von Kompressionsstrümpfen, Anlegen von Verbänden oder Hilfe beim Ankleiden, Waschen oder Duschen gehören zu ihren Aufgaben. Hauswirtschaftliche Leistungen wie Putzen oder Kochen gehören nicht dazu. Hinzukommen aber die regelmäßigen Treffen, bei denen sich die Senioren außerhalb ihrer Wohnung zu einem kleinen Mittagessen oder zu Kaffee und Kuchen treffen wollen.

Dankbar für Ehrenamtliche

»Da sind wir den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für ihre Unterstützung sehr dankbar.« Nowak berichtet zum Beispiel von der Demenzgruppe, die sich jeden Donnerstagnachmittag in der Nieder-Rosbacher Wasserburg trifft. Hier muss ein Hol- und Bringdienst organisiert werden, und für den Kuchen sorgen die Landfrauen. An die 15 Personen nehmen daran teil, und die Angehörigen können zweieinhalb Stunden einfach mal verschnaufen oder einen vielleicht längst fälligen Friseurbesuch wahrnehmen. Montagvormittag trifft sich eine andere Seniorengruppe, für die Demenz noch kein Thema ist, im Bürgerhaus Nieder-Wöllstadt. Auch dorthin fahren die Ehrenamtlichen die Senioren und sorgen darüber hinaus für eine Kleinigkeit zu Essen. »Vor allem für Diabetespatienten ist das wichtig, damit ihr Zuckerspiegel nicht durcheinander kommt.« In Niddatal ist ein ähnliches Angebot geplant, welches sich noch im Aufbau befindet.

»Die Seniorenbetreuung wird eine stetig wachsende Bedeutung haben, deshalb müssen wir rechtzeitig die Weichen stellen«, sagt Maar. Er zeigte sich zufrieden, dass die Sozialstation »so gut aufgestellt« sei.

Maar betont, dass viele Klienten nicht wüssten, dass es für alle Pflegestufen monatlich 125 Euro von der Pflegekasse gibt. Die können für eine Einzelbetreuung verwendet werden, sofern ein Transport mit einem Pkw nicht mehr möglich ist. Auch der Besuch in einer Seniorengruppe wird finanziell unterstützt. Das Geld muss jedoch innerhalb einer bestimmten Frist abgerufen werden, sonst verfällt der Anspruch. Bei der Beratung, welche Leistungen von der Pflege-, und welche von der Krankenkasse getragen werden, gibt die Sozialstation kompetente Auskunft oder weiß, wohin man sich wenden kann. »Mich rief die Mutter eines zweijährigen Kindes an und bat um Hilfe«, schilderte Nowak. Ihr konnte sie erklären, dass es auch für junge Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen spezielle Anlaufstellen gibt.

An zwei Montagen im Monat, von 10 bis 13 Uhr, findet ein Treffen im Bürgerhaus Nieder-Wöllstadt statt. Der Seniorenkaffee für Menschen mit Demenz findet jeden Donnerstag von 15 bis 17.30 Uhr in der Wasserburg Nieder-Rosbach statt.

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