»Anker auf und Leinen los« hieß es am Wochenende gleich zweimal im Bürgerhaussaal. Dieser war mit Fischen, Netzen, Rettungsringen und einem Schiffsbug samt Meerjungfrau prächtig dekoriert. Der Chor »Bön Canto« hatte zu einer musikalischen Schiffsreise rund um die Welt eingeladen.

Mit »Leinen los« gaben die 22 Männer und Frauen unter der Leitung von »Kapitän« Gottfried Kärner den Startschuss für die musikalische Kreuzfahrt, wozu auch Landausflüge gehörten. Spätestens als »Käpt’n Kärner« »Alo ahé« sang, war Stimmung im Schiff. Das wurde schnell vom Piratennachwuchs geentert. »Setzt die Segel« sangen die »Bön Canto«- Kids und Teenies, die feststellten: »Wir sind die Piraten vom roten Meer«. Schließlich landete die Truppe unter der Leitung von Friederike Schäfer mit »My Bonnie is over the Ocean« in Schottland und setzte dann mit »Carickfergus« nach Irland über.

Shantys und Slapstick

Die grüne Insel war auch Ziel der »Bön Canto«-Männer, die von einer Matrosencrew aus dem Gesangverein Michelbach bei Alzenau verstärkt wurde. Mit den Irish-Folk-Klassikern »Wild Rover« und Whiskey in the Jar« stieg die Stimmung im Schiffssaal weiter. Die Passagiere klatschten und sangen kräftig mit, der Chor sprühte geradezu vor Sangesfreude.

Weiter irische Songs und Ohrwürmer aus den letzten Jahrzehnten wechselten sich mit Matrosenliedern ab. Lautstark sangen die Gäste »Auf der Reeperbahn nachts um halb eins« und »Junge, komm bald wieder« mit – dank dem zuvor verteilten Textblatt. Auch ohne gedruckte Vorlage gelang dies bei den Refrains von »Seemann, deine Heimat ist das Meer« und »Das ist die Liebe der Matrosen«.

Die Reminiszenz an Freddy sorgte für den einzigen (gewollten) Stotterer von Moderatorin Rebekka Zöller, die mit ihren Slapstickeinlagen und spontanen Einfällen ihren Mitmoderator Ortland Kretz ebenso immer wieder überraschte wie die Besucherschar.Ein betrunkener Seemann störte nur kurz und wurde mit »What shall we do with the drunken Sailor« in die Kajüte befördert, während beim Beatles-Hit »Yellow Submarine« ein U-Boot durch die Stuhlreihen schipperte.

Furios begleitet wurde der Chor von »Bordmusiker« Steffen Fleckenstein aus Alzenau am Keyboard. Es wurde viel gelacht, wie bei der Moritat von »Hering und Makrele«, die Johnny Heinl und Gottfried Kärner sangen. Zweieinhalb Stunden dauerte die fröhliche Reise. Zum Finale zeigte der Chor, was in ihm steckt. »Die Entdeckung Amerikas« entpuppte sich als das bekannte »Ein Mann der sich Columbus nannt«, allerdings in einem furiosen mehrstimmigen Arrangement mit ständigen Wechseln von Tempi und Rhythmen, die den Sängern volle Konzentration abverlangte. Nicht enden wollender Applaus war der Dank der Passagiere für die rundum gelungene Schiffsreise. Danach wurde in der Schiffsbar »Copa-Ca-Bar-a« weiter gefeiert.

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