28. Februar 2019, 20:41 Uhr

Eine Technik, die immer klüger wird

28. Februar 2019, 20:41 Uhr
Walter Simon

Ist eine Steigerung der Künstlichen Intelligenz (KI) bis ins Unendliche denkbar? Bleibt der Mensch die Krone der Schöpfung oder muss er sie eines Tages an superintelligente Roboter abgeben? Werden wir unsterblich, indem man unsere Persönlichkeit als Datei speichert und irgendwann einem neuen Leib aufspielt? Das sind einige der Fragen aus dem neuen Buch von Prof. Walter Simon aus Bad Nauheim. Der Titel: »Künstliche Intelligenz – Blick in die Zukunft«. Simons Antwort auf alle techno-esoterischen Szenarien beantwortet er mit dem Appell »Zurück zur Vernunft«. Die Stagnation menschlicher Intelligenz müsse mehr Sorge bereiten als vermeintliche apokalyptische Fortschritte der Künstlichen Intelligenz.

Plädoyer für ein Grundeinkommen

In seinem neuen Buch beschreibt Simon die Hauptbereiche Künstlicher Intelligenz. Dazu gehören unter anderem: Robotik, Maschinenintelligenz, Big Data, Algorithmen, Internet der Dinge, Gesichtserkennung, Industrie 4.0 und 3-D-Drucker. Ob und wie viele Arbeitsplätze von roboterisierten Maschinen verdrängt werden, weiß auch Simon nicht. Es präsentiert optimistische und pessimistische Prognosen. Für ihn gilt aber weiterhin das sogenannte »Say’sche Gesetz« der Ökonomie, wonach sich jedes Angebot seine Nachfrage selbst schafft.

Da eine auf Künstlicher Intelligenz beruhende Wirtschaft wegen ausbleibender Kaufkraft nicht machbar sei, plädiert der Autor für ein gesichertes Grundeinkommen, ohne sich auf eines der vorliegenden Konzepte festzulegen. Da aber Vollbeschäftigung eine Begleiterscheinung der Nachkriegsjahre gewesen und die Industriegesellschaft ein Auslaufmodell sei, müsse sich die Gesellschaft neu organisieren. Das Grundeinkommen wird laut Simon ein Element dieser Neuorganisation sein.

Der Bad Nauheimer Autor bedauert die Entwicklung des Internets. Das ursprüngliche Ehrenwort des Internetzeitalters, an einer dezentralen, egalitären und libertären Gesellschaft mitzuarbeiten, habe sich überlebt. Der Zug bewege sich im Rückwärtsgang. Gleichheit sei gestern gewesen, Ungleichheit gebe es heute. In dem Buch werden Gefahren für Demokratie und Meinungsfreiheit dargestellt, »hier insbesondere die Möglichkeiten der Überwachung per Smartphone, der E-Mail-Konten und die Meinungsmanipulation durch Social-Bots«, wie es in einer Pressemitteilung zum Buch heißt. Der Autor positioniere sich eindeutig im Sinne einer freiheitlichen Gesellschaft, die er gefährdet sehe.

KI habe auch ihre positiven Seiten, beispielsweise in der medizinischen Diagnostik, der Verkehrs- oder Verbrechensüberwachung. Spracherkennung und -übersetzung eröffneten ungeahnte Möglichkeiten für Information und Kommunikation. Es komme darauf an, wofür sie genutzt würden. »Der Autor meint, dass wir uns auf eine Zukunft hin bewegen, die uns unbekannte Bedingungen aufzwingt«, heißt es weiter in der Pressemitteilung. Künstliche Intelligenz verändere unauffällig die Gesellschaft. Im Kontext des Arbeitsmarktes werde die Künstliche Intelligenz den menschlichen Intellekt ausstechen, so wie es in der industriellen Revolution der Muskelkraft nach der Verbreitung der Dampfmaschine ergangen sei. Künstliche Intelligenz ist für Simon der Quantensprung der Digitalisierung.

(Fotos: pm/Archiv)

»Künstliche Intelligenz – Blick in die Zukunft« (ISBN: 9783748142249) umfasst 188 Seiten und kostet 19,80 Euro.

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