05. März 2019, 20:32 Uhr

Eine Kathedrale der Fassenacht

05. März 2019, 20:32 Uhr
Das Eintracht-Männerballett »Die Heringe« hat mit seinem Tanz »Quasimodo« nicht nur bei den Kappenabenden begeistert, sondern auch am Rosenmontag beim Tanzturnier in Nieder-Weisel seinen Titel verteidigt. (Fotos: pv)

Mit seinen restlos ausverkauften Kappenabenden am vergangenen Freitag und Samstag hat der Gesangverein »Eintracht« erneut die Position Kaichens als Hochburg der Fassenacht untermauert. Oder besser als Kathedrale. Denn die »Heringe« vom Männerballett hatten für ihren fulminanten Tanz des Glöckners von Notre Dame den berühmten Pariser Sakralbau samt Glockenspiel auf der Bürgerhausbühne errichtet. Die Akteure brachten ein zwölfminütiges Spektakel um die berühmte Geschichte des missgebildeten Quasimodo und seiner zunächst unerfüllten Liebe zur Zigeunerin Esmeralda ebenso poetisch wie akrobatisch auf die Bühne und sorgten so für den Höhepunkt zum Abschluss der fünfstündigen Sitzung. Nicht umsonst konnten sie auch am Rosenmontag in Nieder-Weisel ihren Titel beim dortigen Männertanzturnier verteidigen.

Doch auch die anderen Tanzgruppen des Abends wurden zu recht vom Publikum gefeiert. So etwa die »Piranhas« mit dem Tanz »Jumanji«. Aus der seit drei Jahren bestehenden Nachwuchsgruppe der »Heringe« war mit Jakob Weber dieses Jahr erstmals ein Tänzer bei den Erwachsenen dabei. Auch die Ranzengarde des Vereins mit ihrem Tanz »Unter dem Meer« sowie die »Ladykracher« mit dem »Kasatschok« verzauberten das Publikum mit tollen Kostümen und einer charmanten Darbietung. Auch die »Peanuts« vom TV Ilbenstadt haben ein großes Fanlager bei den Kappenabenden und gehören quasi zur »Eintracht«-Familie. Nicht zu vergessen die zahlreichen Formationen der Weiberfassenacht, die in bewährter Kooperation mit der »Eintracht« jedes Jahr das Programm bereichern.

Die Riege der Redner führte gewohnt souverän Michael Hahn als angehender Großvater ins Feld. Eskimoforscher Jan-Otto Weber und die »Two and a half men« Roman und Julian Reichhold mit Kevin Kuchler sorgten mit kritischen Tönen an der Stadtverwaltung in Assenheim für Lacher, etwa wegen der fehlgeplanten Heizungsmodernisierung im Kaicher Bürgerhaus im vergangenen Herbst. Und auch Achim Knies vom Petterweiler Watzeclub trieb noch zu späterer Stunde dem Publikum Lachtränen in die Augen.

Dass die »Eintracht« ein Gesangverein ist, das stellten gleich mehrere Formationen und Solisten unter Beweis. Hendrik Roth berichtete zum Beispiel in seinem Couplet von seiner Beziehung mit der Tochter eines Schönheitschirurgen. Herausragend am Klavier begleitet wurde er von seinem Sohn Nils. Er stand ebenso für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit des Vereins wie die Liedvorträge seiner Schwester Sophie Roth und des Duos Leonie Hahn und Lotta Weber mit erst zwölf Jahren.

Tanzen bis zum Morgengrauen

Des Weiteren heizten über den Abend verteilt die mittlerweile fest etablierten Akteure Björn Feuerbach, Kathrin Strauch, die »Acapellas« und die Sängerinnen und Sänger von »PLM« (Peace, Love, Music) mit ihrer Disco-Show die Stimmung im Saal immer wieder an. Zur Gruppe »PLM« gehört übrigens auch Bass-Sänger Hanno Weber, der für seinen jahrzehntelangen Einsatz als Tänzer, Sänger und Kulissenschieber den Bürgermeisterorden der Stadt erhielt.

Für Kurzweil und gekonnte Überleitungen sorgte auch diesmal wieder Moderator Christian Weber, kongenial im Team mit Alleinunterhalter Stefan Koschorr, der die Stimmung zur Polonaise nach dem Finale aufgriff und an beiden Abenden noch bis zum frühen Morgen zum Tanz aufspielte.

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