Nicht nur für die evangelische Stadtkirchengemeinde, sondern auch für die Mitglieder des Collegium Musicum sowie die Sängerinnen und Sänger der Kirchenchöre aus Rosbach, Rodheim und Köppern ist das jährliche Kirchenkonzert in der Stadtkirche ein Glanzlicht im Jahreskreis. Schon zum 19. Mal gastierten die Musiker unter der Gesamtleitung von Joachim Etzel dort und erfreuten die zahlreichen Zuhörer wieder einmal mit Musik aus dem 18. Jahrhundert, die von Komponisten wie Franz Schubert, Wolfgang Amadeus Mozart und Guiseppe Torelli, aber auch vom englischen Komponisten William Boyce (1710-1779) niedergeschrieben worden war.

Schon die ersten Klänge der Boyce-Symphony Nr. 5 in D-Dur ließen ein eindrucksvolles Konzert mit sorgsam ausgefeilten Nuancen erwarten. Streicher, Bläser und Organistin Sigrid Behrens präsentierten die drei Sätze Allegro, Gavotta und Minuetto mit viel Feingefühl, und auch Fabian Minor an der Pauke wusste sein Instrument sensibel einzusetzen. Franz Schuberts Kyrie in F-Dur erklang gleich zweimal - einmal für Chor und Orchester, einmal nur für Orchester. »Es gibt viele Vertonungen, deshalb stellen wir Ihnen heute zwei davon vor«, sagte Etzel. Am Applaus war unschwer abzulesen, dass die Zuhörerschaft die Möglichkeit, gleich zwei Varianten präsentiert zu bekommen, gern angenommen hatte. Die Chöre unter der Leitung von Heike Berlenbach und Hannelore Hartenstein erwiesen sich als tonsichere Komponente im Gesamtkonzept und erfüllten die Kirche mit einem warmen, vollen Klang.

In die Zeit vor 300 Jahren

Manch ein Zuhörer fragte sich, was wohl alles noch aus Schuberts Feder gekommen wäre, hätte er nicht schon im Alter von nur 31 Jahren diese Welt verlassen müssen. Gleichwohl hat der österreichische Komponist, der am Übergang von der Klassik zur Romantik stand, der Nachwelt über 600 Werke hinterlassen.

Mozarts Kirchensonate in C-Dur KV 278 war dem Orchester vorbehalten. Etzel verstand es in seiner dynamischen Art, das Orchester temperamentvoll zu führen und die Lebensfreude in das Gotteshaus zu bringen.

Eine Besonderheit war Christian Trupp mit seiner Piccolo-Trompete im Wechselspiel mit dem Collegium Musicum bei Torellis Sonanta a cinque Nr. 7 in D-Dur. Der brillante Klang des Barock-Instruments ging unter die Haut und war ein Beispiel für die Vielseitigkeit barocker Musik. Trupp verstand es, die richtigen Akzente zu setzen und die Zuhörer in die Welt von vor 300 Jahren mitzunehmen. Das Gefühl von Fest und Feierlichkeit war schon gegeben, als Chor und Orchester abschließend Mozarts Te Deum KV 141 anstimmten. Lobpreis, Flehen und Bitten um Erbarmen kennzeichnen dieses Werk.

Zusammen gestalteten alle Musiker einen großartigen Abschluss, der von »Hausherr« Pfarrer Gerrit Boomgaarden entsprechend gewürdigt wurde. »Ich freue mich jedes Mal, wenn Sie bei uns zu Gast sind und bin sicher, dass es noch viele weitere Konzerte geben wird«, sagte er an alle Mitwirkenden.

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