10. Dezember 2018, 20:17 Uhr

Ein Schmuckstück wird gefeiert

10. Dezember 2018, 20:17 Uhr
Auf die Zeremonie in der Kirche folgt eine Prozession um das älteste Gotteshaus Bad Nauheims.

Gleich mehrere bedeutende Ereignisse hat die russisch-orthodoxe Kirchengemeinde in Bad Nauheim am Sonntag gefeiert. In einer Zeremonie erteilte Bischof Agapit aus Stuttgart, Vikarbischof der russisch-orthodoxen Diözese Deutschlands, der Gemeinde den Segen zum Patronatsfest. Während des Gottesdienstes wurde Priester Viktor Zozoulia zum Vorsteher der nun selbstständigen orthodoxen Kirchengemeinde ernannt. Im Anschluss daran übergab der Förderverein Russische Kirche/Reinhardskirche Bad Nauheim nach 15-jähriger Tätigkeit das renovierte Gotteshaus symbolisch an seinen Eigentümer, die Bruderschaft des Heiligen Fürsten Wladimir Bratstwo.

Der Gottesdienst mit seiner Liturgie beeindruckte die Gemeinde und zahlreiche Gäste, die der Zeremonie mit anschließender Prozession um die Kirche folgten. Ein mehrstimmiger Chor begleitete das Patronatsfest, über 100 Gemeindemitglieder aus Bad Nauheim und Umgebung nahmen teil, um auch der Ernennung des Priesters Viktor Zozoulia zum Vorsteher der russisch-orthodoxen Gemeinde beizuwohnen.

Pro Jahr 100 000 Euro verbaut

Seit 2005 ist er in Bad Nauheim tätig. Die Renovierung der Reinhardskirche hat er somit genauestens mitverfolgt. »Vieles musste improvisiert werden«, erinnert sich Günter Neubauer, der Vorsitzende des Fördervereins. Mancher Gottesdienst wurde neben dem großen Baugerüst in der Kirche abgehalten. Nach 15 Jahren ist die umfangreiche Renovierung nun beendet. »1,5 Millionen Euro wurden investiert«, erläuterte Neubauer. »Jedes Jahr wurden 100 000 Euro verbaut.« 300 000 Euro hat die Stadt Bad Nauheim dazu beigesteuert. Zu den weiteren Großförderern zählte das Landesdenkmalamt.

Großen Dank sprach Neubauer der zweiten Vorsitzenden des Fördervereins, Brigitta Gebauer, aus, die sich unermüdlich eingesetzt habe. Zudem erinnerte der Erste Vorsitzende an die Gründung des Fördervereins durch den früheren Bürgermeister Bernd Rohde, der ihm später dem ersten Vorsitz übertragen habe. Bernd Witzel habe das Projekt weiter unterstützt.

»Diese Kirche hat eine besondere Bedeutung für Bad Nauheim«, sagte Erster Stadtrat Peter Krank. Sie sei das älteste Gotteshaus der Stadt, ihre nun abgeschlossene Restaurierung nach 15 Jahren sei wundervoll gelungen. Bischof Agapit sprach die Ikonostase an, die als besondere Kostbarkeit von großer Bedeutung sei. »Keine andere Kirche ist so ausgestattet.« Besonderer Dank gelte daher nochmals dem Förderverein, der dies erkannt und sich zur Aufgabe gemacht habe, die Reinhardskirche zu sanieren. Das Ziel des Fördervereins ist nun erreicht, Pfarrer Viktor Zozoulia möchte den Kontakt zu den Fördermitgliedern aber nicht abreißen lassen. »Sie sind für uns eine vertraute Familie geworden.«

Nach dem Gottesdienst verwandelte sich die Reinhardskirche in einen Gemeindesaal: Mitglieder der Gemeinde tischten großzügig auf, sodass alle bei einem Essen die drei großen Anlässe gebührend feierten.

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