29. März 2019, 12:00 Uhr

Lieblingsplatz

Ein Recyclinghof als Lieblingsplatz

Cornelia Dörr kennt die schönen Plätze der Wetterau. Was allerdings erstaunt: Einer ihrer persönlichen Lieblingsplätze ist alles andere als schön. Doch zu bieten hat auch er einiges.
29. März 2019, 12:00 Uhr
Vollbeladen hin, befreit zurück: Cornelia Dörr weiß den Recyclinghof zu schätzen. Zumal Beratung, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft hier keine Fremdwörter sind. (Fotos: Nici Merz)

Cornelia Dörr kann mit Fug und Recht als leidenschaftliche Botschafterin der Wetterau bezeichnet werden. Sie macht nicht nur beruflich Werbung für unser Zuhause, als Geschäftsführerin der Tourismus Region Wetterau, sondern sie hat auch in persönlichen Gesprächen immer einen Tipp parat, was man sich unbedingt einmal angeschaut haben sollte. Klar, den Glauberg, Büdingens Altstadt und Bad Salzhausen, aber auch den Friedberger Burggarten, die Weidenkirche in Steinberg oder die Domäne Konradsdorf, wo man einen leckeren Cappuccino unter einem großen Walnussbaum genießen kann.

So weiß sie denn auch genau die Vorzüge eines besonderen Ortes zwischen Bad Nauheim und Friedberg hervorzuheben, der auf den ersten Blick alles andere als ein Lieblingsplatz zu sein scheint: der Recyclinghof.

Andreas Stecker hilft bei der Frage, wo die alten CDs hinkommen, ebenso wie Reiner Petter ...

Das Gelände neben der Ovag, vor dem sich die Autos kurz vor den Öffnungszeiten stauen, ist für Dörr zum einen ein sorgenfreier Ort. »Ganz egal, ob ich die Abfuhr der Gartenabfälle oder der Gelben Säcke verpasst habe, ob die Papiertonne zu voll ist oder ein alter Kühlschrank zu entsorgen ist – ich weiß, all diese Sachen werde ich hier los. Ich fahre voll beladen hin und befreit wieder zurück. Das ist ein bisschen wie Feng Shui«, sagt Dörr und lacht.

 

Immer freundlich und hilfsbereit

Zum anderen, und das ist für die Florstädterin mindestens ebenso wichtig, wird sie dort stets von freundlichen Menschen empfangen. Von Mitarbeitern, die sofort zur Stelle sind und fragen, ob sie helfen können, die beim Ausladen ohne Murren mitanpacken. »Ich finde das sehr bemerkenswert«, lobt Dörr. Geleitet wird der Recyclinghof von Reiner Petter, und auch Andreas Stecker und Thorsten Strzoda sind immer vor Ort. Die beiden sind im Rahmen der betriebsintegrierten Beschäftigung angestellt, das heißt, ihr Arbeitgeber ist die Behindertenwerkstatt Wetterau, auch wenn beide schon seit über zehn Jahren auf dem Recyclinghof arbeiten.

»Ich fahre immer wieder gern hierher«, sagt Dörr über diesen Ort. »Die Menschen sind nett, hilfsbereit und lösungsorientiert«, sagt sie, während Stecker ihr zeigt, wo die alten CDs hingehören, die sie diesmal mitgebracht hat. »Die uneingeschränkte Freundlichkeit und Kompetenz kann man auch sehr gut auf mein eigenes Arbeitsgebiet übertragen: Gäste spüren Herzblut bei der Arbeit und kommen gern wieder.«

Thorsten Strzoda packt beim Ausladen mit an.

Vor allem samstags fährt Cornelia Dörr zum Recyclinghof, ungefähr alle zwei Monate, die Öffnungszeiten sind arbeitnehmerfreundlich. »Das ist auch ein Punkt, den ich wichtig finde«, sagt Dörr. »Hier wird es einem leicht gemacht, seinen Abfall zu entsorgen.« Glas, Papier, Altkleider, Batterien, Korken, Metallschrott, Druckerpatronen, Elektrogeräte und LED-Lampen – all das wird kostenfrei angenommen. Für Altholz, Bauschutt, Grünabfall, Reifen und Sperrmüll wird eine Gebühr fällig, aber auch die hält sich in Grenzen.

»Keiner muss seinen Müll in die Umwelt werfen«, betont Dörr und ist nun wieder ganz Botschafterin der Wetterau. »Auch deshalb mag ich diesen Ort: Weil der Müll hier ist und nicht dort, wo die Touristen sind.«

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