18. Dezember 2018, 18:56 Uhr

Ein Programm in zwei Kirchen

18. Dezember 2018, 18:56 Uhr

Zur Einstimmung auf Weihnachten hatte der gemischte Chor des Gesangvereins Eintracht Bingenheim am Wochenende gleich zweimal eingeladen. Zunächst präsentierten sich die Sänger mit ihrem Dirigenten Klaus Rühl am Freitagabend in der katholischen Kirche von Echzell, dann füllten sie mit dem gleichen, rund eineinhalbstündigen Programm am Sonntagvormittag auch das evangelische Gotteshaus in Bingenheim. Auch eine Neuerung erwartete die Besucher.

Zu Beginn begrüßte der Vereinsvorsitzende Roman Belter die Zuhörer, bevor Rühl den Rahmen für das Konzert absteckte: »Alle der heute zu hörenden Lieder der verschiedensten Epochen und Stilrichtungen befassen sich mit dem Weihnachtsfest und haben den Hintergrund der biblischen Überlieferung der einstigen Ereignisse in Palästina.«

Mit »O, du stille Zeit« stimmte der Chor auf die Tage der Besinnung vor Weihnachten ein. Der moderne Chorsatz von Simon Waver erklang in den beiden Kirchen teilweise fünfstimmig. Dass das Christfest mit der Niederkunft Marias nahe ist, darauf wiesen die Chormitglieder mit »Der Morgenstern« sowie dem Kirchenlied »Es ist ein Ros entsprungen« von Michael Praetorius hin.

Schlaflied fürs Jesuskind

Zur Erinnerung an jenen freudigen Abschnitt erklangen von Sebastian Bach der Choral »Brich an du schönes Morgenlicht« des Weihnachtsoratoriums sowie »Lob, Ehr und Preis sei Gott« aus dem Magnificat. Diese gelungenen Darbietung belohnten die Besucher mit einem Sonderapplaus.

Dann wurde enthüllt, worum es sich bei der angekündigte Neuerung handelt: Der aus dem Gesamtchor herausgebildete Mutter-Tochter-Chor hatte in Echzell und Bingenheim seine ersten öffentlichen Auftritte. Die zehn Frauen erhielten für »In Bethlehem überm Stall«, den »Andachtsjodler« und »Als ich bei meinen Schafen wacht« denn auch reichlich verdienten Applaus.

Danach stellte Klaus Rühl die Frage: »Wie war es in der Heiligen Nacht?« und antwortete: »Esel, Kuh und andere Tiere beschauten das Jesus-Kind, das öfter weinte – wie jedes Kind. Dann sang Maria ›Schlafe, schlafe, mein Jesuskind‹.« Ebenso tat es die Bingenheimer Eintracht, die das österreichische Wiegenlied »Kindlein zart« anfügte. Beim »Abendsegen« von Engelbert Humperting gab es eine Hommage an das Märchen von Hänsel und Gretel, bei dem das Duo Sandra Osadnik im Sopran und Steffanie Hinkel im Mezzosopran ihre individuelle Stärke bewiesen. Die hatte Hinkel zuvor schon bei »Heilige Nacht« von Friedrich Reichardt gezeigt, und Osadnik glänzte später bei »O heilige Nacht« von Adolphe Adam.

Mit Felix Mendelssohns Bartholdys »Herr Gott, du bist unsere Zukunft«, dem Weihnachtslied »O, du fröhliche«, Gottfried Händels »Dank sei dir, Herr« und dem alten Lied »Herbei, o ihr Gläubigen« nahte das Ende der Darbietungen. Der Bingenheimer Chor brachte noch »Stille Nacht, Heilige Nacht« in einer Jazz-Version und die traditionelle Weise sowie Bartholdys Wunsch »Verleih uns Frieden« dar. Das von den Besuchern sehr positiv aufgenommene Konzert endete mit dem beschwingten Schlusschor »Tollite Hostias« von Camille Saint-Saëns Weihnachtsoratoriums von 1858.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Adolphe Adam
  • Camille Saint-Saëns
  • Evangelische Kirche
  • Katholische Kirche
  • Michael Praetorius
  • Sebastian Bach
  • Weihnachtsoratorien
  • Echzell
  • Ottwin Storck
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen