15. September 2019, 19:32 Uhr

Ein Platz für Frosch und Kröte

15. September 2019, 19:32 Uhr
Eine Knoblauchkröte - bald auch im »Stockborn bei Bingenheim« heimisch, hofft die NABU-Gruppe. (Foto: arc)

Der »Stockborn bei Bingenheim« ist ein wichtiger Baustein des Landschaftsschutzgebiets »Auenverbund Wetterau«. Es dient dem Erhalt seltener Pflanzen, Insekten und Tiere. Jetzt soll ein Amphibientümpel Brut- und Lebensraum für den Wetterfrosch und die Knoblauchkröte schaffen. Dazu sind kostspielige Erdarbeiten nötig, um das geplante, etwa 1000 Quadratmeter große Areal anzulegen. Die Finanzierung ist nun gesichert: Der Zusatzgewinn der Umweltlotterie »Genau« bringt 5000 Euro in die Kasse der NABU-Gruppe Bingenheim. Der Wetteraukreis profitiert mehr als jeder andere hessische Kreis von der Umweltlotterie, wie die Lotto Hessen GmbH mitteilt: Die ausgezahlte Summe summiert sich auf inzwischen 115 000 Euro.

Seit über 30 Jahren betreut der NABU Bingenheim das etwa 50 Hektar große Landschaftsschutzgebiet »Stockborn bei Bingenheim«. Seitdem wird das Areal unter naturschutzfachlichen Aspekten bewirtschaftet und sorgt damit für die Dynamik der Aue und eine kurze Vegetation. Landwirtschaftlich ist das Gebiet aufgrund des hohen Grundwasserspiegels nur eingeschränkt nutzbar; umso mehr fühlen sich seltene Tiere, Pflanzen und Insekten wohl, darunter viele Arten, die andernorts gefährdet oder bereits ausgestorben sind.

Auch andere Tiere sollen profitieren

Das Nebeneinander niedriger Süß- und Sauergräser wie Binsen, Seggen und Schilf schafft eine Vielfalt an Brutmöglichkeiten. In manchen Jahren brüten hier der Kiebitz, das Tüpfelsumpfhuhn und das Blaukehlchen; regelmäßig kann man die Bekassine und die Wasserralle beobachten. Im Frühjahr und Herbst ziehen Rastvögel durch die offenen Landschaftsstrukturen, da sie hier genug Nahrung und Rastmöglichkeiten finden.

Schon lange schwebt dem NABU vor, auf dem Areal einen Amphibientümpel anzulegen, doch die Erdarbeiten ließen sich ohne Hilfe nicht stemmen. Daher meldete der damalige Schriftführer Josef Tiefenbach das Projekt 2016 bei der Umweltlotterie für den Zusatzgewinn an - nun glückte es. »Jetzt können wir endlich loslegen und das Laichgewässer anlegen«, freut sich Tiefenbach. »Nicht nur der Laubfrosch und die Knoblauchkröte, sondern auch Wechselkröten und Molche sollen sich in unserem Tümpel bald zu Hause fühlen, außerdem hoffentlich auch viele Wasser- und Wiesenvögel. Beide Arten sind im Bingenheimer Ried vertreten - die gilt es zu erhalten und zu fördern.«

Die Teichanlage im »Stockborn« ist als 1000 Quadratmeter große Mulde mit flachen Ufern und einer Tiefe von durchschnittlich 50 bis maximal 90 Zentimetern geplant. Dazu sind umfangreiche Baggerarbeiten und der Abtransport der überschüssigen Erde erforderlich. Die Durchführung des Projekts liegt in den Händen der Amphibienbeauftragen der NABU-Gruppe Bingenheim, Inga Hundertmark. Unterstützt wird sie von ihrem Vereinskollegen Udo Seum sowie Walter Schmidt vom Forstamt Nidda.

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