24. Februar 2017, 20:33 Uhr

Ein Mörler spielt die erste Geige

24. Februar 2017, 20:33 Uhr
Die Kammerphilharmonie Bad Nauheim wird im Jugendstiltheater des Conparc-Hotels auftreten. Der Förderverein sinfonische Musik nimmt dies zum Anlass, ein Kunstwerk von Willi Mörler zu versteigern – zugunsten der Sinfoniekonzert-Reihe. (Foto: pv)

Anlässlich des Sinfoniekonzertes am Sonntag, 5. März, um 16.30 Uhr im Jugendstiltheater des Hotels Conparc (ehemals Dolce) in Bad Nauheim veranstaltet der Förderverein sinfonische Musik eine amerikanische Versteigerung eines Bildes des Künstlers Willi Mörler aus Bad Nauheim. In der Konzertpause wird das Kunstwerk unter den Konzertbesuchern versteigert. In Schritten von zehn Euro oder einem Mehrfachen davon wird gesteigert. Jeder bezahlt bei seinem Gebot nur seinen gebotenen Betrag sofort in bar. Geboten werden kann nur bis zu einem bestimmten festgelegten, aber nicht bekannt gegebenen Zeitpunkt. Der Letztbietende erhält den Zuschlag. Auktionator ist Matthias Hoberg, Vorstandsmitglied des Fördervereins sinfonische Musik.

Künstler in den USA inspiriert

Die Versteigerung findet zugunsten eines gemeinnützigen Zwecks statt, der der Satzung des Fördervereins sinfonische Musik entspricht. Die erzielten Einnahmen dienen ausnahmslos der finanziellen Sicherung der Sinfoniekonzert-Reihe in Bad Nauheim.

Willi Mörler (1934-2013) war Maler im doppelten Sinn: Er war Künstler mit dem Schwerpunkt auf Malerei und Bildhauerei, vorzugsweise mit Fundstücken aus Olivenholz, und Malermeister mit einem eigenen Betrieb. Er besuchte die Werkkunstschule in Wiesbaden und war Mitglied im Oberhessischen Künstlerbund. Mörler trat mit Ausstellungen in Bad Nauheim, Kloster Arnsburg, Gießen, Wetzlar, Chaumont (Frankreich), Oostkamp (Belgien), und Ivrea (Italien) an die Öffentlichkeit. Werke von ihm befinden sich in Deutschland, in der Schweiz und in den USA. 1983 eröffnete er zusammen mit seiner Frau Anne Marie Mörler die Galerie Remise.

Willi Mörler war auch ein Liebhaber klassischer Musik und seit vielen Jahren Abonnent der Sinfoniekonzert-Reihe Bad Nauheim. Als 2012 das Aus dieser Sinfoniekonzerte drohte, beschloss er, einen Beitrag zur Rettung dieser Reihe zu leisten und ein Kunstwerk zu schaffen, das er dem Förderverein sinfonische Musik als Spende zur Verlosung oder Versteigerung schenkte. Auf einer Reise in die USA entstand die Idee zu dem Bild »Das Konzert« mit dem Untertitel »2 Flügel, 4 Hände und immer ein volles Haus«.

Im Konzert mit der Kammerphilharmonie Bad Nauheim unter der Leitung von Uwe Krause wird ein rein französisches Programm aus der Zeit zwischen 1855 und 1948 gespielt: Maurice Ravels »Le Tombeau de Couperin« (1919), Francis Poulencs »Sinfonietta« (1948) und Charles François Gounods »Sinfonie Nr. 1 D-Dur« (1855).

Mit Tombeau bezeichneten die französischen Komponisten des Barock Trauerstücke für verstorbene Kollegen. Im Jahre 1914 schrieb Maurice Ravel einen solchen Tombeau zur Erinnerung an den größten Barockkomponisten Frankreichs, François Couperin. Der Franzose Francis Poulenc ging den Weg vom jungen Wilden zum weltmännischen Grandseigneur der Musik. Als Teenager war er ein waschechter Avantgardist. Mit Darius Milhaud, Arthur Honegger, Germaine Tailleferre, Georges Auric und Louis Durey gehörte er zur berühmten Pariser Groupe des Six.

Gounod gilt vor allem als ein großer Erfinder von Melodien. Kein Wunder also, dass die Oper seine Domäne war. Ins Gebiet der Sinfonik hat Gounod nur zweimal einen Ausflug unternommen – mit frischer, ausgesprochen lebendiger Musik. Die erste Sinfonie ähnelt von der Anlage her am ehesten einer Haydn-Sinfonie. Die Instrumentation und der natürlich und leicht daherkommende Tonfall erinnern an das klassische Wiener Vorbild.

Alle drei Komponisten wurden durch Kriege geprägt und litten unter ihnen. Gounod erlebte den Deutsch-Französischen Krieg in den Jahren 1870 und 1871 und wich nach London aus, Ravel den Ersten Weltkrieg. Er diente als Kraftfahrer im Sanitätsdienst und erkrankte schwer. Poulenc absolvierte im Ersten Weltkrieg seinen Militärdienst und vertonte im Zweiten Weltkrieg Gedichte, die zum Widerstand gegen die deutsche Besatzung aufriefen.

Karten gibt es im Vorverkauf bei den Geschäftsstellen der Wetterauer Zeitung in Bad Nauheim und Friedberg und, soweit es noch Plätze gibt, an der Tageskasse.

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