29. Juni 2017, 20:26 Uhr

Ein Konzert wie Blitz und Donner

Da muss man klassische Musik einfach lieben. Die Gymnasiasten der Augustinerschule spielen mit soviel Lebensfreude nahezu wie die Profis. Weghören unmöglich.
29. Juni 2017, 20:26 Uhr
Konzentriert und professionell spielen die Mitglieder des Orchesters in der Heilig-Geist-Kirche. (Foto: geo)

Erneut haben die Gymnasiasten der Augustinerschule ihren Zuhörern in der Heilig-Geist-Kirche dazu verholfen, klassische Musik lieben zu lernen. Mit einer unbändigen Spiel- und Lebensfreude haben sie Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Carl Maria von Weber als auch von zeitgenössischen Komponisten wie Harry Gregson-Williams und Alan Menken auf die Bühne gebracht. Ihr Lohn: Große Anerkennung und stürmischer Applaus.

In der Tat kann man den jungen Talenten unter der Leitung von Volkhard Stahl und Michael Ernst nur Bestnoten für deren große Virtuosität und Disziplin geben. Wie die Geschlossenheit des Orchesters, zeigt sich auch die Ouvertüre zur Oper »Der Freischütz« von Carl Maria von Weber (1786 bis 1826) als Auftakt, mit der gelungenen Übereinstimmung aller Teile. Durch wiederkehrende Sätze wird diese Einheit fühlbar. Im Konzert für Klavier und Streichorchester a-Moll, Dritter Satz von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 bis 1847) erhält Solist Manuel Rao am Klavier brandenden Applaus. Flötistin Lea Schumacher brilliert in Rondo D-Dur für Querflöte und Orchester von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 bis 1791). Als Mozart 1777 nach Paris reiste, nahm er Ideen für sein Flötenkonzert mit. Flöte war besonders im französischen Musikleben sehr beliebt. Die Flöte als persönliche Orchestergattung zu etablieren, gelingt Mozart mit dem Rondo sehr gut. Der langsame Satz des Konzertes weist eine fast romantische Färbung auf.

Aus »Chroniken von Narnia«

Elena Rao beweist bei Max Bruchs Konzert für Violine und Orchester g-Moll, opus 26, Erster Satz (Allegro moderato) mit dem Spiel auf der Violine ihr Talent für das Musikinstrument. Sie spielt einfühlsam, in einer exakten Umsetzung von Ausdruck und Emotion. Sein Erfolg mit diesem Konzert ließ Bruch (1838 bis 1920) verzweifeln, denn geliebt, gespielt und gehört wurde nur dieses Violinkonzert. Es ist Bruchs erstes Instrumentalwerk.

Mit »Die Chroniken von Narnia«, einem Medley für Orchester aus dem gleichnamigen Kinofilm, brachten die Abiturienten musikalische Qualität und Intensität auf die Bühne. Der Soundtrack des zeitgenössischen Komponisten Harry Gregson-Williams wirkt mit Zartheit und Wehmütigkeit auf der einen Seite und fast schon epochal anmutenden Kampfmotiven auf der anderen Seite. Manuel Rao fällt mit einer großen künstlerischen Reife am Klavier auf.

Paulina Elsner singt einfühlsam den Song »Tale as old as Time« aus dem Musical »The Beauty and the Beast«. Im Orchester spielt sie Violine. Miriam Bickelhaupt überzeugt am Violoncello im Konzert für Violoncello und Orchester e-Moll, Erster Satz von Edward Elgar. Mit dem lautesten von Johann Strauß’, (Sohn) Tanzstücken, der Polka »Unter Donner und Blitz« schließt das Konzert ab. Mit Donner und Blitz überrascht auch der Sommerabend in Friedberg, punktgenau zum Finale und setzt einen Schlusspunkt unter acht Jahre Augustinerschule und ein engagiertes Orchester. »Es geht nur mit einem ganz großen Engagement. Auf die jungen Menschen ist Verlass. Sie wissen, was sie wollen«, sagt Stahl. Die musikalische Bildung habe eine große Berechtigung für die Persönlichkeitsbildung der jungen Menschen

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