12. September 2017, 18:55 Uhr

Ein Fest der Freundschaft

12. September 2017, 18:55 Uhr
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Von Ottwin Storck
Fröhliches Miteinander: In der Marktscheune Wölfersheim feiert die Integrationshilfe Wetterau ihre Gründung – wenn auch etwas verspätet. (Fotos: sto)

Gut neun Monate ist es her, dass in Wölfersheim der Verein Integrationshilfe Wetterau gegründet wurde. Im darauffolgenden Januar erfolgte die Aufnahme im Amtsgericht und die Erteilung der Gemeinnützigkeit. Am vergangenen Samstag nun holte der Verein in der Wölfersheimer Marktscheune seine Gründungsfeier nach. Den zeitlichen Unterschied begründete der Vorsitzende Eberhard Felde auch mit den beiden Ortsjubiläen in Melbach und Berstadt, deren Termine aufgrund des Bauhofs mitabgestimmt werden mussten. Zudem wollte man die großen Ferien meiden und die Chancen eines guten Wetters haben. Das gelang am Samstag.

Am schönen Spätsommertag tummelten sich in der Marktscheune Kinder und Erwachsene, Flüchtlinge und alteingesessene Wetterauer bei einheimischen und internationalen Spezialitäten; Hackfleisch und Thunfisch aus der somalischen Küche, syrische Kraiba in gefüllten Weinblättern, gefüllte Röllchen nach pakistanischer Art und Bolani aus Afghanistan. Für die deutsche Note sorgten die Landfrauen von Wölfersheim und Södel mit einer reichhaltigen Kaffee- und Kuchentheke. Die Schüler der Singbergschule sorgten für Kaltgetränke.

Durch das Mitwirken der verschiedenen Gruppen wurde beim gemeinsamen Feiern das Motto der Veranstaltung »Integrationshilfe heißt Demokratie leben; miteinander – füreinander, wenn nicht jetzt, wann dann?« erlebbar. Für die Kinder war ein Karussell aufgestellt. Der DRK-Ortsverband bot Kinderschminken an. Die Schulband Under Kitchen sorgte für den musikalischen Part. Die Veranstaltung wurde unterstützt durch das Bundesministerium für Familie, dem Bundesprogramm »Demokratie Leben« und BUNTerLEBEN.

Die Zweite Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch hoffte, der hier in Wölfersheim aufgegriffene Gedanke möge durch die Wetterauer gehen. Städte wie Friedberg und Bad Nauheim sollten sich an Wölfersheim ein Beispiel nehmen. Bürgermeister Rouven Kötter lobte die Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihr beherztes Eintreten zur Flüchtlingshilfe 2015 und sagte: »Da war ich stolz, ein Deutscher zu sein«. Merkels Worte »Das schaffen wir« konnten nur dank der breiten Hilfe aus der Bevölkerung umgesetzt werden mit Leuten wie jenen, die diesen Verein gegründet haben.

»Die Integrationshilfe Wetterau setzt sich nicht nur die Integration von Asylsuchenden zum Ziel, sondern möchte die Teilhabe aller Randgruppen unterstützen. »Die meisten von uns kommen aus der Flüchtlingsarbeit, aber uns ist bewusst, dass auch andere Gruppen Hilfe zur Integration brauchen. Deshalb haben wir unsere Satzung entsprechend weit formuliert«, erläuterte der Vorsitzende Felde.

Momentan betreut man rund 140 Flüchtlinge aus sieben Ländern. Die Integrationshilfe begleitet bei Behördengängen, Arztbesuchen und fördert das Miteinander von verschiedenen Gruppen in der Gesellschaft. Jeden Mittwoch von 17 bis 20 Uhr ist beim Begegnungscafé im DRK-Haus in der Seestraße 13 Gelegenheit zum Kennenlernen.



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