18. August 2019, 18:32 Uhr

Ein Fenster in die Römerzeit

18. August 2019, 18:32 Uhr
Lokaltermin der CDU zwischen Römerfunden und Kita-Neubau (v. l.): Holger Hachenburger, Gerhard Rack, Dr. Erich Sehrt, Christa Stolle, Horst Wagner, Arne Appel.

Bei einem Lokaltermin haben Vertreter der örtlichen Christdemokraten über die beim Neubau der Kita »Wichtelwiese« entdeckten Grundmauern römischer Besiedlung diskutiert. Letzte Woche in der Stadtverordnetenversammlung hatte Bürgermeister Bertin Bischofsberger gesagt, den Blick auf die archäologischen Funde durch ein Fenster im Boden zu ermöglichen, sei zu aufwendig und koste rund 10 000 Euro. Stattdessen sollen nun die Teile der Mauern, die unter dem Eingangsbereich des Kindergartens liegen, durch eine unterschiedliche Pflasterung des Vorplatzes sichtbar gemacht werden.

Straße soll umbenannt werden

»Die 10 000 Euro für die Erinnerung an ein Stück über 1800-jähriger Geschichte hätten wir gerne investiert«, zeigt sich der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Holger Hachenburger beharrlich. Der verworfene Plan, die archäologischen Funde durch eine Glasscheibe sichtbar werden zu lassen, solle vom Magistrat nochmals überdacht werden. Hachenburger: »Das würde das in der Gemeinde höchst umstrittene Zwei-Millionen-Euro-Projekt sicherlich aufwerten.«

Das Thema beschäftige die Bürger derzeit »immens«, schreibt der Vorsitzende in einer Pressemitteilung. Er selbst habe in den vergangenen Tagen als die Funde durch ein Bauunternehmen zugeschüttet worden seien, viel Frust zu spüren bekommen. In einem hätten viele der Reaktionen überein gestimmt: »Wir können von einem römischen Erbe sprechen, welches für die Geschichte der Gemeinde und somit der Stadt Reichelsheim von Bedeutung ist.«

In einem Schreiben an den Magistrat habe die CDU dafür geworben, den Weg zur Kita in »Römerweg« anstelle der geplanten Verlängerung der »Lindengasse« zu benennen. Außerdem wurde angeregt, Grundmauerelemente sichtbar zu verbauen und eine Tafel zur Erinnerung an die historischen Funde anzubringen.

Dass ein paar Steine nicht in die Kita verbaut werden dürften, habe die Mandatsträger angesichts der Alternative, das Mauerwerk vollkommen zu überbauen, überrascht, Demonstrativ zeigten sie bei einem Ortstermin unbefestigte Materialien. Ebenso gab es kritische Stimmen, warum die Kreisarchäologie das Areal nicht intensiver erforscht und eine lebendigere Erinnerung nicht durch geeignete Maßnahmen eingefordert habe.

Dennoch zeigten sich die Christdemokraten zufrieden, dass der Bürgermeister schnell reagiert habe: »Die Pflasterung des Eingangsbereichs in den Strukturen der Römermauern ist eine gute Idee.« (Foto: pm)

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